USA

USA

United States of Wine.

Den Wein, den die ersten europäischen Siedler Mitte des 16. Jahrhunderts mit nach Amerika brachten, war bald ausgetrunken. Also entwickelte sich rasch der Wunsch, eigenen Wein im Land der unbegrenzten Möglichkeiten anzubauen. Doch die wilden Reben, die vor Ort wuchsen, eigneten sich nicht für die Weinproduktion. Aus der vitis labrusca, wie sich die einheimische Rebengattung nennt, lässt sich nur Wein keltern, der einen unangenehmen Fuchston aufweist. So wurden Rebstöcke aus Europa importiert. Doch trotz langjähriger, intensiver Bemühungen gelang es nicht, diese in Amerika zu kultivieren. Die Ursache hierfür blieb über 200 Jahre ungeklärt.

Rebfläche: 420 000 ha
Weinproduktion/Jahr: 25 Mio hl

Der Grund war ungefähr einen Millimeter groß, hatte 6 Beine und hieß Reblaus. Die kam nämlich in den amerikanischen Böden vor und attackierte die sensiblen europäischen Weinreben. Erst Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich der Weinbau dann vor allem in Kalifornien rasant und erlangte mit dem Goldrausch Mitte des 19. Jahrhunderts eine erste Blütezeit. Heut stellte der Weinbau in den USA einen florierenden Industriezweig mit spannenden Produkten dar. Aktuell stammen etwa 95% der Exportweine der USA aus Kalifornien. Der Rest der Weine wird zum großen Teil in den Bundesstaaten Oregon, Washington und New York angebaut.

Qualitätsstufen des nordamerikanischen Weines

Das Alcohol and Tobacco Tax and Trade Bureau ist zuständig für die rechtlichen Belange des amerikanischen Weinbaus. In den 70ern wurde das Land in Appellationen eingeteilt (AVA - American Viticultural Area), die sich aber ziemliche rudimentär gestalten. Die meisten der AVAs gibt es in Kalifornien. Wird eine Appellation am Etikett angegeben, müssen 85% der Trauben, die zur Produktion eines Weins verwendet werden, auch aus diesem Bereich stammen müssen. Bei der Rebsorte sind es 75%, beim Jahrgang 95%. Wie auch in vielen anderen Weinbauländern der Neuen Welt, gibt es keine Bestimmungen hinsichtlich der Wahl der Rebsorten, der An- und Ausbautechniken des Weins oder der maximalen Ertragsmengen.

New York

Im Bundesstaat New York werden zwar jede Menge Trauben angebaut, nur ein Drittel wird allerdings zu Wein verarbeitet. Aus dem Rest entstehen Traubensaft oder Tafeltrauben. Ein Großteil der angebauten Rebsorten entfällt hier immer noch auf die so genannten Hybriden. Aus diesen Kreuzungen aus europäischen und amerikanischen Rebengattungen können jedoch keine sehr hochwertigen Weine gekeltert werden.

Oregon

Oregon gilt unter Weinfans als Geheimtipp für Pinot Noir. Die Rebsorte gilt als Spezialität der Region und ergibt hier hervorragende Qualitäten. Insbesondere auf den "Red Hills of Dundee", einem berühmten rötlichen, eisen- und tonhaltigen Boden im Westen des Willamette Valleys, gedeiht die Sorte besonders gut. Vorrangig viele kleine Weinbaubetriebe achten hier auf höchste Qualität.

Washington

Aufgrund des Pazifikeinflusses gestaltet sich das Klima im Westen von Washington recht mild und feucht. In der hier gelegenen kleinen Region Pudget Sound werden vor allem weiße Rebsorten wie Chardonnay und Riesling angebaut. Im Osten der Region herrschen allerdings fast wüstenähnliche Bedingungen vor. Hier liegt das Hauptanbaugebiet Columbia Valley, wo mit Hilfe von künstlicher Bewässerung gearbeitet wird.

Kalifornien

Napa Valley
Dank der Nähe zu San Francisco sowie ihrer beeindruckenden Naturschönheit lockte die wohl berühmteste Weinbauregion der USA viele Investoren an. Sie bietet erstklassige Lagen für die Kultivierung von Cabernet Sauvignon und gilt als dessen kongeniale Heimat. Neben Cabernet-Sauvignon-Weinen mit Kultstatus wie der legendäre Opus One entstehen hier aber auch hervorragende Chardonnays, Zinfandel, Syrahs und Merlots.

Sonoma County
So wie nahezu überall in Kalifornien wird hier der Zinfandel, kurz "Zin", kultiviert. Diese rote Traube stellt heute die meistangebaute Rebsorte Kaliforniens dar. Von Fans der Rebsorte wurde sogar ein eigenes Zinfandel-Aromarad entwickelt, das die riesige Palette an Aromaausprägungen dokumentiert, die in Zinfandel-Weinen "erschnuppert" werden können. Die besten Qualitäten ergeben vielschichtige Weine mit opulenten Fruchtaromen nach roten Beeren und Rhabarber sowie einer sanften Tanninstruktur.

Los Carneros
Der Weinbaubereich am südlichen Ende von Napa und Sonoma ist dank der Winde, die hier vom Pazifik vordringen, relativ kühl. In diesem Klima entstehen eindrucksvolle Pinot Noirs und Chardonnays, aus denen unter anderem sehr gute Schaumweine nach der traditionellen Champagner-Methode vinifiziert werden.

Mendocino County
Die klimatisch sehr abwechslungsreiche Region bietet gute Wachstumsbedingungen für vielerlei Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Sauvignon Blanc, Zinfandel oder Petit Syrah. Das Anderson Valley ist insbesondere berühmt für seine Weißweine aus Gewürztraminer, Riesling und Chardonnay. Von hier stammen auch einige der besten Schaumweine des Landes.

Central Coast
Das riesige Gebiet, das sich von San Francisco im Norden bis nach Santa Barbara im Süden erstreckt, beherbergt viele unterschiedliche Subbereiche: Das östlich der San Francisco Bay gelegene Livermore Valley ist vor allem durch seine Weißweine aus der Rebsorte Sauvignon Blanc berühmt geworden. In den Santa Cruz Mountains südwestlich des Silicon Valleys befinden sich einige der berühmtesten Kellereien Kaliforniens.

Central Valley
Das Central Valley ist die produktivste Weinregion des Sonnenstaates. Rund 80% der gesamten kalifornischen Weine werden hier erzeugt. Die größten Produzenten haben im Central Valley ihr Hauptquartier. Im Delta des Sacramento River im Norden des Central Valley liegen die Bereiche Lodi und Clarksburg. Hier ist das Klima kühler, so dass hier auch hochwertige Weine entstehen können.

Sierra Foothills
Die Weinberge dieser Region liegen an den Ausläufern der Sierra Nevada. Als Spezialität gelten Weine aus der Rebsorte Zinfandel, die teilweise aus Trauben gekeltert werden, die an uralten Rebstöcken, die hier noch existieren, wachsen.

Regionen & Rebsorten

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