Chile

Wein aus Chile: Berge, Meer und erstklassige Reben

 

Haben Sie schon einmal etwas vom Bordeaux Südamerikas gehört? Falls nicht – vielleicht ist Ihnen ja sein offizieller Name geläufiger: Chile. Das langgezogene, schmale Land an der Westküste Südamerikas ist neben Argentinien eine der bedeutendsten Weingegenden des südamerikanischen Kontinents. Besonders bekannt ist Chile, genau wie das echte Bordeaux in Frankreich, für seine exzellenten Rotweine. Aber auch zahlreiche andere edle Tropfen kommen aus dem Gebiet zwischen Anden und Pazifik.

 

Weinbau in Chile in Zahlen:

  • Gesamte Rebfläche: ca. 207.000 ha
  • Weinproduktion/Jahr: ca. 9,3 Millionen l/Jahr
  • Weinexport: ca. 77 Mio. l/Jahr
  • Pro-Kopf-Verbrauch: ca. 10,5 Liter/Jahr

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Es gibt wohl kaum ein anderes südamerikanisches Land, in dem die Bedingungen für Weinbau so ideal sind wie in Chile. Durch die isolierte Lage zwischen Meer und Gebirge finden Reben hier ideale Voraussetzungen vor, um prächtig zu gedeihen. Das Land liegt zudem in mehreren Klimazonen, die unterschiedliche Bedingungen für Weinbau liefern. Dadurch bietet Chile eine breite Sortenvielfalt, die für unvergleichliche Aromen am Gaumen sorgt. Apropos Sorten: Auch hier lässt sich ein Vergleich zum französischen Bordeaux ziehen, denn mit Cabernet Sauvignon, Merlot, Carménère, Sauvignon Blanc und Chardonnay werden in Chile zahlreiche Trauben angebaut, die ihren Ursprung “en France” haben.

Weinregionen in Chile: Nation der Extreme

Karge Wüsten, kühle Bergtäler, fruchtbares Vulkangestein, frische Meeresbrisen – was Witterung und Böden betrifft, hat Chile aufgrund seiner einzigartigen Lage (fast) alles zu bieten. Entsprechend vielfältig sind die Tropfen, die in den einzelnen Weinregionen angebaut werden:

Aconcagua

Das nach dem höchsten Berg des Kontinents benannte Gebiet Aconcagua liegt im gleichnamigen Flusstal nahe der Küste, wo Meeresbrisen die Luft kühlen. Hier entstehen frisch-fruchtige Sauvignon Blancs und mit die besten Pinot Noirs des Landes.

Casablanca

Das Casablanca-Tal profitiert von den kühlenden Winden des Pazifiks. Die Weinregion ist Garant für erstklassige Weißweine, vorrangig aus den Rebsorten Chardonnay und Sauvignon Blanc.

Carménère

Die Resbsorte wurde bereits um 1850 in Chile angebaut aber es sollte fast 150 Jahre dauern, bis sie als solche erkannt wurde. Davor wurde sie fälschlicherweise für Merlot gehalten und als solcher verkauft. Carmérè ist mittlerweile die Nationalrebe Chiles und ergibt würzige, kräftige Weine mit Aromen nach schwarzen Früchten, Mokka, Lebkuchen und zart rauchigen Nuancen.

Central Valley

Hier, nahe der Hauptstadt Santiago, werden rund 90 % aller exportierten Weine Chiles produziert. Die Region gliedert sich – von Nord nach Süd – in folgende 4 Subbereiche:

Maipo
Das Maipo-Tal stellt wohl die berühmteste und auch prestigeträchtigste Weinbauregion Chiles dar. Von hier stammen die besten Rotweine des Landes.

Rapel
Im Rapel Valley gilt es vor allem Colchagua näher zu betrachten denn diese Subregion hat in jüngster Vergangenheit mit guten Rotweinen aus Merlot, Carmenère oder Cabernet Sauvignon auf sich aufmerksam gemacht.

Curicó
Hier bauen die großen, renommierten Unternehmen aber auch viele kleine Produzenten ihre Weine an. Am meisten verbreitet sind Cabernet Sauvignon und Sauvignon Blanc.

Maule
Das Gebiet hat sich seinen guten Ruf hart erarbeitet. Die kühle, wolkenreiche Region eignet sich für Weißweinsorten wie Chardonnay und Sauvignon Blanca aber hauptsächlich wird Cabernet Sauvignon, Carmenère, Malbec und Merlot angebaut.

Regionen und Rebsorten

  • Aconcagua
  • Casablanca
  • Carménère
  • Central Valley

Coquimbo

Rund 500 km nördlich der Hauptstadt Santiago liegt mit Coquimbo eine der aufstrebendsten Weinregionen des Landes. Sie erstreckt sich direkt entlang der Pazifikküste und umfasst mehrere Täler, in denen Wein angebaut wird. Zu den wichtigsten gehören das Elqui-Tal, welches durch sein trockenes Wüstenklima perfekt für Rotweine wie würzigen Syrah oder süßen Pedro Ximénez ist, sowie das südlicher gelegene Limarí-Tal, in dessen maritimer Umgebung Weißweine wie Chardonnay und Sauvignon Blanc besonders aromatisch gedeihen.

 

Valle Sur

Das Valle Sur ist die südlichste und zugleich eine der ältesten Weinregionen Chiles – tatsächlich wird hier schon seit der Zeit der spanischen Kolonialisierung Wein angebaut. Im Vergleich zu anderen Teilen des Landes herrschen hier eher kühle Temperaturen mit reichlich Niederschlag, was für besonders fruchtige Weine sorgt. Auch dieses Gebiet teilt sich in drei bedeutende Täler: Das größte ist das Valle del Italia, hier werden hauptsächlich intensive Rotweinsorten wie Pais, Carignan Noir und Cabernet Sauvignon angebaut. Das Valle del Bio-Bio ist praktisch ganzjährig von Regen und starkem Wind geprägt – ideal für Weißweine wie Muscat d’Alexandrie, Chardonnay und Sauvignon Blanc. Direkt südlich des Valle del Bio Bio liegt das Valle del Malleco mit Vulkansteinböden und starken Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Typisch für diese Subregion sind erfrischende Weißweinsorten, aber auch vollmundiger Pinot Noir.

Welche Rebsorten gibt es in Chile?

Chile ist bekannt für seine Rotweine, rund ⅔ der Rebflächen sind mit roten Trauben bepflanzt. Doch es lohnt sich, auch die eine oder andere Flasche Weißwein aus dem Andenland zu probieren. Diese machen das übrige Drittel der Rebflächen aus und werden hauptsächlich nahe der Küste angebaut, wo fruchtbare Täler auf kühle Meeresluft treffen.

 

Hier die wichtigsten Sorten im Überblick:

 

Weiße Rebsorten

  • Chardonnay
  • Sauvignon Blanc
  • Sémillon
  • Riesling
  • Chenin Blanc

 

Rote Rebsorten

  • Cabernet Sauvignon
  • País
  • Merlot
  • Carménère
  • Syrah
  • Pinot Noir
  • Cabernet Franc

 

Carménère & Co.: Weine der Extraklasse

Der chilenische Weinbau bietet eine breite Vielfalt, dabei gibt es jedoch einen großen Star: den Carménère. Dieser kräftige, herbe Rotwein gedeiht im warmen Klima der Anden wunderbar und entwickelt bei der Reife im Fass seine typischen Aromen nach Schokolade, Tabak, Leder und Beeren. Nicht umsonst ist er einer der Exportschlager des Landes.

 

Doch auch andere Tropfen müssen sich nicht verstecken: Neben preiswerten Publikumslieblingen finden auch immer mehr Raritäten den Weg nach Europa, darunter besonders edle Tropfen wie der seidige Almaviva oder der zart-fruchtige Seña. Beide sind Cuvées aus typisch chilenischen Rebsorten wie Carménère oder Cabernet Sauvignon, der Almaviva wird zusätzlich noch mit Cabernet Franc, Merlot und Petit Verdot veredelt.

Qualitätsstufen chilenischer Weine im Überblick

Ähnlich wie in Argentinien ist die Qualität chilenischer Weine noch nicht allzu lange zentral geregelt, tatsächlich erst seit 1995. Damals wurde ein neues Weingesetz erlassen, das die heute gültigen Herkunftsbereiche und auch klare Regelungen für die Weinproduktion festlegt. Es definiert auch die einzige offizielle Herkunftsbezeichnung im chilenischen Weinbau: Denominacíon de Origen, kurz D.O. Diese garantiert, dass der Wein aus einer von 23 zugelassenen Rebsorten für Qualitätswein hergestellt wurde. Zudem legt sie auch klare Regeln für die Herstellung des Weines fest, so dürfen etwa maximal 25 % der Trauben aus einem anderen Jahrgang bzw. einer anderen Region als der auf dem Etikett angegebenen stammen.

 

Darüber hinaus gibt es auch mehrere Kennzeichnungen für chilenische Weine, die zwar nicht gesetzlich geregelt sind, aber dennoch von vielen Winzer:innen verwendet werden. Zu den gängigsten gehören:

  • Varietal: Einfacher Tafelwein für den täglichen Gebrauch, oft hergestellt aus einer einzigen Traubensorte.

  • Reserva: Weine, die eine bestimmte Reifeperiode hinter sich haben. Bei Rotweinen etwa beträgt diese ein Jahr, davon mindestens 6 Monate im Eichenfass.

  • Gran Reserva: Der “große Bruder” der Reserva-Weine. Die Trauben dafür stammen aus Top-Gebieten und -Lagen, nach der Lese reifen sie für mindestens 2 Jahre, davon mindestens ein Jahr im Eichenfass.

  • Edición Limitada: Weine, die in streng limitierter Menge produziert werden – etwa, weil die Herkunft der Trauben oder der Herstellungsprozess besonders einzigartig sind.

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Ob samtig-aromatische Rotweine oder spritzig-fruchtige Weißweine, Chile ist eine Weinregion der Extraklasse. Aber auch andere Länder haben exzellente Tropfen zu bieten. Die passenden Kostproben finden Sie in der INTERSPAR weinwelt: Entdecken Sie unser breites Sortiment an Weinen und Spirituosen aus aller Welt, von erstklassigen Bouteillen aus Europa und den USA bis zu rauchigem Whisk(e)y direkt aus dem Vereinigten Königreich. In unserer großen Wein- und Spirituosenkunde haben wir außerdem allerlei praktisches Know-how für Sie gesammelt – von unseren besten Tipps zum richtigen Servieren und Lagern von Wein bis zu unserer umfassenden Spirituosen-Gläserkunde, die Ihnen verrät, welches Glas perfekt zu Ihrem Lieblingsdrink passt. Wir wünschen viel Freude beim Stöbern, Verkosten und Genießen!

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