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Die neue Trinkkultur

 

Das Thema – was wir heute trinken – erlebt einen dynamischen Wandel. Vom gestiegenen Gesundheitsbewusstsein über die genussvolle Auszeit mit Freund:innen zu Hause bis hin zur Ressourcenschonung und dem Wandel des Geschmacks spielen unterschiedlichste Motive eine Rolle.

 

Die Getränkewelt ist im Umbruch. Wie kaum zuvor lösen Bewegungen wie Sober Curious oder Mindful Drinking ein Umdenken aus. Auch wer sich wenig mit dem Thema beschäftigt, kommt kaum daran vorbei. Die Frage, ob klassischer Wein, Schaumwein oder Spirituosen überhaupt noch in das eigene Leben passen, taucht unweigerlich irgendwann auf. Zukunftsforscher:innen orten die Richtung, Produzent:innen reagieren schnell darauf.

Die neue Trinkkultur

Aktuell äußert sich das auf der einen Seite mit Alkoholfreiem in vielen Facetten. Ein Trend, der vor allem von der jüngeren Generation aus mehreren Gründen vorangetrieben wird. Auf der anderen Seite wird spürbar, wie sich bei arrivierten Getränkeklassikern, ähnlich wie beim Essen, eine immer stärkere Connaisseur?Kultur vertieft; Essen und Trinken als Ausdruck der Individualität. Es wird probiert, selektiert und bewusst genossen. Die Trinkkultur befindet sich also in einem vielfältigen Wandel. Trends entstehen und damit spannende, neue Aroma?welten. Ein gutes Beispiel dafür ist Gin. Kaum ein Getränk hat sich in den letzten Jahren so kreativ vom bekannten Geschmack aus weiterentwickelt. Überraschende Flavors brechen die Tradition auf. Das Gleiche gilt für everbody’s darling Spritz. Im großen Glas auf Eis serviert, ist er omnipräsent. Keine Bar, kein Club oder Straßencafé kommt ohne ihn aus. Fast jede:r kennt sein leuchtendes Orangerot und liebt den fruchtig?herben Geschmack.

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» Hybrid Drinking verbindet Genusswelten: Alkoholfreie Spirituosen lassen sich mit (Schaum-)Wein mixen und umgekehrt. So entstehen flexible Drinks, die Geschmack und Leichtigkeit kombinieren und den Aperitivo-Moment beibehalten. « 

– Nicola Sturm, Spirituosenexpertin INTERSPAR weinwelt


 

Der Italo-Klassiker Spritz erfindet sich aber auch neu. Kreationen wie Fritz & Freddo sind Teil der neuen Spritz-Welle. Er präsentiert sich gewohnt prickelnd und zitrusfruchtig, ist aber ready to drink. Was heißt: Flasche auf, einschenken, genießen. Wer seinen Spritz selbst einmal auf andere Art mischen möchte, greift zum Rosa Aperitivo von Sarti. Mediterrane Frucht steht hier für südliches Lebensgefühl – ganz gleich, ob er klassisch mit Prosecco aufgegossen oder hybrid mit Sodawasser oder Tonic serviert wird.

 

Weltweit wichtigstes Lifestyle-Thema ist das neue Gesundheitsbewusstsein. Es mischt klarerweise die Getränkebranche ordentlich auf. Durch die Corona-Pandemie bekam die Entwicklung einen zusätzlichen Schub. Reduktion oder Weglassen von Alkohol ist ein Teil davon. Die sogenannte Liquid Evolution bewegt sich dabei einen großen Schritt hin zu Alternativen wie beispielsweise Proxis oder Mocktails. Fröhliche Farben und fruchtbetonte Aromen sind zudem ein Muss. Zu dieser Gruppe zählen unter anderem die Drinks von Sir James 101. Der Mojito verkörpert pure, flirrende Zitrus-Minz-Frische, der Spritz punktet mit Orange und feinherben Kräuternoten. Geschmacklich kommen beide sehr nah an das Original heran. Alkohol und dessen Auswirkungen, wie ein Kater am nächsten Morgen, sind damit kein Problem mehr. Bei allen mit Alkoholverzicht verbundenen Vorteilen geht es doch auch um Abwechslung. Balance statt Kasteiung. Vor allem jüngere Menschen, aber nicht nur, definieren ihre Haltung gegenwärtig neu. Mindful Drinking – achtsamkeitsbasiertes Trinkverhalten – bildet demnach für viele die goldene Mitte zwischen Abstinenz und alkoholdeterminiertem Konsum. In der sich wandelnden Genusskultur bleiben daher Getränke mit Geschichte erfreulicherweise weiter bedeutsam. Sie waren schon immer Teil menschlicher Identität und sozialer Kitt. Ein ausgewähltes Glas im Kreise lieber Leute genossen, fördert gute Gespräche und die Zusammengehörigkeit. Und wie sagte es der österreichische Philosoph Robert Pfaller schon so treffend: auch beim Maßhalten nicht maßlos sein.

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» Klassiker sind nach wie vor gefragt. Alternativen wie Sparkling Tea stehen zudem hoch im Kurs. «

– Florian Sperl, Schaumwein- und Champagnerexperte INTERSPAR weinwelt


 

Starke Auswirkungen auf das, was und wie wir trinken, hat außerdem die aktuell schwierige wirtschaftliche Lage. Ein Treffen mit der Familie oder Freund:innen wird immer öfter nach Hause verlegt. Inklusive bewusstem Genuss, weg vom viel und selbstverständlich, hin zu qualitativ Hochwertigem. Ein wichtiger Punkt dabei ist das Bedürfnis nach Nähe zum Produkt und zu den Produzent:innen. Wie wird etwas hergestellt und wer steht dahinter? Handwerkliche Arbeit, neue Ideen, Nachhaltigkeit und klare Konzepte sind erfolgreich. Ins Glas kommt dann beispielsweise ein Sparkling Tea mit steirischen Wurzeln. Eine stilvolle Alternative zu Prosecco und Co, ganz ohne Prozente.

Weintraubenschalentee beim Rosé, grüner und weißer Tee für den Sparkling in weiß werden mit Verjus und Honig vermählt. Ein sanftes Prickeln unterstützt den erfrischenden Charakter. Das klassische Weinthema spielt nach wie vor eine bedeutende Rolle in Sachen Genuss. Die Kombination von Essen mit dem passenden Wein nimmt einen stetig wachsenden Stellen?wert ein. Es wird allerdings insgesamt fruchtbetonter und weniger schwer getrunken.

 

Zudem hat sich das Thema Nachhaltigkeit einen festen Platz erobert. Der Weinlust Sortenspiel der Familie Regele greift beide Themen auf. In der weißen Variante spielt das Trio Sauvignon Blanc, Gelber Muskateller oder Sämling auf. Das Ergebnis ist lebendig und herrlich trinkanregend. Die leichtgewichtige Burgunderflasche und das nachhaltige Etikettenpapier ohne Lackaufdruck halten den ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich. Damit ist der Genuss nicht nur eine Freude für den Gaumen, sondern verkörpert auch den Einklang mit der Natur.

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