Ungarn

Ungarn

Weine aus Transdanubien.

Die Ungarn lieben ihren Wein. Quer durch alle Gesellschaftsschichten wird oft und gerne Kekfrankos, Olaszrizling oder Tokaj getrunken. Das Klima und die Böden eignen sich hervorragend für den Weinanbau und neben dem gewerblichen Anbau haben auch unzählige Hobbywinzer ihren eigenen, kleinen Weingarten, den sie für den Eigenbedarf mit viel Liebe und Hingabe bewirtschaften. Bereits die Römer legten hier, als das Land zur Provinz Pannonien gehörte, die ersten Weinberge an. Im Laufe der Jahrhunderte gelangten immer wieder neue Eroberer ins Land und so unterlag der Weinbau einem stetigen Auf und Ab. Bereits im 13. Jahrhundert wurden beträchtliche Mengen an Wein aus Sopron und Eger exportiert, welcher weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt war.

Rebfläche: 90 000 ha
Weinproduktion/Jahr: 4,2 Mio hl

Der berühmteste Wein Ungarns, der Tokaji, wurde schon Ende des 15. Jahrhunderts urkundlich erwähnt und 1641 erließ man ein Weingesetz für dessen Produktion. Die Rebflächen für die Süßweinproduktion waren auch mit die ersten der Welt, die Anfang des 18. Jahrhunderts einer Klassifikation unterzogen wurden.
Neben den heimischen Rebsorten wird heute zunehmend auf internationale Sorten gesetzt. Eine junge Generation von ungarischen Winzern versucht jedoch mittlerweile, an alte Traditionen anzuknüpfen. Kooperationen mit Winzern und Weingütern aus anderen Weinbauländern sowie Investitionen in Technik, Kellerausstattung und Produktion lassen auf eine große Zukunft hoffen.

Qualitätsstufen


Das ungarische Qualitätssystem ist im Weingesetz (Magyar Bortörvény) festgeschrieben. unterteilt sich wie folgt:

Tafelwein (Asztali bor)
Diese Kategorie stellt die unterste Qualitätsstufe ungarischer Weine dar. Diese müssen zwischen 9 und 11% Vol. Alkohol aufweisen.
Landwein (Tajborok)
Staatlich anerkannte Rebsorten aus festgelegten Anbaugebiete machen Tafelweine zu den gehobeneren Landweinen.
Qualitätswein (Minöségi bor)
Diese Weine müssen bestimmte für Anbauregion, Rebsorte, Herstellverfahren und Jahrgang charakteristische Geschmacks- und Aromakomponenten aufweisen. Zudem ist ein Mindestalkoholgehalt von 10% Vol. vorgeschrieben.
Hochwertiger Qualitätswein (Különleges minöségir bor)
Die Weine der höchsten Qualitätsstufe entstehen aus vollreifem oder edelfaulem Traubengut. Der Mostzuckergehalt ist mit mindestens 190 g/l und der Alkoholgehalt mit mindestens 13% vol. vorgeschrieben. Als Zusatzbezeichnungen sind die Prädikate Spätlese, Auslese, Ausbruch und Trockenbeerenauslese möglich.

Transdanubien

Der westliche Teil Ungarns zwischen der österreichischen Grenze und der Donau ist ein hervorragendes Rotweingebiet. Der Einfluss des Balatons (Plattensee), des Neusiedler Sees und der Donau wirkt sich hier positiv regulierend auf das kontinentale Klima aus. Sopron bildet sozusagen die Verlängerung des österreichischen Weinbaugebietes Neusiedlersee-Hügelland. Viele österreichische Winzer besitzen hier Dependancen. Ganz im Süden von Transdanubien nahe der Grenze zu Kroatien liegt Villány. Die wichtigsten Rebsorten sind Kékfrankos, Zweigelt, Cabernet Sauvignon, Merlot und Pinot Noir.

Tokaj

Der Wein Tokaji ist nach der im Nordmassiv gelegenen Stadt Tokaj benannt (das angefügt "i" bedeutet "aus" Tokaj). Er gilt als einer der besten edelsüßen Weine der Welt.
Gekeltert wird er aus den Rebsorten Furmint und Hárslevelü, wobei erstere als qualitativ wesentlich hochwertiger gilt. Die besten Tokaji-Weine werden demzufolge zu 100% aus Furmint produziert. Edelfaule Trauben werden zu einer Paste verarbeitet, die dem Grundwein später zugefügt wird. Der Süßegrad hängt von der Menge der verwendeten Paste ab und wird traditionell in "puttonyos" gemessen. Auf den Etiketten finden sich deshalb folgende Angaben:

3 puttonyos: 60 g/l Restzucker
4 puttonyos: 90 g/l Restzucker
5 puttonyos: 120 g/l Restzucker
6 puttonyos: 150 g/l Restzucker

Tokaji-Weine reifen in der Regel 3-6 Jahre in Fässern. Sie sind meist bernsteinfarben und zeichnen sich durch eine gute Säurestruktur sowie intensive Aromen nach Aprikosen, Orangenmarmelade und Honig aus.

Das große Tiefland

Die Ebene südöstlich von Budapest umfasst mit seinen Sandböden etwa die Hälfte der ungarischen Weinbaufläche. Als man nach der Reblaus-Epidemie herausfand, dass der Schädling auf sandigen Böden nicht überlebensfähig ist, wurden hier in großem Umfang Anpflanzungen vorgenommen.

Das Nordmassiv

Die bekannteste und prestigeträchtigste Weinbauregion Ungarns beherbergt die Rebflächen, auf denen das Traubenmaterial für die weltweit berühmten Exportschlager Erlauer Stierblut und Tokaji stammen. Die Weingärten der Region Eger liegen an den Hängen des Bükk-Gebirges. Hier wachsen die Rebsorten Kékfrankos (Blaufränkisch), Kadarka, Blauburgunder, Kékmedoc, Zweigelt, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Merlot sowie Pinot Noir. All diese Traubensorten sind für die Bereitung des Erlauer Stierblut ("Bikáver") zugelassen, dürfen aber nie mehr als einen Anteil von 50% haben.

Regionen und Rebsorten

  • Transdanubien
  • Tokaj
  • Das große Tiefland
  • Das Nordmassiv