Wo wird Blauer Wildbacher angebaut?
Sein natürliches Zentrum liegt nach wie vor eindeutig in der Weststeiermark, die nicht ohne Grund als Schilcherland bekannt ist. Hier, vor allem rund um Deutschlandsberg, Stainz und Ligist, wachsen die Reben auf Gneis-, Schiefer- und Mergelböden, die lokal als Opok zusammengefasst werden. Das illyrisch geprägte Klima mit warmen Sommern, reichlich Niederschlag und kühlen Nächten sorgt für eine langsame, gleichmäßige Reife und prägt die lebendige Säure, die den klassischen Schilcher-Stil so unverwechselbar macht. Kleinere Bestände des Blauen Wildbachers gibt es auch in der Südsteiermark und im Vulkanland Steiermark, wo die Sorte ebenfalls für Roséweine genutzt wird – allerdings ohne die markante Herkunftsprägung des Westens.
Wildbacher gilt im Weingarten als anspruchsvoll: Er reift spät, reagiert empfindlich auf Frost und Fäulnis und zeigt von Natur aus eine ausgeprägte Säure. Gerade diese Herausforderungen machen ihn in der Pflege fordernd – und im Glas umso charaktervoller.
Internationale Verbreitung
Außerhalb Österreichs hat sich der Blaue Wildbacher nur in Ausnahmefällen etabliert. In Venetien, nahe Treviso, existieren heute rund 4 Hektar alter Pflanzungen – Erinnerungen an frühere Anbauversuche, die bis in das 19. Jahrhundert zurückreichen. Abgesehen von diesen kleinen Beständen findet man die Sorte international kaum; in anderen Ländern bleibt sie meist auf Versuchsanlagen oder private Sammelstöcke beschränkt. Das charakteristische Zusammenspiel aus Boden, Klima und traditioneller Bewirtschaftung lässt sich außerhalb der Steiermark kaum reproduzieren – ein wesentlicher Grund dafür, dass Blauer Wildbacher bis heute eine Rarität geblieben ist, deren Identität eng mit der Weststeiermark verwoben bleibt.