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Venezianische Perlen in Weiß und neuerdings in Rosé

Prosecco – was früher eine Rebsorte war, ist heute ein abgegrenztes Weingebiet mit viel Kultur. Die Entwicklung des berühmten Schaumweins scheint indes noch nicht abgeschlossen zu sein.

 

(Salzburg, 18.03.2021) Es wirkt wie eine Ironie der Geschichte, dass ausgerechnet der Inbegriff norditalienischen Lifestyles, der Prosecco, slawische Wurzeln hat: Prosek hieß einst ein Dorf mit slowenischsprachiger Bevölkerung an der Adriaküste, nahe der heutigen Stadt Triest, an dessen umliegenden Karsthügeln eine Rebsorte mit charakteristischem Geschmack wuchs, der bereits die alten Römer begeistert haben soll. Prosecco, wie wir ihn heute kennen, ist allerdings ein relativ neues Phänomen – weltweit hat wohl kaum eine andere Weinsorte in den vergangenen zwei, drei Jahrzehnten einen ähnlich steilen Aufstieg erfahren. Der Begriff „Weinsorte“ ist bewusst gewählt, denn ursprünglich war mit „Prosecco“ eine Rebsorte gemeint, die hauptsächlich in gesprudelter Form die Lagunenstadt Venedig erobert hatte. Prickelnder Prosecco ist aus der venezianischen Küche seither nicht mehr wegzudenken, eignet er sich doch hervorragend als Antipasti-Begleiter vor allem der traditionellen Crostini und Cicchetti.  Im Hinblick auf Schaumweine ist dort Glera zwar die bekannteste, aber bei weitem nicht die einzige Rebsorte, die zum Prickeln gebracht wird. Fast alle großen Produzenten bieten beispielsweise auch die aus dem Friaul stammende, fruchtig-aromatische Rebsorte Ribolla Gialla als Frizzante (prickelt weniger) oder Spumante (prickelt mehr) an.

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renaissancevillen_600x700.jpg Die prächtige Renaissance-Villa Rinaldi Barbini inmitten der Weinberge

 

 

Prächtige Renaissance- Villen, von denen einige öffentlich zugänglich sind, zeugen in der venezianischen Ebene von der Bedeutung, die das fruchtbare Hinterland für die einst mächtige Stadt gehabt hat. Ihre höchste Dichte weisen diese Villen entlang des Brentakanals zwischen der Lagune und der Stadt Padua auf, wohin bis heute Boote vom Markusplatz zum Villen-Hopping ablegen. Ruhiger geht es weiter im Landesinneren zu, etwa in der imposanten Villa Manin nahe Udine, die unter anderem Venedigs letztem Dogen als Residenz diente und in der heute regelmäßig Kunstausstellungen zu sehen sind. Weil das Prosecco- Gebiet mehrere andere Weinanbaugebiete miteinschließt, in denen eine Vielzahl unterschiedlicher Rebsorten wachsen, ist die Region für Weinliebhaber ganz besonders interessant.

Neues DOC Gebiet mit viel Geschichte

 

Millionen Touristen trugen den Ruf des aufstrebenden Getränks in die Welt, und die internationale Nachfrage erreichte ungeahnte Sphären. Um den Wildwuchs und das Aufkommen von Erzeugnissen von zweifelhafter Qualität einzudämmen, wurde vor etwas mehr als zehn Jahren aus der Rebsorte eine Weinregion: Die Rebsorte wurde in „Glera“ umbenannt, und der Prosecco bekam als abgegrenztes Anbaugebiet das DOC Siegel. Seither darf Prosecco ausschließlich in neun Provinzen im Umland von Venedig produziert und abgefüllt werden. Es ist vermutlich auf die touristische Anziehungskraft der Lagunenstadt zurückzuführen, dass sich in diesen Provinzen der Rummel auch in Nicht-Pandemie-Zeiten üblicherweise in Grenzen hält. Dabei ist das Prosecco-Gebiet nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern auch kulturgeschichtlich interessant. 

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Typischer Charakter

 

Die malerischste Gegend in der Prosecco- Region ist zweifellos ihr Kerngebiet in den Voralpenhügeln zwischen Valdobiaddene und Conegliano. Die beiden lokalen Weinhauptstädte sind über kurvige Weinstraßen miteinander verbunden, die sich durch mittelalterliche Bergsiedlungen schlängeln und die an unzähligen Produzenten vorbeiführen. Viele davon können üblicherweise für Verkostungen und Betriebsführungen besucht werden. Da ein Prosecco zu mindestens 85 Prozent aus der Rebsorte Glera bestehen muss, verbindet die Proseccos (bzw. italienisch: „Prosecchi“) unabhängig von der Ausprägung der Perlage oder des Restzuckergehalts in der Regel ein charakteristischer, fruchtiger Geschmack, der an einen Mix aus Äpfel, Birnen und Pfirsichen erinnert und mitunter eine nussige Note aufweist. Bei einer Verkostungstour wird man überdies feststellen, dass es den Prosecco auch als Stillwein gibt, der es allerdings nur selten ins Ausland schafft.

roseprosecco_600x700.jpg Auch als Rosé schmeckt ein Prosecco wunderbar - © Prosecco DOC, Gala Che

Plötzlich Rosa

 

Am Fuße des hügeligen Kerngebiets haben sich jene großen Häuser angesiedelt, die die Entwicklung des Prosecco bis heute entscheidend mitprägen. Eine Entwicklung, die offenbar noch nicht abgeschlossen ist: Seit der letzten Ernte füllen Astoria, Porta Leone und La Gioiosa neuerdings auch Rosé-Prosecchi ab! Das kommt beim Prosecco, der für viele Fans bislang nur als weißer Schaumwein denkbar war, einer kleinen Revolution gleich. Andererseits erscheint eine solche Variante in Anbetracht der stetig hohen Nachfrage nach Rosé-Schaumweinen nur als logischer Schritt. Ob sie den charakteristischen Prosecco-Geschmack nachhaltig beeinflussen wird, wird sich zeigen, immerhin darf im Prosecco der Anteil der roten Rebsorte Pinot Noir 15 Prozent nicht übersteigen. Sicher scheint lediglich, dass man in den Gläsern von Venedig nun häufiger Rosa schimmern sehen wird.

fruttidimare_600x500.jpg Pasta Frutti di Mare mit einem Gläschen Prosecco Rosé

Kulinarische Empfehlung zum Prosecco

 

„Gioiosa“ bedeutet „fröhlich“, und genauso fühlt man sich mit einem Glas dieses prickelnden Rosés in der Hand. Verantwortlich für die schöne Farbe ist der Pinot Nero, aus dem, gemeinsam mit Glera-Trauben, dieser Prosecco gekeltert wird. Er leuchtet herrlich kupferfarben mit strahlenden pinken Reflexen aus dem Glas. In der Nase frisch und fruchtig, mit feinem Duft nach kleinen roten Beeren, Granatapfelkernen, Jasmin und Rosenblüten. Am Gaumen vollmundig, aromatisch und schön mineralisch. Mit seiner frischen Säure und schöner Perlage macht dieser Millesimato richtig Spaß im Mund. Im Rückgeschmack wird es nochmal fruchtig, es zeigen sich kandierte Orangen, Cassis und Erdbeeren. Genießen Sie diesen blumigfruchtigen Rosé-Prosecco als eleganten Aperitif sowie zu Meeresfrüchte- oder Fischvorspeisen.

Von Mag. Stephan Burianek, freier Fachjournalist für Reise- und Genussthemen.

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