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Jahrgang 2022: Gute Aussichten auf charaktervolle Weine

2022 stellte die heimischen Winzer vor große Herausforderungen. Starke Hitze über den Sommer und fehlende Niederschläge bestimmten die Vegetation. Am Ende wurde aber doch alles gut.

Für Caroline Taferner aus dem niederösterreichischen Göttlesbrunn ist der neue Jahrgang in vielerlei Hinsicht ein besonderer. Vor allem aber, weil sie ihre Weine nach drei Jahren der Umstellung nun mit dem grünen Bio-Label etikettieren darf. „Wir haben unsere Reben schon längere Zeit ohne Fungizide und Herbizide bewirtschaftet. Bio war in der Folge nur noch ein letzter, logischer Schritt. Wir sind sehr glücklich darüber“, erzählt die Winzerin aus dem Carnuntum. Die Region ist ein Spiegelbild dessen, wie das vergangene Weinjahr verlief. Besonders fordernd war es klimatisch, wobei es minimale regionale Unterschiede gab. 2022 begann überall ziemlich trocken. Die Niederschläge aus dem Winter fehlten, um einen optimalen Start in die Vegetationsperiode zu gewährleisten. Im Frühjahr wechselten sich kühle und warme Phasen ab, der Austrieb begann relativ spät. Was aber den Vorteil hatte, dass die Gefahr von Spätfrost gleich null tendierte.

  

Ein Bilderbuch-Muskateller mit viel Trinkfluss

„Schwierig war die Trockenheit. Im Carnuntum geht es in der Regel komplett ohne Bewässerung, weil unsere Böden eine hohe Wasserspeicherfähigkeit haben. Das hat uns auch im vergangenen Jahr geholfen, aber die Junganlagen mussten doch kämpfen“, erzählt Taferner weiter. Ende August kam dann endlich der ersehnte Regen. Die Taferners begannen am 5. September mit der Weinernte. Zwei Wochen früher als in den letzten Jahren. Als erstes war der Gelbe Muskateller dran. Die Reben stammen aus einer eigenen Klonselektion. Der Wein hat seit seinem ersten Jahrgang 1999 Kultstatus in Österreich erlangt. Taferners Muskateller ist immer von einer herrlichen Leichtigkeit geprägt, wobei der Ausdruck der Rebsorte vom Bukett bis ins Finale ganz klar präsent ist. Der 2022er duftet nach Rosen- und Hollerblüten, ist lebendig und hat einen großartigen Trinkfluss.

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Kleinbeerige Trauben ergeben kraftstrotzende Rotweine

Durchaus eine Challenge war die trockene Witterung bis Ende des Sommers auch für Michael Allacher aus Gols am Neusiedlersee. Wobei er dem Umstand auch positive Aspekte abgewinnen kann. „Wir mussten nur sehr wenig Pflanzenschutz betreiben. Mehltau war so gut wie kein Thema. Wir konnten perfekte Trauben ernten“, sagt er. Vor allem die Rotweine profitierten im Jahr 2022. Die Beeren sind kleiner als üblich, haben weniger Saft aber eine dickere Schale. Das ergibt kraftvoll konzentrierte Weine mit tiefdunkler Farbe und viel Charakter. „Bei uns war es essenziell, vor allem die Junganlagen, die noch nicht so tief wurzeln, mit Wasser zu versorgen. Die Trockenschäden wären sonst massiv geworden“, berichtet Allacher.

 

Insgesamt ist er sehr zufrieden, mit dem was in seinem Keller liegt. 2022 erinnere ihn von der Stilistik der Weine an den großartigen Jahrgang 2019. Kürzlich hat er seinen klassischen Chardonnay gefüllt. Geerntet wurde dafür in der Nacht mit einer hochmodernen Maschine. Damit erreichte Allacher, dass er kühle Trauben zur Kelterung brachte, die gut ihre Fruchtigkeit behielten. „Der aktuelle Jahrgang ist ein wenig milder in der Säure, hat aber die Aromatik, die meine Kunden so lieben. Er duftet ein wenig nach Banane und Schokolade, fast wie ein Bananensplit“, so der Winzer.

  

Ausreichend Niederschläge in der Steiermark

Die Steiermark hat 2022 wieder einmal eine Ausnahmestellung im Vergleich zu den übrigen Weinregionen Österreichs, denn hier herrscht illyrisches Klima. Durch das Vordringen von Italientiefs gibt es in der Regel mehr Niederschläge. Nicht selten ein Fluch, 2022 aber ein Segen. Reinhard Muster, dessen Weingut in Gamlitz an der südsteirischen Weinstraße liegt, beobachtet das Phänomen jedes Jahr aus zwei verschiedenen Perspektiven. Als Winzer hat er engen Kontakt zum Boden und den Reben, in seiner Freizeit betrachtet er es auch als Hobbypilot aus der Vogelperspektive.

 

„Wir steirischen Weinbauern haben die vergangenen Jahre in Folge großartige Ergebnisse einfahren dürfen. Auch 2022 hat das Wetter wieder optimal mitgespielt, um gebietstypische Weine keltern zu können. Es ist ein trinkanimierender, eleganter Jahrgang, nicht zu laut im Aroma, eher auf der feinen Seite“, sagt er. Vor allem sein Welschriesling zeige das jetzt schon sehr schön. Der Wein, den er mit seiner unkomplizierten Art eher als zuverlässigen Haflinger, denn als buntes Zirkuspferd sieht, punktet mit quirliger Säure und klarer Frucht. „Einfach ein anständiger Wein“, meint Muster mit einem Augenzwinkern.

  

Historisch frühste Ernte in Südeuropa

Zum Schluss noch ein Blick in die südlichen Regionen Europas. Dort startete die Weinernte 2022 so früh wie nie zuvor. Bereits im Juli wurden die ersten Trauben gelesen. In Frankreich gab es Sondergenehmigungen für Bewässerung. So hielt man grobe Schäden im Zaum. Insgesamt waren die Bedingungen aber besser als 2021. Da machten Fröste und Hagel den Winzern schwer zu schaffen. Aus 2022 sind großartige Weine mit druckvollem Charakter zu erwarten. In Spanien hingegen hat der Niederschlagsmangel und die extrem hohen Temperaturen einen Rückgang der Menge im verursacht. Die Verluste werden auf minus fünf bis zehn Prozent beziffert. Vielfach wurde in der Nacht geerntet, um eine einigermaßen frische Aromatik der Trauben zu erhalten. Die Weine sind fast durchwegs von üppiger Struktur und reifer Frucht geprägt. In Italien gibt es trotz Dürre hingegen rosige Aussichten auf die 2022er Weine. Die Rekordhitze konnte dem Weinbau am Stiefel kaum etwas anhaben. Ein Glückfall, denn Berichten zufolge hatte es das erste halbe Jahr 46 Prozent weniger Niederschlag als im Durchschnitt der letzten 30 Jahre gegeben. 2022 sei damit das trockenste Jahr seit 1800. Die Prognosen für die Weine variieren je nach Region von sehr gut bis ausgezeichnet. Besonders aus Südtirol, dem Piemont und Sizilien ist Großartiges zu erwarten.

 

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