Was ist eine Bloody Mary?
Der pikante Cocktail-Klassiker im Porträt
Der pikante Cocktail-Klassiker im Porträt Sie ist als Kater-Drink bekannt und wird, wie die Mimosa, gerne im Flugzeug getrunken – die Bloody Mary ist wohl einer der ungewöhnlichsten Cocktails überhaupt. Während die einen ihren würzig-salzigen Charakter und die belebende Wirkung schätzen, rümpfen andere schon beim Gedanken an Tomatensaft mit Vodka die Nase. Von einer geheimnisvollen Entstehungsgeschichte über die perfekte Balance aus Schärfe, Umami und Cocktail-Bitters bis hin zur Kunst der richtigen Garnitur – dieser rote Klassiker ist weit mehr als nur ein simpler Tomatensaft-Cocktail. Doch was wirklich hinter diesem außergewöhnlichen Drink steckt und wie Sie die perfekte Bloody Mary zuhause zaubern können, verraten wir Ihnen hier.
Woher kommt die Bloody Mary?
Bereits seit dem 19. Jahrhundert ist die Kombination aus Vodka und Tomatensaft bekannt, doch was wir heute als Bloody Mary kennen, wurde wahrscheinlich erst in den 1930er Jahren kreiert. Wie bei vielen großen Erfindungen gibt es auch hier unzählige Geschichten darüber, wo der Cocktail seinen Ursprung hat. Eine dieser Geschichten führt uns in den legendären 21 Club in New York, wo sowohl ein Barkeeper als auch der Komiker George Jessel als mögliche Erfinder des Drinks gelten. Eine andere Variante der Entstehungsgeschichte handelt von Fernand Petiot, einem französischen Barkeeper, der sein Handwerk in einer Pariser Bar perfektionierte – jener Bar, die sich rühmt, bereits Cocktailklassiker wie White Lady und Sidecar hervorgebracht zu haben. In einem späteren Interview gestand Petiot, dass er Jessels ursprünglich schlichtes Rezept aus gleichen Teilen Vodka und Tomatensaft als Grundlage genommen und so lange verfeinert habe, bis daraus die Bloody Mary entstand, wie wir sie heute kennen und schätzen. Und der Name? Wer nun auf dramatische Geschichten über Geister oder die schottische Königin Mary Stuart hofft, wird leider enttäuscht – die Wahrheit ist weit weniger spektakulär und dennoch genauso unklar. Beide "Erfinder" behaupten, den Drink einfach nach verschiedenen Marys aus ihrem direkten Umfeld benannt zu haben.
Übrigens: Dem Nobelhotelbesitzer John Astor war der Name Bloody Mary zu vulgär für sein opulentes St. Regis Hotel in New York, weshalb der Drink dort zeitweise als ”Red Snapper” geführt wurde – bis heute steht dieser Name tatsächlich für die Gin-Variante der Bloody Mary. Und auch andere Spirituosen haben ihre eigenen Namen hervorgebracht: Die Tequila-Version heißt Bloody Maria und die Variante mit schottischem Whisky kennt man als Bloody Scotsman.