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Cocktail Bitters: Kleine Tropfen mit großer Wirkung

 

Sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil jeder gut sortierten Hausbar: Bitters. Die würzigen Tröpfchen heben versteckte Aromen hervor und helfen dabei, auch dem altbekannten Lieblingscocktail immer wieder neue, raffinierte Geschmacksnuancen zu verleihen. Wir verraten Ihnen, was Würzbitter genau sind, welche Arten es gibt – und wie man sie gezielt einsetzen kann, um Drinks eine wunderbare geschmackliche Tiefe zu verleihen.

Von Angostura bis Piment: Die Vielfalt der Cocktail Bitters

Bitters sind aromatische Tinkturen, die tropfenweise zu Cocktails hinzugefügt werden, um deren Geschmacksprofil zu verfeinern und zu vertiefen. Doch das war nicht immer so: Im 19. Jahrhundert wurden Bitters wie Angostura und Peychaud als Heilmittel verkauft und erst später fanden sie, dank ihrer wachsenden Beliebtheit, den Weg ins Cocktailglas. Da diese Bitters trotz ihres Alkoholgehalts als Aromatisierer und Medizin und nicht als Spirituosen galten, durften sie während der Prohibition in den Vereinigten Staaten weiter verkauft werden. Auch heute noch gibt es neben den Würzbitter-Sorten auch Verdauungsbitters, um die Magensäfte so richtig in Schwung zu bringen.

 

Man unterscheidet zwischen Bitters, die eine einzelne namensgebende Zutat in den Vordergrund stellen – etwa Orangen- und Zitronenbitters – und den sogenannten “Aromatic Bitters”. Letztere entstehen aus kunstvoll komponierten Mischungen aus Kräutern, Wurzeln, Rinden, Früchten und Gewürzen, die in einem neutralen Alkohol mazeriert werden, damit sie ihren Geschmack optimal entfalten können. All diese Bitters unterscheiden sich in ihrer Art und Anwendung.

 

  • Angostura Bitters: Das Original bekommt seinen Namen von dem Ort in Venezuela, an dem es hergestellt wird – Ciudad Bolívar, ehemals Angostura – und enthält keine Rinde des Angosturabaums. Andere Hersteller von Angostura Bitters oder “Ango-Bitters” verwenden sie hingegen in ihrer Rezeptur. Das exakte Rezept der Originalversion ist ein streng bewahrtes Geheimnis, verfeinert allerdings seit 1830 Cocktails wie Old Fashioned, Manhattan und Singapore Sling mit einem robusten, würzigen Geschmacksprofil.

  • Peychaud Bitters: Das Herzstück des Sazerac Cocktails: Mit Anis, Kirsche und einem Hauch von Nelken, Orange und Minze sind Peychaud Bitters bekannt für ihr delikates und leichtes Geschmacksprofil – der perfekte Gegenpol zu den reichhaltigen Aromen von Angostura.

  • Amargo Chuncho Bitters: Für einen Pisco Sour unverzichtbar: Sechs Monate lang in Eichenholzfässern gereift, gänzen die peruanischen Bitters mit Aromen von Zimt, Piment, Muskatnuss, Kirschen, Cola und floralen Noten.

  • Zitrusbitters: Diese Art von Bitters wird aus den Schalen von Orangen, Zitronen, Grapefruit oder Limetten gewonnen und optional mit zusätzlichen Zutaten wie Kräutern und Gewürzen verfeinert. Sie verleihen Cocktails wie dem Matador eine erfrischende Tiefe und Komplexität.

  • Piment Bitters: Piment – auch Nelkenpfeffer genannt – bildet die Basis dieser Bitters. Aufgrund des angenehmen und doch komplexen Aromas der Pflanze werden sie gerne verwendet, um Piña Coladas und Mai Tais zu verfeinern.

 

Neben den klassischen Bitters-Aromen existieren auch zahlreiche andere Varianten, die für neue Geschmacksnuancen in Ihren Lieblingsdrinks sorgen. Die einzige Grenze? Ihre Kreativität! So etwa werden Rum- oder Whisk(e)y-Cocktails vorzüglich durch Schokoladen- und Kakaobitters ergänzt, während exotische Varianten wie Sellerie-, Rhabarber-, Kardamom-, Pfirsich- oder Tonic Bitters endlose Experimente hinter der Bar ermöglichen.

Cocktails mit Bitters verfeinern: so geht´s!

Die Wahl des richtigen Bitters hängt vom jeweiligen Cocktailrezept und den gewünschten geschmacklichen Ausprägungen ab – und auch die Art der Verwendung spielt eine entscheidende Rolle. Oft werden Bitters am Anfang ins Glas geträufelt und mit anderen Zutaten wie Früchten und Kräutern mit einem Muddler zerstoßen oder, um den Cocktail abzurunden, erst am Ende hinzugefügt. Beim klassischen Old Fashioned zum Beispiel werden die Bitters auf einen Zuckerwürfel getropft und dann mit etwas Wasser zerdrückt, um die anderen Geschmackskomponenten im gesamten Drink subtil hervorzuheben. Beim Pisco Sour hingegen werden sie als Aroma-Topping zum Schluss hinzugefügt – für intensive Aromen schon beim allerersten Schluck. Wer mehr darüber lernen möchte, Bitters auf vielfältige Art und Weise einzusetzen, kann sich an diesen klassischen Rezepten orientieren:

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Old Fashioned Cocktailrezept

 

Zutaten:

 

Zubereitung:

  1. Der Old Fashioned Cocktail wird direkt im Glas zubereitet.
  2. Dafür den Würfelzucker in einen Tumbler geben und diesen mit Angostura tränken. Danach etwas klares Wasser dazugeben.
  3. Anschließend den Zucker mit einem (Bar-)Löffel zerdrücken, die Eiswürfel ins Glas geben, den Whiskey darüber gießen und gut umrühren.

Pisco Sour Cocktailrezept

 

Zutaten:

  • Pisco (40 ml)
  • Zuckersirup (20 ml)
  • 0,5 Stück Bio-Eiweiss (sehr frisch, Kl. M)
  • Limettensaft (30 ml)
  • 4 Eiswürfel

 

Zubereitung:

  1. Den Pisco, Zuckersirup, Limettensaft und Eiweiß in einen Shaker geben und ca. 10 Sekunden kräftig shaken. Eiswürfel in den Shaker geben und nochmals ca. 10 Sekunden kräftig schütteln.
  2. Den Pisco Sour durch ein Barsieb auf 2 Gläser verteilen. Kurz warten, bis sich der Eiweißschaum an der Ober- fläche abgesetzt hat.
  3. Je 1 Spritzer Bitter auf den Schaum geben. Nach Belieben mit 1 Streifen Bio-Limettenschale garnieren.
Pisco Sour Rezept.jpg
Mai Tai Cocktailrezept.jpg

Mai Tai Cocktailrezept

 

Zutaten:

  • 0,5 Stück ausgepresste Limette
  • Brauner Rum (6 cl)
  • Mandelsirup (1 cl)
  • Zuckersirup (1 cl)
  • Ananassaft (5 cl)
  • Orangenlikör (2 cl)
  • 10 Eiswürfel 2 Stk
  • Cocktailkirschen zur Deko
  • 1 Scheibe Orange oder Ananas

 

Zubereitung:

  1. Die Limette auspressen und den Saft mit fünf Eiswürfeln in einen Shaker geben.
  2. Den braunen Rum, den Mandel- und Zuckersirup, Ananassaft und Orangenlikör dazugeben und ordentlich shaken.
  3. Den Drink in ein Longdrinkglas auf frischen Eiwürfeln gießen, mit einer Cocktailkirsche, einer Scheibe Orange und Strohhalm servieren.

Vom raffinierten Einsatz von Bitters bis hin zum perfekt geshakten Cocktail: Als angehende:r Profibarkeeper:in gibt es so einiges zu beachten. Damit der nächste Drink perfekt gelingt, finden Sie in der INTERSPAR weinwelt alles, was Sie für Ihre nächste Mixologie-Session brauchen – ob hochwertige Spirituosen wie Vodka, Tequila und Co. oder aromatischen Wermut und Liköre. Noch mehr Know-how gibt es übrigens in unserer großen Wein- und Spirituosenkunde zu entdecken: von den wichtigsten Cocktail-Basics über die Geschichte des Cocktails bis hin zu den Unterschieden zwischen weißem und braunem Rum. Viel Spaß beim Entdecken und Genießen!

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