Argentinien

Argentinien

Weine aus dem Andenland.


Die rauen Felsformationen der Anden gehen teilweise direkt in perfekt gepflanzte Weinberge über. In Argentinien werden Weine vor allem im westlichen Teil unmittelbar an den Ausläufern der Anden rund um Mendoza und San Juan angebaut. Die Höhe der Weingärten und die Nähe der großen Gebirgskette mildert die Hitze und sorgt für große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Mit ausgeklügelten Bewässerungssystemen, die auf die Inkas zurückzuführen sind, wurde das Land für Weinbau urbar gemacht.

Rebfläche: 230 000 ha
Weinproduktion/Jahr: 13,4 Mio. hl

Siedler aus Italien, Spanien und der Schweiz legten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den Grundstein der argentinischen Weinproduktion. Heute ist Argentinien eines der größten Weinländer der Welt und überzeugt mit hochqualitativen Rot- und Weißweinen mit tollem Preis-Genuss-Verhältnis. Das Aushängeschild ist Malbec, eine Rebsorte aus Frankreich, die am anderen Ende der Welt ihre Wahlheimat gefunden zu haben scheint. Sie ergibt unter den extremen klimatischen Bedingungen einzigartige Weine, die zu den besten des Landes gehören. Die gehaltvollen, kräftigen und ungemein aromatischen Malbec-Weine schmecken perfekt zu rosa gebratenen Rindersteaks. In der argentinischen Küche ist Wein ein ganz selbstverständlicher Begleiter.

Die Rotweinspezialitäten von Weingütern wie Clos de los Siete, Cheval des Andes oder Santa Ana dürfen in keinem gut gefüllten Weinkeller fehlen.

Qualitätsstufen


Ein ausgefeiltes Qualitätsstufensystem wie man es aus Europa kennt, gibt es in in Argentinien noch nicht. Man unterscheidet in Argentinien sehr generell zwischen

Vinos Communes aus weniger hochwertigen Rebsorten wie Criolla oder Cereza
Vinos finos aus Qualitäts- und Edelsorten wie Cabernet Sauvignon, Malbec oder Chardonnay.

In den 90ern wurde ein an die europäischen Vorbilder angelehntes, herkunftsbezogenes Klassifikationssystem eingeführt. Dieses DOC (Denominación de Origen Controlada) – System legt bestimmte eng umschriebene Herkunftsbereiche fest, in denen auch Hektarhöchsterträge und Rebsorten vorgegeben sind. Alle Bemühungen und Entwicklungen in den Qualitätsbestrebungen und deren Klassifikation gehen in diese Richtung.

Malbec

Die dunklen, fast violett-schwarzen Rotweine aus der Rebsorte Malbec sind die Superstars in der argentinischen Weinliga. Die besten Sortenvertreter kommen aus Mendoza, von wo aus sie ihren Siegeszug um die Weinwelt angetreten haben. Malbec wird wegen seiner fruchtigen Würze und seinem intensiven Aromenbild geschätzt. Die besten Malbec duften nach Schokolade, Beerenmarmelade, süßem Tabak und schwarzen Kirschen. Am Gaumen sind sie ebenso aromatisch, intensiv, ausgewogen und dicht.

Salta, Jujuy und Catamarca

Die in der nordwestlichsten Ecke Argentiniens gelegenen Weinbauregionen werden unter der Großregion “Noroeste” zusammengefasst. Dort wird Weinbau in Höhen bis zu 3000 Meter betrieben! Die besten Weine werden in Salta aus der heimischen Traube Torrontés Riojano produziert. Der Weißwein ist in Argentinien sehr beliebt und konnte mit seinen intensiven Aromen nach Muskat und weißen Blüten sowie seiner Frische schon so manchen internationalen Gaumen überzeugen. Weitere Rebsorten, die in Noroeste wachsen und gedeihen sind Cabernet Sauvignon, Chardonnay und Chenin Blanc.

Bonarda

Die Rebsorte ist eine Spezialität in Argentinien, dessen Herkunft gilt jedoch als umstritten. Vermutet wird, dass sie von italienischen Einwanderern aus dem Piemont mitgebracht wurde oder eine Variante der kalifornischen Charbono ist. So oder so, die Traube bringt besonders weiche und fruchtige Rotweine hervor.

Clos de los Siete

Der “Weinberg der Sieben” ist ein weltweit einmaliges Projekt, bei dem sich sieben Weinliebhaber zusammengetan haben, um sich einen Weinberg im Uco-Tal zu teilen. Auf diesem Weinberg stellt jeder der Miteigentümer - darunter der Besitzer des Chateau Le Gay oder Michel Rolland - seinen persönlichen sowie einen gemeinsamen Wein her. Dieser Clos de los Siete ist mit seiner Kraft, Würze, dem Malbec-Charakter und seiner Länge ganz zu Recht weltberühmt.

Torrontés Riojano

Der Weißwein Torrontés Riojano ist in Argentinien sehr im Trend und auch gleich die bedeutendste weiße Rebsorte des Landes. Die Weine erinnern in ihrer Charakteristik unserem Muskateller, sind frisch, bestechen mit ihrem intensiven Muskataroma und ihrer spritzigen Säure.

Mendoza

Mendoza ist die unangefochtene Weinhauptstadt Argentiniens. In der gleichnamigen Region werden fast alle der exportierten Weinflaschen und immerhin 70% des gesamten argentinischen Weins produziert. Die Region ist eine einzige große Steppe, fast wüstenhaft und in der Ferne ragt mit den Anden eine der spektakulärsten Gebirgsregionen der Erde in die Höhe. Oasenhaft liegt die Provinzhauptstadt Mendoza im geografischen Zentrum. Das Schmelzwasser der Anden ist wohl der einzige Grund, warum hier überhaupt etwas wächst und sich Menschen niedergelassen haben. Die Hauptrebsorte in Mendoza ist Malbec. Sie trifft dort auf ideale Bedingungen und bringt nach dem Ausbau in kleinen Holzfässern langlebige, dichte, intensive und kräftige Premium-Weine hervor.Einige der besten Cabernet Sauvignons des Landes werden in dem kühlen Maipú-Tal angebaut und gekeltert.

San Juan

Die zweitgrößte Weinregion Argentiniens liegt rund drei Autostunden nördlich von Mendoza und ist bekannt für seine sehr schweren und alkoholreichen Weine. Fast ein Viertel der Fläche wird in dieser Region für den Anbau von Torrontés Sanjuanino, Bonarda sowie den ertragsreichen Rebsorten Criolla Grande oder Cereza verwendet. Die meisten der in San Juan produzierten Weine finden aber nicht den Weg über die Landesgrenzen hinaus, sondern werden gerne von den Argentiniern selbst getrunken.

Regionen und Rebsorten

  • Malbec
  • Salta, Jujuy und Catamarca
  • Bonarda
  • Clos de los Siete
  • Torrontés Riojano
  • Mendoza
  • San Juan