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St. Laurent: Österreichischer Rotwein mit Charakter

Elegant, fruchtig und komplex zugleich: St. Laurent ist eine der charaktervollsten Rotweinsorten Österreichs. Ob jung und frisch aus dem Stahltank oder gereift im Barrique, die Rebsorte begeistert mit tiefdunkler Farbe, vielschichtiger Aromatik und feiner Tanninstruktur. Hier erfahren Sie alles über Herkunft, Geschmack, Anbaugebiete und perfekte Speisenbegleitung des St. Laurent – ein Muss für Liebhaber:innen österreichischer Rotweine!

Herkunft und Geschichte

Die Rebsorte St. Laurent gehört zur traditionsreichen Burgunderfamilie und zählt zu den wichtigsten Rotweinsorten Österreichs. Neben den heimischen Weingärten wird auch das Elsass in Frankreich als möglicher Ursprung diskutiert, da die Rebsorte im 19. Jahrhundert von dort nach Deutschland gelangte. Ihre genaue Herkunft ist bis heute nicht vollständig geklärt, doch St. Laurent gilt inzwischen als autochthon für Österreich und spielt eine zentrale Rolle in der hiesige Weinbaugeschichte.

 

Genetisch steht St. Laurent, wie bereits erwähnt, in enger Verbindung zum Pinot Noir (Blauer Burgunder) – dieser wurde mit Hilfe von DNA-Analysen als ein “Elternteil” der Rebsorte nachgewiesen.

 

Übridens: St. Laurent ist, gemeinsam mit Blaufränkisch, eine Ursprungssorte der erfolgreichsten Neuzüchtung Österreichs, dem Zweigelt.

 


Schon gewusst? Ihren Namen verdanken die Trauben dem Heiligen Laurentius, denn sie reifensehr früh, bereits rund um seinen Gedenktag am 10. August. Ursprünglich war die Rebsorte als “St. Laurenz” bekannt, mit zunehmender internationaler Verbreitung wurde sie schließlich auf das heute bekannte “St. Laurent” umbenannt.


 

Wo wird St. Laurent angebaut?

St. Laurent wird vor allem in Mitteleuropa kultiviert – neben Österreich auch in Deutschland, Tschechien und der Slowakei. Hierzulande gedeiht die Rebsorte besonders in der Thermenregion Niederösterreichs rund um Gumpoldskirchen, Traiskirchen, Baden, Sooß und Tattendorf sowie am nördlichen Burgenland am Neusiedlersee hervorragend. Auch im Leithaberg, im Carnuntum und vereinzelt in klassischen Weißweingebieten wie Wachau, Kamptal, Kremstal, Wagram, Weinviertel und sogar Wien zeigen die Trauben ihre charakteristische Eleganz. Die österreichische Gesamtanbaufläche wird auf rund 600 bis 800 Hektar geschätzt.

Internationale Verbreitung

Erstmals dokumentiert wurde St. Laurent rund um Wien, in Gumpoldskirchen und im Stift Klosterneuburg. Von dort aus trat die Rebsorte ihren Siegeslauf in Österreich und umliegenden Ländern an – in Deutschland etwa liegen die größten Anbauflächen in der Pfalz und in Rheinhessen, daneben gibt es Bestände in Baden, an der Nahe und an der Mosel. Auch in Tschechien und der Slowakei gehört St. Laurent zu den beliebtesten Rotweinsorten. Besonders in Mähren ist sie verbreitet und wird auf namhaften Weinbergen gepflegt. Kleinere Bestände gibt es außerdem in Kroatien, Ungarn und in Frankreich – im Elsass wurde die Sorte im 19. Jahrhundert kultiviert, ist dort heute aber kaum noch verbreitet.

 

Dank ihrer Anpassungsfähigkeit an verschiedene Bodenarten, von Löss über sandige Lehmböden bis zu Kalkgestein, und das elegante Aromaprofil ist St. Laurent in diesen Regionen eine geschätzte Spezialität.

Charakteristik: Wie schmeckt St. Laurent?

St. Laurent präsentiert sich als violetter bis rubinfarbiger Rotwein mit einem vielschichtigen Aroma und elegantem, samtigem Charakter. Typisch sind die dominanten Noten dunkler Beeren wie Brom- und Waldbeeren, aber auch Kirschen, insbesondere Sauerkirschen und Weichseln, sind aromatisch vertreten. Ergänzt werden sie oft durch Zwetschken und feine Nuancen von Bitterschokolade, Kaffee, Vanille und Zimt, die besonders bei Barrique-Ausbau deutlich hervortreten.

 

Im Duft wie am Gaumen zeigen sich die intensiven Fruchtaromen gepaart mit eleganten würzigen Tönen. Junge St. Laurent-Weine wirken oft noch etwas herb und säurereich; mit zunehmender Reife entwickeln sie ein samtiges, vollmundiges Profil mit ausgewogenen, feinen Tanninen und einer angenehmen Fruchtwürze.

 

Auch der Ausbau beeinflusst die Stilistik von St. Laurent:

  • Stahltank: Betont die fruchtige Frische, vor allem Kirschen und rote Beeren.
  • Barrique-Holzfass: Verleiht zusätzliche Tiefe, Vanille- und Röstaromen sowie Länge im Abgang.

 

St. Laurent wird in der Regel trocken ausgebaut, mit moderatem Alkoholgehalt (meist unter 13  % vol.), lebendiger Säure und feinem Gerbstoff. Diese Eigenschaften machen ihn zu einem vielseitigen, eleganten Rotwein, der sowohl jung genossen als auch gereift große Freude bereitet.

Die Charakteristik von St. Laurent im Überblick

  • Farbe:
    Dunkles Rubinrot bis Violett

  • Duftaromen:
    Sauerkirsche, Brombeere, Zwetschke, Vanille, Zimt, Leder

  • Geschmack:
    Elegant, samtig, fruchtig, ausgewogen, feine Säure

  • Abgang:
    Langanhaltend, fruchtig-würzig, manchmal rauchig

  • Ausbau:
    Edelstahl (fruchtig), Barrique (komplex/mild)
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Lagerfähigkeit & Trinktemperatur: Wie St. Laurent am besten schmeckt

St. Laurent überzeugt durch seine gute bis sehr gute Lagerfähigkeit, abhängig von Weintyp und Ausbau. Frisch-fruchtige Varianten, die im Stahltank vinifiziert werden, entfalten ihr volles Aroma in ihrer Jugend und sollten innerhalb von 1-3 Jahren genossen werden. Hochwertige Lagen- und Reserveweine mit Ausbau im Holz- oder Barriquefass verfügen über ein deutlich längeres Reifepotential von 5-10 Jahren, Spitzenweine können sogar 15-20 Jahre lagern und dabei an Komplexität, Harmonie und Tiefe gewinnen.

 

Die ideale Trinktemperatur von St. Laurent entfaltet sich bei jüngeren, fruchtbetonten Weinen leicht gekühlt bei etwa 14-16 °C ihre frischen und lebendigen Aromen, während komplexere Reserve-Qualitäten ihr Potenzial optimal bei 16-18 °C. Sie profitieren zusätzlich vom Dekantieren, wodurch sich Aromen und Tannine für einen runden, harmonischen Genuss verbinden.

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