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DER JAHRGANG 2016 FORDERTE DIE WINZER HERAUS

 

Der Vegetationsverlauf des vergangenen Weinjahres hat den heimischen Weinbauern viel abverlangt. Versöhnlich stimmte aber der trockene, sonnige Herbst. Von Petra Bader

Der Mensch kann die Natur nur in gewissem Maße beeinflussen – das sieht man am schwierigen Vegetationsjahr 2016 mehr als deutlich. Aufgrund der Frostereignisse in der letzten Aprilwoche und der Auswirkungen regionaler Hagelschäden im Juli mussten die Winzer enorme Mengeneinbußen in Kauf nehmen. Die Steiermark und Teile des Burgenlandes bekamen die wohl kleinste Ernte seit einem halben Jahrhundert. Durch den schönen, trockenen September und Oktober ist die Qualität dafür aber durchwegs sehr hoch anzusiedeln.

Zufrieden mit der Qualität


Im Burgenland war die Situation im Süden rund um den Eisenberg, aber auch im Seewinkel bei Apetlon, besonders schwierig. Hannes Reeh, Winzer in Andau, spricht von einem Ausfall von etwa der Hälfte im Vergleich zu einer durchschnittlichen Ernte. Vor allem den Zweigelt, die wichtigste Rotweinsorte im Betrieb, habe es getroffen. Mit der Qualität sei er aber sehr zufrieden. „Wir haben nicht viel, aber dafür sehr Gutes im Keller. Die Weißweine strahlen, sind frisch und weniger füllig als im kraftvolleren Jahr 2015. Die Roten zeigen eine tiefdunkle Farbe und sehr gute Tannine. Ich bin echt begeistert von ihrer Eleganz“, sagt Reeh.

Die Pflege macht sich bezahlt


In Niederösterreich sind die Winzer mit der Ausbeute hingegen zufrieden. Hier ist man im Vergleich mit den burgenländischen und steirischen Kollegen ziemlich glimpflich davongekommen. Im Durchschnitt fehlte etwa ein Drittel der Menge eines „normalen“ Jahres. Dafür haben die Trauben eine schöne physiologische Reife erreicht, und die Aromatik ist ideal. Andreas Wickhoff vom Weingut Bründlmayer in Langenlois sagt: „Wenn wir die Jungweine verkosten, erleben wir 2016 als einen von frischer Säure und Lebendigkeit geprägten Jahrgang. Die Veltliner und Rieslinge sind schon früh zugänglich. Sie bieten viel Typizität und vergnüglichen Genuss.“ Im Vorjahr wurde der komplette Betrieb auf organisch-biologische Bewirtschaftung umgestellt. „Alle Mitarbeiter waren gefordert. Die aufgrund der Bedingungen intensive Pflege der Reben machte sich aber sehr bezahlt“, so Wickhoff weiter.

Echte Trinkfreude


In Wien ist man über das Weinjahr wohl als einziges heimisches Gebiet ausnahmslos froh. Die spezielle Thermik der Großstadt hat die Weingärten vor Frostschäden bewahrt. Lediglich am Bisamberg waren kleine Flächen betroffen. 2016 ist ein sehr typischer Wiener Jahrgang, der von Frische, Fruchtigkeit und perfektem Rebsortenausdruck geprägt ist. Thomas Podsednik vom Weingut Cobenzl: „Wir sind sehr glücklich mit den Weinen. Vor allem der Gemischte Satz macht große Freude. Aber auch alle anderen sind von einer wirklich schönen, animierenden Frucht getragen. Das bringt echte Trinkfreude.“

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