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Malzige Emanzipation

  

(Salzburg, 25.11.2021)

Von wegen konservativ! Relativ unbemerkt hat sich der Whisky verändert: Neue Herstellerländer stellen Dogmen in Frage, doch auch in Irland und Schottland ist die Moderne eingekehrt. Von der Vielfalt profitieren alle Single Malt-Freunde!

 

Mit gleich zwei überraschenden Erkenntnissen wartete heuer das „Whitepaper New World Whisky“* auf: Zum einen sind bereits 36% der Konsumenten von Single Malts und Blends weiblich. Zum anderen sind die jüngsten Whisky-Trinker die experimentierfreudigsten. 75 Euro würde mehr als ein Drittel der unter 35-Jährigen für eine Flasche Whisky ausgeben, die sie noch nie probiert haben! Die gerne als Zielgruppe gesehenen über 55-Jährigen hätten zwar vielleicht das Einkommen, hier ließ sich aber nur jeder Sechste auf dieses Experiment ein. Kurz gesagt: Altherren-Getränk war einmal.

  

Die heimischen Lernjahre

Die Prognose sieht weiterhin ein rasantes Wachstum bei den malzigen Bränden. Die Welt-Jahresproduktion soll bereits in zwei Jahren bei 5,23 Milliarden Liter liegen. Zum Vergleich: 2018 waren es 3,96 Mrd. Liter, die erzeugt wurden. Das hat auch mit der neuen Vielfalt an Stilen und Herkünften der Destillate zu tun. 1995 etwa begann das heimische Whisky-Zeitalter und die Lernkurve der auf Frucht-Brand spezialisierten Pioniere war steil. Zum einen verlangte Getreidebrand an sich ein Umdenken. Zum anderen kam die große Unbekannte der Fasslagerung. Ohne diese mindestens drei Jahre währende Reifung gibt es in Europa keinen Whisky, dies ist gesetzlich geregelt. Etwaige Fehler waren also auch erst nach drei Jahren zu korrigieren, frühestens drei Jahre darauf wusste man, ob die „Korrektur“ Erfolg hatte. Dazu kommt noch das heimische Klima, wie etwa Markus Wieser – mit „Uuahouua WIESky“ einer der Austro-Whisky-Macher – betont: Würde er im warmen Klima der Wachau seinen Getreidebrand 15 bis 20 Jahre im Fass belassen, „wäre er im schlechtesten Fall einfach weg“, der Angel´s Share zum Opfer gefallen. Spätestens mit solchen technischen Spezifikationen wird klar, dass der österreichische Whisky eine eigenständige Kategorie und keine Scotch-Kopie darstellt.

  

Groß wie die Japaner werden

Keine Kopiervorlage, aber das Vorbild für die jungen Whisky-Nationen, stellt Japan dar. Das Inselreich mit seiner lange unbeachteten Whisky-Tradition, die auf die Zwischenkriegszeit zurückreicht, hat gezeigt, wie man Nachfrage schafft. Wenig Menge und hohe Qualität haben die Preise für die Abfüllungen aus dem Hause Suntory (Yamazaki, Chita und Hakushu) und von anderen japanischen Anbietern in lichte Höhen getrieben.

Japan_703x541.jpg Japanische Landschaft

  

  

Spätestens, als mit dem „Yamazaki Single Malt Sherry Cask“ ein Nippon-Whisky zum weltbesten gekürt wurde, galt die fernöstliche Brennszene als nicht mehr zu ignorieren. Mittlerweile folgen neue Brennereien, um diesen Boom zu bedienen. Zudem wurde heuer die Gesetzeslage verschärft: Europäischer Whisky, zur Mengensteigerung dem japanischen Whisky beigemengt, darf nicht mehr in Japan-Whisky zu finden sein!

  

Tradition mit Veränderung

Diese Erfolgsstory blieb nicht ohne Folgen: Mittlerweile gelten 33 Länder als Whisky-Produzenten, darunter z. B. auch Thailand, Israel oder Bolivien – die einem vielleicht nicht gleich einfallen würden. Womit sich die Frage nach der Reaktion der traditionellen Erzeugerländer stellt.

 

Sie wird in Irland ganz klar mit einem Wort gegeben: Highballs. Whisky soll so konsumiert werden, wie er der jungen Klientel schmeckt – so wie Gin&Tonic. Nur, dass in diesem Fall Ginger Ale, Soda oder eigens für Whisky kreierte Filler (z. B. rauchiges Tonic Water) den sanften Irish Whiskey noch leichtgängiger machen.

 

Auch in Schottland ist die Entwicklung unübersehbar, wenn auch in eine ganz andere Richtung. Etwa, wenn man zu den Pionieren von Glenfiddich und The Balvenie schaut. Dort, wo das „Double Cask“-Verfahren erfunden wurde, geht man heute aromatisch neue Wege. Es war dieser Geniestreich von Malt Master David Stewart, längst von der Queen dafür geehrt, der aromatische Welten eröffnete. Denn nach den Jahren im Ex-Bourbon-Fass wurde den Single Malts in diversen anderen Gebinden ein aromatisches „Finish“ verpasst. Heute sind daher Rotwein- und Süßweinfässer begehrte „Gewürze“ für Whiskys aus Schottland, dazu kommen ehemalige Bier-Fässer oder auch Rum-Barrels. Jüngst hat die sonst so strenge Gralshüterin „Scotch Whisky Association“ (SWA) auch Fässer zugelassen, in denen früher Tequila und Mezcal lagerte.

  

Die Schnittmenge

In einem Punkt treffen sich die „New World“-Whiskys und die alten Hochburgen allerdings: Die Zutaten werden plötzlich ebenfalls wichtiger. Das geht bis hin zu unterschiedlichen Hefestämmen, wie sie etwa Glenmorangie beim „Allta“ getestet hat. Wesentlicher aber ist der Getreideanbau, der plötzlich auch nach Schottland – selbst auf unwirtliche Hebriden-Inseln wie beim „Islay Barley“ von Bruichladdich – zurückkehrt.

„Nachvollziehbarkeit ist man mittlerweile selbst beim Gemüse gewohnt. Das darf man wohl auch beim 100 Euro-Whisky erwarten“, formuliert es deren Markenbotschafter Ewald J. Stromer. Was derzeit auch in den USA als „heirloom grains“, alte Getreidesorten, Trends setzt, ist hingegen in Österreich gang und gäbe: Vom Riebelmais über Dinkel bis zu Tauernroggen steht eine Fülle an Brenngetreide zur Verfügung. So schnell kann ein Whisky-Newcomer zur Avantgarde werden!

Schnittmenge_703x541.jpg Weinfässer
Cocktail_703x541.jpg Whiskey Cocktail

  

Die Top 5 Whisk(e)y-Cocktails

3.000 Konsumenten aus den USA und Großbritannien lieferten die Basis für das „Whitepaper New World Whisky“ von „Distill Ventures“, einem Förderunternehmen von Spirituosen-Start ups. Neben Markteinschätzungen erhob man auch die beliebtesten Drinks – hier die Hitparade:

  • Old Fashioned
  • Whiskey Sour
  • Manhattan
  • Sazerac
  • Penicillin

Malt Master David C. Stewart leitet seit über 40 Jahren die Geschicke der Balvenie Distillery im schottischen Dufftown. Bereits 1983 begann er, den Single Malt in zwei verschiedenen Fässern reifen zu lassen, was zum Markenzeichen von Balvenie wurde. Die Destillerie wird in fünfter Generation von der Gründerfamilie geführt, das Malz wird aus dem selbst angebauten Getreide hergestellt, und zudem beschäftigt Balvenie eigene Fassbinder sowie einen Kupferschmied. Für den The Balvenie Caribbean Cask befüllt der Malt Master amerikanische Eichenfässer mit seiner eigenen Blend aus karibischen Rums. Diese Fässer werden dann geleert und direkt danach zum „Finishing“ mit dem bereits 14 Jahre gereiften Single Malt wieder befüllt. Die Rumaromen vermählen sich mit dem Whisky, die Speyside trifft auf karibische Lebensfreude. Das Ergebnis ist ein einzigartiger Whisky mit Aromen nach Mango und Passionsfrucht, Vanillekaramell und Eichenholz.

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