Blick über Deutschkreutz - Blaufränkischland Blick über Deutschkreutz - Blaufränkischland Blick über Deutschkreutz - Blaufränkischland

Weine aus dem Mittelburgenland: Das Herz der österreichischen Rotweinkultur


Sanfte Hügel, weitläufige Weingärten und mittendrin der Duft von reifen Beeren: Wer ins Mittelburgenland reist, betritt das Zentrum der österreichischen Rotweinkultur. Die Region südlich des Neusiedler Sees, nahe der ungarischen Grenze, ist österreichweit das bedeutendste Anbaugebiet für die Rebsorte Blaufränkisch. Kein Wunder also, dass sie auch liebevoll „Blaufränkischland" genannt wird. Der Grundstein für diese Erfolgsgeschichte wurde Ende der 1970er-Jahre gelegt, als erstmals Rotweine mit echter Identität in die Flaschen kamen. 2005 folgte dann die Krönung: der begehrte DAC-Status.

 

 

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Mit rund 2.100 Hektar Rebfläche gehört das Mittelburgenland zu den kleineren Weinbaugebieten Österreichs – dafür aber zu den ausdrucksstärksten. Das Geheimnis? Eine einzigartige Kombination aus Boden, Klima und Lage. Die Weingärten werden von drei Hügelketten geschützt: der Buckligen Welt im Westen, dem Ödenburger Gebirge im Norden und dem Günser Gebirge im Süden. Nach Osten hin öffnet sich das Gebiet zur Pannonischen Tiefebene, von wo aus warme, trockene Winde ungehindert einströmen können. Das Ergebnis: mindestens 300 Sonnentage im Jahr und ein Klima, das wie geschaffen ist für kraftvolle Rotweine.

 

Im Untergrund dominieren schwere, tiefgründige Lehmschichten mit hervorragender Wasserspeicherfähigkeit, durchsetzt von Tegel-, Ton- und Sandablagerungen. Stellenweise ragen sogar alte Korallenbänke aus Leithakalk heraus – stille Zeugen eines urzeitlichen Meeres, das vor Jahrmillionen diese Landschaft bedeckte. Die geologische Vielfalt schenkt den Mittelburgenländer Gewächsen ihre unverwechselbare Struktur, Tiefe und Komplexität.

Bedeutende Weinorte im Mittelburgenland

rere malerische Weinorte verteilen sich über das Mittelburgenland, jeder mit seinem ganz eigenen Charakter. Vier Gemeinden geben dabei den Ton an: Deutschkreutz, Horitschon, Neckenmarkt und Lutzmannsburg – dazu gesellt sich mit Raiding ein fünfter Ort, der Wein- und Musikfans gleichermaßen begeistert. Wer die Region erkundet, sollte unbedingt etwas Zeit mitbringen. Überall warten neben exzellenten Weinen auch urige Buschenschänken, einladende Kellergassen und ein herzliches Stück burgenländischer Gastfreundschaft.

 

Deutschkreutz

Als eines der Aushängeschilder des Mittelburgenlands hat sich die Marktgemeinde Deutschkreutz einen Namen gemacht. Zahlreiche renommierte Weingüter sind hier zu Hause, darunter die Betriebe von Familie Gesellmann, Silvia Heinrich und Hans Igler. Schwerer Lehm mit guter Wasserspeicherfähigkeit, heiße Sommer und milde Herbsttage – was hier ins Glas kommt, hat Saft und Kraft, dabei aber immer diese feine Würze, für die der Blaufränkisch so geliebt wird.

 


 

Event-Tipp: Gleich zweimal im Jahr laden die Deutschkreutzer Weingüter zum Rotweinfestival – einmal im Sommer und einmal zur Martini Edition im November. Ein Bummelzug verbindet die Betriebe, auf der Hauptstraße sorgen Live-Musik und Kulinarik für Stimmung. Die beste Möglichkeit, das Blaufränkischland kennenzulernen!


 

Horitschon

Nur wenige Kilometer weiter wartet mit Horitschon ein weiterer Fixpunkt auf der Weinkarte des Mittelburgenlands. Einige der besten Blaufränkisch-Lagen überhaupt befinden sich rund um den Ort – allen voran die legendäre Ried Dürrau, deren Gewächse unter Kenner:innen Kultstatus genießen. Auch die Ried Hochäcker bringt verlässlich erstklassige Tropfen hervor. Zu den bekanntesten Produzent:innen zählt das Weingut Kerschbaum, das seit Jahrzehnten für charaktervollen Blaufränkisch steht.

Neckenmarkt

Auch Neckenmarkt nimmt unter den Mittelburgenländer Weinorten eine besondere Stellung ein: Das Gebiet verdankt seinen Ruf vor allem den steilen Südhängen, die den Reben reichlich Sonne schenken. Und das Ergebnis lässt sich schmecken: Rieden wie der Hochberg, der Sonnensteig oder der Bodigraben liefern Jahr für Jahr prämierte Weine. Die Weingüter Lang, Tesch und Juliana Wieder gehören zu den Adressen, die das Potenzial dieser Lagen gekonnt ins Glas bringen.

Lutzmannsburg

Ganz im Norden des Mittelburgenlands liegt Lutzmannsburg – vielen vor allem durch seine Therme ein Begriff. Doch auch weinbaulich lohnt der Ort einen Besuch: Das Lutzmannsburger Plateau wartet mit außerordentlich schweren Lehmböden auf, die den Rotweinen Kraft und Substanz verleihen. Das Weingut Prickler zählt hier beispielsweise zu den namhaften Adressen.

Raiding

Dass Raiding als Geburtsort von Franz Liszt weltberühmt wurde, wissen viele. Dass hier auch exzellenter Blaufränkisch wächst, ist eher ein Geheimtipp. Die Lehmböden rund um die Gemeinde bringen elegante, fruchtige Rote hervor – perfekt für alle, die Weingenuss und Kulturgeschichte an einem Nachmittag erleben möchten.

Welche Rebsorten gibt es im Mittelburgenland?

Sie sehen selbst: Das Mittelburgenland ist durch und durch ein Rotweinland. Rund 90 % der Rebflächen tragen rote Sorten, mehr als die Hälfte davon entfällt auf den unangefochtenen Star: den Blaufränkisch. Doch auch andere Trauben fühlen sich in der sonnenverwöhnten Gegend wohl:

 

Rote Rebsorten:

  • Blaufränkisch: Die Leitsorte des Mittelburgenlands bringt kraftvolle, würzige Rotweine mit Aromen von Waldbeeren, dunklen Kirschen und einem Hauch von Kräutern hervor. In der Jugend dunkel und purpur-violett, entfalten die Gewächse durch Lagerung zusätzliche Vielschichtigkeit.
  • Zweigelt: Nach dem Blaufränkisch die zweithäufigste Rotweinsorte der Region – fruchtig, zugänglich und mit weichen Tanninen perfekt für den unkomplizierten Genuss.
  • Cabernet Sauvignon: Auf den schweren Lehmböden findet die internationale Edelsorte optimale Voraussetzungen und entwickelt besondere Dichte sowie Struktur.
  • Merlot: Samtige, fruchtbetonte Tropfen ergänzen das Sortenspektrum; häufig auch Bestandteil hochwertiger Cuvées.
  • Pinot Noir & St. Laurent: Eher selten, aber durchaus vertreten – beide Varietäten bringen elegante, feinfruchtige Rotweine hervor.

Mittelburgenland DAC: Qualität mit Herkunftsgarantie

2005 erhielt das Mittelburgenland als eines der ersten österreichischen Weinbaugebiete den DAC-Status – und war damit Vorreiter für Rotwein. Die Herkunftsbezeichnung Mittelburgenland DAC steht seither für gebietstypischen Blaufränkisch, der seine Heimat in Farbe, Duft und Geschmack authentisch repräsentiert. Alle DAC-Weine werden trocken ausgebaut, der Restzucker darf maximal 2,5 g pro Liter betragen.

 

Drei Stufen gliedern die Qualitätspyramide:

  • Mittelburgenland DAC: Fruchtig, würzig und mit wenig bis keinem Holzton – die Einstiegskategorie mit mindestens 12,5 % vol. eignet sich ideal als Begleiter von kräftigen Fleischgerichten.
  • Mittelburgenland DAC mit Riedenbezeichnung: Weine aus einer klar definierten Lage, etwas kräftiger und komplexer als der Gebietswein. Mindestens 13,0 % vol., die jeweilige Riede wird am Etikett vermerkt.
  • Mittelburgenland DAC Reserve: Das Beste, was das Blaufränkischland zu bieten hat – vielschichtig, gehaltvoll und mit ausgeprägtem Lagerpotenzial. Mindestens 13,0 % vol., der Ausbau erfolgt häufig in neuen Holzfässern.

Wein aus dem Mittelburgenland in der INTERSPAR weinwelt

Satte Frucht, feine Würze und jede Menge Charakter: Rotweinliebhaber:innen kommen am Blaufränkischland nicht vorbei. Gemeinsam mit dem Südburgenland, dem Leithaberg und dem benachbarten Neusiedlersee, zeigt es eindrucksvoll, warum das Burgenland als Österreichs Rotwein-Hochburg gilt. Lust auf eine Kostprobe? In der INTERSPAR weinwelt finden Sie elegante Rotweine, spritzige Weißweine und fruchtige Rosés aus Österreich und aller Welt. Es wartet auch eine große Auswahl an Spirituosen für jeden Geschmack – vom rauchigen Whisk(e)y bis zum feurigen Tequila. Für Leseratten unter den Genießer:innen bietet unsere umfassende Wein- und Spirituosenkunde jede Menge zum Schmökern: etwa wie man Wein richtig dekantiert, worin sich weißer und brauner Rum unterscheiden oder was Champagner ausmacht. Viel Freude beim Entdecken!

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