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Bordeaux 2020 –Spannender Jahrgang mit einem glücklichen Ende

Von Romana Echensperger

Bordeaux steht für Vielfalt und einen einzigartigen Weinstil. Ganze 108.000 ha Weinberge verteilen sich in der Nähe des Atlantiks, auf über 10.000 km2. Dazu unterschiedlichste Bodenarten die mehr oder weniger wasserdurchlässig sind und Rebsorten, die früher oder später reif werden. Wer also Jahrgang 2020 mit seinen Wetterextremen beurteilen will, muss sich die Sub-Regionen genauer anschauen.

Herausforderndes Frühjahr

Warm-nasse Bedingungen im Winter und Frühling sorgten für eine frühe Blüte und schnelles Wachstum, aber leider auch für Anfälligkeit auf Pilzkrankheiten. Der erste Covid19Lockdown in dieser Zeit kam als Herausforderung noch obendrauf. Internationale Arbeitskräfte durften oft gar nicht einreisen und fehlten für die intensive Arbeit im Weingarten, die diese Witterung verlangte. Alle verfügbaren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den Châteaus, vom Exportmanager bis zur Kellermeisterin, sah man in der Folge in den Weinbergen. Mit vereinten Kräften wurde gegen den Mehltau angearbeitet.

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Sauvignon-Blanc-Sommer

Der Sommer war dann von Hitze und Trockenheit geprägt. Zwei Monate kam kein Regen, was den Reben zu schaffen machte. Die Lese für trockene Weißweine begann dann ungewöhnlich früh, um die Frische zu bewahren. Einmal mehr zeigt sich, dass Sauvignon Blanc sehr gut mit dem Klimawandel zurechtkommt. Der Clos Floridene blanc etwa, besteht zu 75 Prozent aus dieser Rebsorte und präsentiert sich finessenreich mit angenehm frischen Aromen von Steinobst, Zitruszesten und einem Hauch Exotik. Über noch mehr Konzentration verfügt der Château Latour-Martillac blanc. Hier steht der Sauvignon Blanc auf Kiesböden, was in diesem Jahr besonders kleine Trauben bedeutete.

Regen – mal mehr, mal weniger

Im September kamen dann die ersehnten Regenfälle, allerdings ungleichmäßig verteilt. Während es im Norden des linken Garonne-Ufers zu feucht war und der Niederschlag die Trauben verwässerte, freute man sich am rechten Ufer, rund um Saint-Émilion, über die genau richtige Wassermenge. Weil sich letztere Region auf die Rebsorte Merlot konzentriert, spricht man im Jahr 2020 gerne von einem „Merlot-Jahrgang“. Wer bestes Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, sollte sich daher auch in Fronsac oder den Regionen rund um Saint-Émilion umsehen. Der Château Carlmagnus etwa, besticht für kleines Geld mit saftigen Fruchtaromen und ausgewogenem Körper. Besonders vollmundig und mit einem Hauch von süßen Gewürzen fällt die Cuvée Jean Gabriel von Château Bel-Air aus. Ebenso bemerkenswert ist die Qualität des Cabernet Franc, der dieses Jahr perfekt ausreifte und den Weinen einen würzig-minzigen Touch im Finish verleiht, wie etwa dem Clos de Jacobins aus Saint-Émilion.

 

In den Top-Regionen des Médoc stehen die Reben auf besonders gut drainierten Böden. Auf Château Clerc Millon in Pauillac etwa, wächst der Cabernet Sauvignon auf drei Meter dicken und dementsprechend durchlässigen Kiesschichten, so dass der Regen hier nicht die Trauben verwässern konnte. Der Wein zeigt sich ganz typisch für Pauillac mit Noten von Zigarrenkiste, Cassis und verführerischem Kirscharomen sowie feinkörnigen Tanninen.

Eleganter Jahrgang

Insgesamt fallen die Weine aus dem Médoc dieses Jahr elegant klassisch aus. Weniger Holz, erstaunlich frisch für dieses heiße Jahr und doch reife Tannine stehen für eine moderne Interpretation des Bordeaux und viel Trinkfreude. So brachte der Herbst ein glückliches Ende mit wunderschönen Weinen.

 

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