Wie entstand der Gin & Tonic?
Der Ursprung des Gins liegt in den Niederlanden des 16. Jahrhunderts. Damals wurde unter dem Namen „Jenever“ ein Destillat mit Wacholder und weiteren Kräutern hergestellt – nicht zum Vergnügen, sondern als Arznei. Die aromatischen Botanicals sollten dem Alkohol eine heilende Wirkung verleihen und gleichzeitig seinen harschen Geschmack mildern. Über Handels- und Militärwege gelangte der Jenever bald nach England, wo er im 18. Jahrhundert unter dem Namen „Gin“ schnell an Beliebtheit gewann.
Parallel dazu fand ein anderer Wirkstoff Verbreitung: Chinin. Gewonnen aus der Rinde des südamerikanischen Chinarindenbaums, galt es ab dem 17. Jahrhundert als wirksames Mittel gegen Malaria, eine Krankheit, die besonders im tropischen Klima der Kolonien grassierte. Chinin war jedoch so bitter, dass britische Soldaten und Kolonialbeamte in Indien begannen, es mit Zucker, Wasser und später Sodawasser zu mischen – das erste Tonic Water war geboren. Es wurde zur Standardration für alle, die im Dienst der Krone in den Tropen stationiert waren. Der Begriff “Indian Tonic Water” erinnert übrigens noch heute an die Ursprünge des Getränks als Arznei im kolonialen Indien.
Für viele blieb der Geschmack des Chininwassers allerdings trotz Zuckerzugabe gewöhnungsbedürftig. Um die Arznei noch trinkbarer zu machen, wurde sie kurzerhand mit dem bereits allseits beliebten Gin gemischt. Et voilà: Der Gin & Tonic war gekommen, um zu bleiben. Was als improvisierte Notlösung begann, entwickelte sich bald zu einem Kultgetränk. Und so wurde der Gin & Tonic zu einem Drink, der ein Heilmittel war und zugleich ein Stück Kolonialgeschichte schrieb. Winston Churchill brachte es später auf den Punkt, als er sagte: „Gin & Tonic hat mehr Engländern das Leben gerettet als alle Ärzte des Empire zusammen.“