Frankreich

Frankreich

La Grande Nation du Vin.

Ohne jeden Zweifel ist Frankreich, was die Bedeutung seiner Weinwirtschaft und seinen Einfluss auf die übrige Weinwelt betrifft, das wichtigste Wein-produzierende Land dieser Erde. Zwar waren es die Griechen, die hier die ersten Reben pflanzten und den Römern ist es zu verdanken, dass sich der Weinbau über ganz Gallien ausbreitete, doch es war die Pionierarbeit, die in Frankreich in Bezug auf Weinanbau und -ausbau geleistet wurde, die seine heutige Spitzenstellung als Weinbaunation begründet. Allen voran die Mönche der mittelalterlichen Klöster, zu deren Besitz damals renommierte Weinberglagen im ganzen Land zählten, widmeten sich ausführlich der systematischen Verbesserung der Weinproduktion. Schon damals führte man Buch, forschte und kontrollierte den Weinbau.

Rebfläche: 70 000 ha
Weinproduktion/Jahr: 48 Mio hl

Die französischen Winzer beschäftigen sich seit jeher eingehend mit dem Kulturgut Wein. Der riesige Erfahrungsschatz, den man sich im Laufe von über 2000 Jahren Weinbautradition aneignete, gepaart mit den günstigen klimatischen und topographischen Voraussetzungen, über die das Land verfügt, bilden die Grundlage für die Entstehung der vielfältigen, großartigen Weine aus Frankreich, die überall auf der Welt Maßstäbe setzen.
Nicht umsonst werden die großen Crus zu Spitzenpreisen gehandelt aber es gibt auch für etwas schmälere Brieftaschen jede Menge großer Weine zu entdecken.

Qualitätsstufen des französischen Weines


Französische Weine werden in vier Kategorien aufgeteilt:

Vin de Table (Tafelweine)
Hierbei handelt es sich zum Großteil um Massenweine von bescheidener Qualität, die zu Billigpreisen auf den Markt gelangen. Auf dem Etikett darf weder Herkunft, Rebsorte noch Jahrgang genannt werden.
Vin de Pays (Landwein)
Für die Landweine gelten bestimmte Vorgaben bezüglich Herkunftsregion, Maximalertrag, Rebsorten und Mindestalkoholgehalt, die jedoch wesentlich flexibler und weiter gefasst sind als bei den AC-Weinen. Auf dem Etikett wird stets die Herkunftsregion genannt.
VDQS – Vins Délimités de Qualité Superieure
Diese Qualitätsstufe gilt als Zwischenkategorie für diejenigen Regionen, die von der Vin de Pays -Klassifikation in die AC-Stufe aufgenommen werden wollen. Die Vorschriften ähneln denen der AC-Weine, sind aber in der Regel nicht ganz so restriktiv, was die Maximalerträge und die Rebsortenwahl betrifft.
AC bzw. AOC – Appellation d´Origine Controlée
Die höchste Qualitätsstufe legt das Herkunftsgebiet, zugelassenen Rebsorten, Weinbauverfahren, Maximalerträge, Vinifikationsmethoden sowie den Mindestalkoholgehalt fest. Innerhalb der AC-Klassen gibt es weitere Bezeichnungen und Rangstufen, die je nach Region variieren. Insbesondere die traditionell gewachsenen Klassifizierungssysteme von Bordeaux und Burgund, wo die Weine in unterschiedliche Cru-Stufen eingeteilt werden, sind sehr komplex und können für den Verbraucher oft unübersichtlich wirken.

Elsass

Anders als in den meisten Gebieten Frankreichs werden im Elsass fast alle Weine sortenrein gekeltert. Die wichtigsten Rebsorten sind hier Riesling, Muscat d´Alsace, Gewürztraminer und Pinot Gris. Der Name der verwendeten Traubensorte wird meist auch auf den Etiketten angegeben, was sonst in Frankreich nicht üblich ist. Der Einfluss Deutschlands, dem das Elsass im Lauf der Geschichte immer wieder politisch zugehörte, spiegelt sich hier wieder. Auch die Namen einiger bekannter Grand Cru - Lagen wie Kaefferkopf, Schlossberg oder Zotzenberg lassen die engen Verbindungen zum Nachbarland erkennen. Doch die Elsässer Weine zeichnen sich durch eine ganz eigene Stilistik aus. In jüngster Zeit hat sich das Elsass besonders durch sein Engagement im biologischen Weinbau hervorgetan und erfüllt eine Vorbildfunktion in diesem Bereich für andere Weinbauregionen Europas.

Burgund

Aus den Rebsorten Chardonnay und Pinot Noir entstehen hier die mitunter teuersten und renommiertesten Weine der Welt. Insbesondere die südlich ausgerichteten Hänge der Côte d´Or mit ihren kalkhaltigen Böden sind ideal geeignet für die Kultivierung der beiden Rebsorten. Die Weinberge sind im Burgund in kleinste Parzellen aufgeteilt, was noch auf das napoleonische Erbrecht zurückzuführen ist. Diese Tatsache sowie das recht komplizierte System der Qualitätsstufen im Burgund führen dazu, dass sich die Namensgebung der Weine für den Verbraucher manchmal sehr verwirrend darstellen kann. Ein typischer Pinot-Noir-Burgunder zeigt in seiner Jugend Aromen von roten Früchten, die sich mit fortschreitender Reife in vegetabile, würzige Noten verwandeln, die an Waldboden oder Wild erinnern können. Der klassische weiße Burgunder hoher Qualität ist ein schwerer, reifer, cremig-buttriger Wein, der in Barrique-Fässern gereift ist. Im Chablis hingegen, einer Enklave im Norden des Burgund, wird ein ganz anderer Weinstil aus Chardonnay gekeltert. Hier entstehen schlanke, stahlige Weine mit einer betonten Säure. Ganz im Süden der Region befindet sich das Beaujolais. Die meistangebaute Rebsorte ist hier der Gamay, der vorrangig leichte, fruchtige, jung zu genießende Rotweine ergibt.

Bordeaux

Die französische Hafenstadt an der Garonne nahe dem Mündungsgebiet der Gironde ist Namensgeber der weltberühmten Weinregion. Hier gedeihen die Reben für die berühmtesten und begehrtesten Weine der Welt. Im Bordeaux, auch Bordelais genannt, werden fast alle Weine aus einem Verschnitt (frz.: Assemblage) verschiedener Traubensorten erzeugt.
Die Rotweine, die am so genannten "Linken Ufer", also westlich und südlich von Gironde und Garonne, entstehen, werden von Cabernet Sauvignon dominiert. Dieser ergibt hochwertige, druckvolle und tanninstarke Weine mit Aromen von Cassis und dunklen Beeren. Er wird je nach Subregion und Gusto des Winzers in unterschiedlichen Anteilen mit Cabernet Franc und Merlot verschnitten. Letzterer ergibt körperreiche, geschmeidige Weine und rundet so den Cabernet Sauvignon ab. Die wichtigsten regionalen AC-Bereiche für diesen Weinstil sind das Médoc, Haut-Médoc und Graves sowie die kommunalen ACs Saint-Estèphe, Pauillac, Saint-Julien, Margaux und Pessac-Leognan.
Am "Rechten Ufer", östlich der Gironde und nördlich der Dordogne spielt der Merlot die Hauptrolle. Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc verleihen ihm im Verschnitt etwas mehr Rückgrat, indem sie ihn in Farbe, Frucht und Tannin verstärken. Die berühmtesten Anbauzonen heißen hier Pomerol und St. Emilion.
Aus dem Bordelais stammen auch einige der weltbesten Süßweine. Die berühmten Sauternes-Weine werden aus edelfaulem Traubenmaterial der Rebsorten Sémillon sowie Sauvignon Blanc gewonnen. Auch die meisten trockenen Weißweine aus Bordeaux entstehen aus einem Verschnitt dieser beiden Rebsorten.

Rhône

Das Gebiet wird in zwei Teilbereiche gegliedert, die nördliche und die südliche Rhône.
Obwohl aus dem Norden nur etwa 5% der gesamten Produktion der Region stammen, entstehen hier doch die meisten Weine mit dem höchsten Renommee. Hier stellt der Syrah die vorherrschende Traubensorte dar. Aus ihr werden dunkle, tanninhaltige Weine mit langem Lagerpotenzial gewonnen, die Aromen nach dunklen Beerenfrüchten sowie würzige, pfeffrige Komponenten aufweisen. In der prestigeträchtigen Region Côte Rôtie sowie in Cornas werden die Weine zu 100% aus dieser Traubensorte gekeltert. Bei St.-Joseph-, Hermitage- und Crozes-Hermitage -Weinen können zudem die Weißweinrebsorten Marsanne und Roussanne beigemengt werden. Aus der kleinen AC Condrieu stammt ein trockener Weißwein aus 100% Viognier.
An der südlichen Rhône ändert sich das Klima von kontinental zu mediterran und das Tal wird breiter. Die meistangebaute Rebsorte ist hier Grenache. Diese rote Traube ergibt alkoholstarke Weine, die jedoch meist relativ wenig Farbe und Tannin aufweisen. Um ihr mehr Rückgrat zu verleihen wird sie in der Regel mit verschiedenen weiteren Rebsorten verschnitten. Vorrangig handelt es sich dabei um Syrah, Mourvèdre und Cinsaut. Der wohl bekannteste Wein der südlichen Rhône ist der Chateauneuf-du-Pape. Auch er entsteht zum Großteil aus Grenache, teils im Verschnitt mit bis zu 12 weiteren in der Region zugelassenen Rebsorten.

Loire

In den Weinbauzentren entlang der Loire herrschen sehr unterschiedliche klimatische und geologische Voraussetzungen für den Weinbau vor und so entsteht hier auch eine Fülle an unterschiedlichen Weinstilen und -qualitäten. Die bekanntesten Weine stammen wohl aus den Gebieten Puilly-Fumé und Sancerre an der oberen Loire. Die Sauvignon Blanc -Weine mit Vorbildfunktion weisen hier die typischen Aromen nach Stachelbeere sowie mineralische, rauchige Noten auf.
Weiter westwärts in Touraine und Anjou-Saumur wird Chenin Blanc in allen erdenklichen Stilen ausgebaut: von trocken über süß bis edelfaul, still oder perlend.

Champagne

Auf den Kreideböden des im Nordosten Frankreichs gelegenen Anbaugebietes wachsen vorrangig drei Rebsorten: Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier. Aus diesen drei Sorten wird der begehrteste Schaumwein der Welt erstellt. Man sagt, Pinot Noir steuere die Tiefe und die Struktur, Chardonnay die Frucht und Eleganz des Champagners bei und Pinot Meunier (Schwarzriesling) sorge für die Fülle. Der Rebsorten-Mix ist aber kein Muss. Weitere Varianten sind der "Blanc de Blancs", der ausschließlich aus Chardonnay hergestellt wird und der "Blanc de Noirs", für dessen Produktion nur die beiden roten Sorten herangezogen werden.

Südfrankreich

Die Weinberge des so genannten "Midi" ziehen sich entlang der französischen Mittelmeerküste von Italien im Osten bis an die Grenze Spaniens im Westen.
Man unterscheidet die drei großen Regionen Provence, Languedoc und Roussillon, wobei letztere beiden meist zu einer Region zusammengefasst werden.
Der Schwerpunkt der Weinproduktion der Provence liegt bei Roséweinen, die zumeist aus den Rebsorten Grenache, Cinsaut und Mourvédre gekeltert werden. Im Languedoc-Roussillon setz man auf kräftige, körperreiche und sehr würzige Weinen, die in der Regel aus einem Rebsorten-Mix aus Carignan, Grenache, Syrah und Mourvèdre produziert werden. Die bekanntesten AC-Regionen heißen Corbières, Minervois und Fitou.

Regionen & Rebsorten

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  • Loire
  • Champagne
  • Südfrankreich