Herkunft und Geschichte
1923 entstand der Blauburger an der Höheren Bundeslehranstalt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg. Sein Schöpfer: Dr. Fritz Zweigelt, der damit ein konkretes Problem lösen wollte. Denn österreichischer Rotwein war damals oft blass – so blass, dass Winzer:innen häufig Färberweine aus Italien zusetzten, um eine ansprechende Tönung zu erzielen. Zweigelt kreuzte den Blauen Portugieser mit dem Blaufränkisch und schuf damit eine Sorte, die diese Aufbesserung überflüssig machte. Ihr Name ist Programm: „Blau" verweist auf die intensiv blauschwarzen Beeren, „Burger" auf den Herkunftsort Klosterneuburg. Das Ergebnis vereint die Frühreife und Ertragssicherheit des Blauen Portugiesers mit der Farbtiefe und Struktur des Blaufränkisch.
Im Weingarten zeigt sich der Blauburger erstaunlich genügsam: Er stellt keine hohen Ansprüche an Boden oder Lage und liefert auch in klimatisch schwierigeren Zonen verlässlich gute Erträge. Wichtig ist allerdings eine konsequente Ertragsregulierung, denn nur so entstehen ausdrucksstarke, gehaltvolle Weine. Die Mühe lohnt sich: Der Blauburger ist in Österreich als Qualitätswein-Rebsorte zugelassen.
Gewusst? Fritz Zweigelt schuf, wie sein Name bereits vermuten lässt, nicht nur den Blauburger, sondern auch dessen berühmten Bruder: den Zweigelt. Der eine wurde zum Star, der andere ist noch ein Geheimtipp.