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... und 'ne Buddel voll Rum!

Seemannsgarn, Freibeuter und türkisblaue Traumstrände, Paradiesvögel, unbekanntes Terrain, exotische Gerüche und Geschmäcker: Die Karibik lockt mit bunten Impressionen und Stereotypen vom Himmel auf Erden. Die alles verbindenden Wellen schlägt dabei der Rum.

 

Rum erlebt als Premium-Spirituose derzeit weltweit eine Hochblüte. Neu ist der ganze Historien-Cocktail dabei aber wirklich nicht. Viele Jahrhunderte ist es her, dass die spanischen Conquistadores das karibische Zuckerrohr in die Neue Welt brachten. Der Rest, so könnte man sagen, ist Geschichte – stets begleitet von Meeresluft und Piratenklamauk, dem süßlich-salzigen Duft von Freiheit und Genuss. Nahezu der gesamte karibische Raum sowie Mittel- und Südamerika sind voll von alten Destillen und wiederbelebten Brennereien. Dabei mischt sich uraltes Handwerk mit modernster Technologie. Je nach Herkunft, Land und kolonialer Prägung sind die Stile der jeweiligen Zuckerrohr-Destillate gänzlich unterschiedlich. Rum bietet eine enorme Vielfalt an zu entdeckenden Schätzen. Ob leichter, weißer Kubaner, schwerer Bermuda-Rum oder grünlich-grasiger Agricole der französischsprachigen Inseln: die Karibik ist stets eine Reise der Sinne wert.

Vom Feuerwasser zur eleganten Spirituose

Nicht nur die Inselbewohner, auch die internationalen Genießer wussten den Rum zu schätzen. Der Handel über die Weltmeere florierte ob der Buddel voll Rum, der belebenden, stärkenden Wirkung auf hoher See und freilich im Heimathafen. Oft deutet die Bezeichnung „Navy“ noch auf die bewegt-maritime Historie des Destillats hin. Damals noch recht rustikale Gesöffe mit brüllendem Alkoholgehalt, schipperten sie in Holzfässern über den Atlantik, den Seebären Courage und neuen Mut schenkend. „Beißend“, „ölig“, „scharf“ – die frühen Bezeichnungen malten kein allzu freundliches Bild. Die Kosenamen Kill Devil oder gar Rumbullion sprachen wenig charmant vom Golden Spirit der Karibik. Oft vermischte man das Aguardiente schlicht mit Limetten und Zucker, um dem drohenden Vitaminmangel Einhalt zu gebieten und den Geschmack des Feuerwassers zu bändigen. Erst mit dem Fortschritt der Technik und kontrollierter Produktion blies dem Rum schließlich im 18. und 19. Jahrhundert frischer Wind in die Segel. Steigende Qualität und internationale Verbreitung navigierten die Spirituose von den Schiffen der Kolonialmächte auf die Tische und Tresen der US-Ostküste sowie in die Keller der Kaufleute im fernen Europa.

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Mix it!

Rum war schon immer auch eine Mix-Spirituose, ohne verkannten Purismus oder der prüden Scheu ausgesetzt, mit anderen Ingredienzien vermengt zu werden. Schon die ersten Heydays der Barkultur verließen sich auf die charakterstarken Wesenszüge des Zuckerrohrdestillats, wenngleich die „spirituose“ Vormachtstellung bei Cocktails lange Gin, Whisky und Weinbränden zukam. Es sollte einer neuen Welle tropischer Lebensfreude bedürfen, ehe der Rum im 20. Jahrhundert Fuß zu fassen vermochte. „Was Amerika jetzt braucht, ist ein Drink!“, tönte Franklin D. Roosevelt und verkündete am 5. Dezember 1933 das Ende der Prohibition. Jahrzehnte zogen ins Land, während derer sich die USA von dem dreizehn Jahre quälenden Kater erholten. Aus Europa, den Kolonien und der Karibik strömten neue Einflüsse, Produkte und ein spezielles Lebensgefühl in die Bars. Daiquiris und Mojitos eroberten final die Herzen der Trinkfreunde. Rum und andere, zuvor unbekannte Zuckerrohr-Spirituosen, fanden sich hinter den Tresen der Welt wieder. Exotische Früchte, bunte Cocktails und neue Geschmäcker waren en vogue. Nach den düsteren Jahren der Weltwirtschaftskrise sowie des Zweiten Weltkrieges sehnten sich viele nach ein wenig „Paradies-Flair“, man dürstete nach neuer Lebensfreude – im Alltag und im Glas.

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Tiki-Tiki

Besonders markant manifestierte sich dies in einer Bewegung, die als „Tiki-Ära“ in die Annalen einging. Don the Beachcomber und Trader Vic gelten bis heute als Mitbegründer und Hauptprotagonisten des Tiki-Booms. In ihren üppig polynesisch gestylten Bars und Restaurants servierten sie alkoholkräftige, süßlich-frische Drinks, die Karibik und Hawaii schrien. Rum war der Diesel, der den Tiki-Motor am Laufen hielt. Cocktails wie Mai Tai oder Zombie gaben dieser Geschichtsepisode ihren Glanz, den sprichwörtlichen Platz an der Sonne. Alte Klassiker, die heute neu interpretiert werden und wieder ganz im Trend sind.

Zeitloser Klassiker

Rum erfreut sich 2018 größerer Beliebtheit denn je zuvor. Und er ist erwachsen geworden, genauso wie die Kreationen, die mit der würzig-vielschichtigen Spirituose zubereitet werden. Probieren Sie doch einen eleganten El Presidente mit Havana Club – ein zeitloser Kuba-Klassiker! Oder schlendern Sie mit einem Glas Havanna Club Seleccion de Maestros den Malecón entlang. Wer es etwas kräftiger mag, lässt sich von Appleton’s Rum in die charaktervollen Winkel Jamaicas entführen. Oder Sie wandeln bei einem Schluck Guyana Gold mit 15 YO El Dorado auf den Spuren der Schatzsucher am Ufer des Demerara-Flusses. Schmeichelnd und sehr ausgewogen wiederum präsentiert sich die Dominikanische Republik mit den exzellenten Rum Blends von Opthimus sowie dem Barcelo Imperial. Und freilich wären da noch die etwas herberen, hochkomplexen Agricole Rhums der französischen Überseedepartements, wie der Trois Rivières VSOP aus Martinique. Ob pur im Nosing-Glas, mit einer köstlich- aromatischen Zigarre, als spritziger Mojito, als knackig-frischer Daiquiri oder schwerer Grog: Rum ist so vielfältig und faszinierend wie kaum eine andere Spirituose. Tauchen Sie ein in die wogenden Wellen dieses flüssigen Schatzes und genießen Sie die Tiefen dieses herrlichen Getränks – stets umrankt von einem Hauch Seemannsgarn und der ein oder anderen Piratengeschichte.

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Meine Empfehlung

Der Navy Island aus Jamaica ist ein Blend edler Melasse-Rums aus drei sehr bekannten Destillieren der Karibikinsel – Worthy Park, Hampden Estate und Monymusk. XO weist dabei darauf hin, dass er lang reifen durfte, denn es steht für „Extra Old“. Die Lagerung erfolgte in ehemaligen Bourbonfässern aus amerikanischer Weißeiche. Komplexität und Kraft zeichnen den Rum aus Jamaika aus, und das ist man von dem Land gewohnt. Er schmeckt herrlich kraftvoll, süß und würzig mit Aromen von Pflaumen, Rosinen und Karamell. Mein Tipp: Navy Island ist eine kleine Insel vor der Küste von Port Antonio. Das wunderschöne Etikett und die Geschenkverpackung mit idyllischer Natur und Segelschiff zollen ihr Tribut.



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Ti Punch

 

Zutaten:

·         50 ml Trois Rivières Rhum Agricole

·         20 ml Limettensaft

·         20 ml dunkler Rohrzuckersirup

 

Alle Zutaten in das Tumblerglas geben, mit Eiswürfeln auffüllen und gut verrühren.

 

El Nuevo Presidente

(exklusiv von Reinhard Pohorec)

 

Zutaten:

·         45 ml Havana Club 7 YO

·         25 ml Roter Wermut

·         5 ml Blutorangenlikör

·         5 ml Hibiskussirup

 

Alle Zutaten auf Eiswürfeln miteinander verrühren und in eine vorgekühlte Cocktailschale abseihen.

 

 

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Von Reinhard Pohorec (Jungstar unter Österreichs Bartendern und „Newcomer 2014“ (Mixology Bar Awards)).