Weingut Keringer
Massive Leidenschaft
Mönchhof in Burgenland zählt zu den ältesten Weinbaugemeinden Österreichs: Seit 800 Jahren wächst dort der Wein. „Meine Familie hat lange Zeit nur bescheidene Mengen produziert, den Anbau im Nebenerwerb geführt“, erzählt Robert Keringer. Eine Wendung nimmt die Geschichte, als Robert, der die Weinbauschule in Klosterneuburg absolviert hat, seinen Job in einer Spirituosenfirma verliert. 2002 war das. „In der Branche gab es damals einen massiven Einbruch, das Unternehmen wurde verkauft.“ Der ins kalte Wasser Geworfene will fortan sein eigenes Ding durchziehen, den Fokus auf den Weinbau legen. Von der Idee halten viele wenig, Robert und seine Frau Marietta werden belächelt. Die beiden bieten den Zweifler:innen die Stirn, geben alles, um ihr kleines Weingut, das nicht viel mehr als ein zartes Pflänzchen ist, zum Wachsen zu bringen. 18-Stunden-Tage stehen an der Tagesordnung, und das sieben Mal die Woche. „Wir mussten die Marke aufbauen, den Namen bekannt machen. Also haben wir Winzermärkte und Straßenfeste besucht, etwa 70 bis 80 pro Jahr. Oft habe ich Marietta bei einer Veranstaltung abgeladen, bin weitergefahren zur nächsten. Mitten in der Nacht sind wir dann retour ins Burgenland.“ Auch heute dreht sich fast alles um den Wein. Eine Belastung sei das nicht, sondern eben ihr Leben.