Spanien

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Noch ein Glas, por favor!

Wo soll man in Spanien anfangen, wenn dort der Wein gar nicht mehr aufhört? Beinahe jede Region ist vom Weinbau geprägt und bringt ihre eigenen Spezialitäten hervor. Sogar in den wüstenähnlichen, extrem trockenen Zentralteilen des Landes wird dank Bewässerung und moderner Technik Wein gekeltert. Rund 150.000 Winzer und Weingüter kümmern sich um die Reben des Landes. Dank einer jahrhundertealten Tradition aber auch massiven Investitionen in neue Technologien ist Spanien eines der bedeutendsten Weinländer der Welt.

Rebfläche: 1,1 Mio ha
Weinproduktion/Jahr: 37 Mio hl

Rund die Hälfte der Rebfläche ist mit Weißwein bepflanzt, bekannt ist Spanien jedoch vor allem für seine charaktervollen, fruchtigen Rotweine. In den bekanntesten Anbauregionen Rioja, Ribera del Duero, Priorat oder Bierzo werden herrlich fruchtig-würzige Rotweine im großen Stil gekeltert. Über 250 Rebsorten sorgen für Abwechslung im Glas. Die Auswahl an Stilen, Sorten und Qualitäten ist nicht enden wollend. Das Weinland lockt zudem Besucher mit modernen, spektakulären Weinbauten und traditioneller Gastfreundschaft in die Weingebiete. Mit Cava hat man einen frischen, aromatischen Schaumwein und mit Sherry eine weitere einzigartige Weinspezialität im Programm.

Dank seiner vielfältigen Regionen mit ganz unterschiedlichen klimatischen Bedingungen, der Mischung aus einheimischen und internationalen Rebsorten sowie der Kontraste zwischen traditionellen und modernen Weinbereitungsverfahren zählt Spanien momentan zu einer der dynamischsten und spannendsten Weinbauregionen der Welt.

Qualitätsstufen spanischer Weine

Vino de Mesa (VdM) & Vino de la Tierra (VdlT)
Die Vino de Mesa (Tafelweine) bilden die unterste Stufe der spanischen Qualitätspyramide. Zu den Vino de la Tierra (Landweinen) zählen diejenigen Weine, die aus bestimmten, meist aber sehr umfassenden Gebieten stammen.
Vinos de Calidad con Indicación Geográfica (VCIG)
Die erste und einfachste Stufe der Qualitätsweine wurde 2003 mit der Erneuerung des Weinrechts eingeführt und ist die Vorstufe zu den DO-Weinen.
Denominación de Orígen (DO)
Die geschützte Ursprungsbezeichnung ordnet die Weine bestimmten Herkunftsgebieten zu. Jeder Bereich verfügt über eine Aufsichtsbehörde ("consejo regulador"), die die Einhaltung der Vorschriften bezüglich Rebsortenwahl, Ertragsbeschränkungen oder Vinifikationsmethoden überwacht.
Denominación de Orígen Calificada (DOCa)
Diese geschützte Ursprungsbezeichnung unterliegt besonders strikten Auflagen und gilt gegenwärtig nur für die beiden Regionen Rioja und Priorat.
Vino de Pago
Nur einzelne Weingüter können die höchste Klassifizierungsstufe erklimmen, wenn die strengen Qualitätsanforderungen und Bedingungen erfüllt werden. Neben der Qualität muss auch der Charakter der jeweiligen Lage widergespiegelt werden. Auch dürfen beispielsweise nur Trauben aus der unmittelbaren Umgebung des Weinguts verarbeitet werden.

La Mancha

Bei der DO La Mancha handelt es sich um das größte geschlossene Weinbaugebiet Europas. Es erstreckt sich südlich von Madrid über etwa 190 000 ha Rebfläche. Brütend heiße Sommer und bitterkalte Winter zeichnen das Klima der Region aus. Hier wächst allen voran die weiße Rebsorte Airén, die meistangebaute Rebsorte der Welt.
Das Gebiet galt früher als reine Massenweinbauregion. Nach und nach finden sich jedoch immer mehr Weine, die durch gute Qualität und ein tolles Preis-/Genuss-Verhältnis überzeugen.

Lange Zeit stand die DO Navarra im Schatten der benachbarten Region Rioja. In den 90er Jahren erfuhren hier jedoch insbesondere die Rotweine einen enormen Qualitätsschub und so konnte sich die Region mittlerweile ihre Eigenständigkeit und einen sehr guten Ruf erarbeiten. Heute entstehen hier international anerkannte, kräftige Rotweine aus Tempranillo und internationalen Rebsorten.

Galizien

Die an der Atlantikküste im Nordwesten des Landes gelegene Weinbauregion verfügt sowohl über zahlreiche Sonnenstunden als auch über ausreichend Niederschläge pro Jahr. Die wichtigste und auch bekannteste Anbauzone Galiziens heißt Rías Baixas. Hier gedeiht die Albariño-Traube, die Weine mit einem kräftigen Alkohol- und Säuregehalt sowie großer Geschmacksfülle erbringt.

Levante

In der Levante herrschen größtenteils sehr extreme, heiße klimatische Bedingungen vor. Trotzdem beweisen hier mittlerweile viele Winzer ihr Können und erzeugen interessante Weine aus heimischen Sorten wie beispielsweise Bobal oder Monastrell.

Rioja

Hier entstehen einige der höchst klassifizierten Weine der Welt. Die DO Rioja gliedert sich in 3 Teilbereiche: Rioja Alta, Rioja Alavesa (Baskenland) sowie Rioja Baja. In den ersten beiden Regionen wächst vornehmlich die einheimische Tempranillo-Traube. In Rioja Baja hingegen wird vor allem Garnacha kultiviert. Rioja-Weine setzen sich heutzutage meist hauptsächlich aus diesen beiden Rebsorten in unterschiedlichen Mengenverhältnissen zusammen. Tempranillo verleiht den Weinen Struktur während Garnacha für mehr Körper und Fülle sorgt.

Andalusien

Aus Andalusien stammen die beiden Exporterfolge Málaga und Sherry. Bei Málaga handelt es sich um einen süßen, an Rosinen erinnernden, alkoholangereicherten Dessertwein.
Sherry gelangt in unterschiedlichen Stilen und Süße-Graden auf den Markt. Der aus den Rebsorten Palomino oder Pedro Ximenez gekelterte Wein erlangt seine einzigartigen, charakteristischen Aromen durch eine Hefeschicht ("flor"), die sich während seiner Lagerung in Holzfässern auf dem Wein bildet.

Katalonien

Die Heimat des Weinbau-Pioniers Miguel Torres gilt als eine der dynamischsten Regionen Spaniens überhaupt. Hier wurden die ersten Anpflanzversuche mit internationalen Rebsorten gestartet. Heute existiert in Katalonien eine reizvolle Koexistenz von Tradition und Moderne. Besonders hervorgetan hat sich in den letzten Jahren die DO Priorat. Auf mageren, felsigen Steilterrassen mit Böden aus Schiefergestein und Quarz wachsen hier uralte Grenache-Rebstöcke, aus denen einige der besten Weine Spaniens entstehen. Auch der nach der traditionellen Methode hergestellte Schaumwein Cava stammt aus Katalonien.

Castilla y León

Das berühmteste Gebiet der autonomen Region Castilla y León ist die DO Ribera del Duero, die seit einiger Zeit das traditionsreiche Weinbaugebiet Rioja als führendes Rotweingebiet des Landes herausfordert. An den Ufern des Duero herrschen optimale Bedingungen für das Rebenwachstum. Bei den meisten Weinen, die hier entstehen, handelt es sich um konzentrierte, intensive Rotweine aus der Rebsorte Tempranillo. Die DO Bierzo an der Grenze zu Galizien ist mit ihren modernen Weinen das derzeit spannendste Anbaugebiet im Nordwesten Spaniens.

Regionen & Rebsorten in Spanien

  • La Mancha
  • Navarra
  • Galizien
  • Levante
  • Rioja
  • Andalusien
  • Katalonien
  • Castilla y León