Balkongärten richtig anlegen und pflegen

Tipps und Tricks für einen grünen Balkon

Hübsche Blumen, frische Kräuter und fruchtige Beeren aus eigenem Anbau versüßen so manch einem den Alltag. Aber als Hobbygärtner im städtischen Bereich hat man es gar nicht so einfach:

 

Mehr als ein Balkon oder eine kleine Terrasse steht den Wenigsten zur Verfügung. Umso wichtiger ist es, das Thema Garten schlau anzugehen und sich genau über passende Produkte und die richtige Herangehensweise zu informieren.

Die Herausforderungen für Balkongärtner

Fest steht: Balkone sind kein natürlicher Lebensraum für Tomaten, Basilikum, Himbeeren oder Radieschen. Das heißt allerdings nicht, dass man als Balkongärtner auf frisches Obst und Gemüse im Eigenanbau verzichten muss. Damit dies gelingt, gibt es jedoch die eine oder andere Herausforderung zu überwinden. Mit den passenden Tipps ist das trotzdem kein Problem:

Tipps fürs Gärtnern am Balkon

1. Die richtigen Töpfe
Die Größe ist wichtig

Am Balkon ist der Platz begrenzt, weswegen Sie sich Gedanken darüber machen sollten, welche Pflanzen Sie sich wünschen und welche Pflanztöpfe für diese nötig sind.

Denn der Platzbedarf kann zwischen Pflanzenarten stark variieren. Während Flachwurzler wie Radieschen und Feldsalat sowie typische Balkonblumen wie Geranien bereits in einem Balkonkasten gedeihen, benötigen andere Pflanzen, insbesondere sogenannte Tiefwurzler, größere Pflanztöpfe.

Tomaten und Gurken entwickeln sich zwar wunderbar am Balkon, sollten jedoch zumindest mit einem 10–15 Liter großem Gefäß versorgt werden. Säulenobst – schlanke, langsam wachsende Obstbäume – benötigt sogar um die 60 Liter.

2. Regelmäßige Bewässerung
Das Gießkannen-Prinzip

Insbesondere an heißen Sommertagen muss am Balkon einiges nachgeholfen werden. Die Hitze trocknet die Erde in Pflanztöpfen schneller aus als es in einem Gartenbeet der Fall wäre, weswegen kräftig gegossen werden muss – viele Pflanzen benötigen in der Hochsaison tägliche Pflege.

Wer einen Wasseranschluss am Balkon besitzt, kann sich viel Arbeit mithilfe einer kleinen Bewässerungsanlage oder einer Balkonbrause ersparen. Aber nicht verzweifeln, sollte dies nicht der Fall sein: Hier kann mit größeren Töpfen Abhilfe geschaffen werden. Das Mehr an Erde vergrößert die Wasserspeicherkapazität, wodurch weniger gegossen werden muss.

Auch Erde mit hoher Wasserspeicherkapazität ist ein wertvoller Helfer: Diese kann besonders viel Wasser aufnehmen, sodass die Pflanzen länger versorgt bleiben und gleichzeitig Staunässe vermieden wird. Insbesondere für Garten-Neulinge ist das eine wertvolle Unterstützung!

 

3. Der passende Dünger
Der Pflanzen-Turbo

Dem typischen städtischen Balkon fehlt es an einem natürlichen Ökosystem. In den Pflanztöpfen gibt es in der Regel keine Regenwürmer, die die Erde auflockern oder andere Nützlinge, die dabei helfen, sie mit wertvollen Nährstoffen – Kalium, Eisen, Kalzium, Phosphor, Stickstoff und mehr – anzureichern. Umso wichtiger ist es, als Balkongärtner gezielt und regelmäßig Dünger einzusetzen.

Hierbei hat man die Wahl zwischen organischem und mineralischem Dünger. Letzteres hat den Vorteil, dass er seine Wirkung besonders schnell entfaltet, während die organische Variante langsamer wirkt, dafür aber naturbelassen und umweltschonend ist.

Wie oft gedüngt werden soll, ist sowohl von dem spezifischen Dünger als auch von der jeweiligen Pflanze abhängig: Viele Blumen-, Kräuter-, Obst- und Gemüsesorten haben ihre eigenen Vorlieben. Hier gilt es sich über die einzelnen Pflanzen zu informieren. Zusätzlich findet man auch auf der Dünger-Verpackung allgemeine Empfehlungen zur Häufigkeit. Für Tomaten, Zitrusfrüchte, Rosen und Kräuter gibt es zudem Spezialdünger, die exakt auf diese Pflanzenarten abgestimmt sind.

Welche Pflanzen können am Balkon angepflanzt werden?

Bei der Wahl des Saatguts sind Ihnen als Balkongärtner kaum Grenzen gesetzt. Einige Pflanzen haben zwar einen erhöhten Platzbedarf, fühlen sich in entsprechenden Pflanzkübeln dennoch wohl. Zudem gibt es viele Obst- und Gemüsearten – Melonen, Gurken, Tomaten, Erdbeeren und mehr – die mithilfe des passenden Saatguts auch als kleinere Varianten angebaut werden können. Typisch für den Anbau auf Balkonen sind vor allem

 

  • Kräuter wie Schnittlauch, Basilikum, Petersilie, Thymian und Oregano
  • Naschgemüse wie Tomaten, Radieschen und Gurken
  • Kleinwachsende Beerenobstsorten wie Heidelbeeren und Erdbeeren
  • Als Sichtschutz geeignete Pflanzen wie Portugiesischer Kirschlorbeer oder Glanzmispel
  • Kleine Balkonblumen wie Geranien oder Petunien

 

Frisch gekaufte Erde ist in der Regel bereits vorgedüngt. Der Dünger hält für bis zu 6 Monate, erst danach muss selbst nachgeholfen werden.

Unser Garten-Tipp

 

Die passende Balkonausrichtung

Jedoch sollte bei der Wahl der Pflanzen die Balkonausrichtung bedacht werden. Viele Obst- und Gemüsesorten mögen es sonnig, weswegen ein Südbalkon optimal ist. Hier muss allerdings auch mit einem hohen Wasserbedarf gerechnet werden. Ideal für das Gärtnern am Südbalkon sind Pflanzen mit mediterranem Ursprung, wie beispielsweise Tomaten, Zucchini und Rosmarin.

Besonders schattige Balkone (z. B. direkt gegenüber eines anderen Gebäudes) sollten dagegen auf Pflanzenarten mit wenig Lichtbedarf setzen. Hier sind Eiben, Brombeeren, Preiselbeeren, Efeu und Kirschlorbeer sehr empfehlenswert.

 

Doch selbst am kühlen Nordbalkon gedeihen die passenden Pflanzen. Schatten- und feuchtigkeitsliebende Kräuter- und Gemüsesorten wie Salat, Schnittlauch und Kohlgewächse fühlen sich bei etwas mehr Schatten wohl. Am Ost- und Westbalkon gedeihen dagegen fast alle Arten, da sie hier eine ausgewogene Mischung aus Sonne und Schatten erhalten. Bei typisch mediterranen Gemüsesorten muss allerdings mit kleinen Abstrichen im Geschmack gerechnet werden, da Wärme und Sonnenlicht den Geschmack dieser Arten positiv beeinflusst.

Das ganze Jahr über frische Ernte

Regelmäßig frische Ernte vom eigenen Balkon ist mehr als nur ein Traum: Mit der passenden Auswahl an Pflanzenarten kann frisches Obst und Gemüse das ganze Jahr über geerntet werden.

Die Saison dafür beginnt im Frühjahr, denn die ersten, robusten Pflanzen wie Schnittlauch, Salat, und Kohlrabi können bereits im Februar oder März angepflanzt und mehrere Wochen später geerntet werden. Wann genau das Einpflanzen stattfinden sollte, ist unter anderem von der Klimazone abhängig. In Wien, Eisenstadt oder Graz beginnt die Saison bis zu einen Monat früher als in mittel- und westösterreichischen Städten wie Innsbruck, Salzburg, Klagenfurt oder Linz.

Ab April können dann bereits Kräuter, wie zum Beispiel Rosmarin und Thymian, eingesetzt werden. Frühestens im Mai dann auch empfindliche und wärmeliebende Pflanzen wie Basilikum, Tomaten, Zucchini und Gurken sowie Obstgehölze wie kleine Pflaumen- und Marillenbäume.

Um selbst im Winter knackiges Gemüse aus Eigenanbau zu ernten, sind dagegen kältebeständige Gemüsepflanzen, wie Winter-Kopfsalat, Karotten und Rote Bete, gefragt. Sie werden im Spätsommer oder Herbst gepflanzt und im Winter geerntet. So wird der Balkon rund um das Jahr zum Vitaminlieferanten!

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