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Cocktails im Wandel der Zeit: Eine Reise durch Geschichte und Genuss

 

Vom antiken Trank über amerikanische Prohibition bis hin zur modernen Mixologie – Cocktails haben eine faszinierende Entwicklung durchlaufen. Was heute weltweit bekannt und beliebt ist, reicht weit in die Geschichte zurück: Bereits vor tausenden Jahren kombinierten Menschen Alkohol mit aromatischen Zutaten und im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus eine blühende Kultur, die sich ständig neu erfindet. Begleiten Sie uns auf einer spannende Reise durch die Evolution des Cocktails – inklusive Hintergrundwissen, kuriose Namensmythen und einem Überblick über die wichtigsten Cocktail-Sorten.

Von Amphoren zu Shakern: Die Evolution des Cocktails

Cocktails sind älter, als man vielleicht vermuten würde: Auch, wenn sie damals noch nicht als Cocktails bezeichnet wurden, reicht die Geschichte der alkoholischen Mixgetränke womöglich so weit zurück wie die des Alkohols selbst. Schon in antiken Gefäßen aus China, datiert auf etwa 7000 vor Christus, wurden Rückstände von vergorenem Reis, Honig und Früchten gefunden.

 

Was einst in Tonkrügen fermentierte, hat sich über Jahrtausende weiterentwickelt – bis hin zur raffinierten Cocktailkultur, wie wir sie heute kennen. Deren Wurzeln liegen im englischsprachigen Raum – allen voran in den USA. Die sogenannte “Goldene Ära der Cocktails”, die Mitte des 19. Jahrhunderts in Amerika begann, war geprägt von einer außergewöhnlichen Kreativität hinter der Bar: Barkeeper:innen experimentierten mit neuen Zutaten und Techniken – und Amerikaner:innen entdeckten ihre Liebe zu Mixed Drinks. Mit dem Beginn der amerikanischen Prohibitionszeit in den 1920er Jahren änderte sich die Cocktail-Szene allerdings schlagartig. Der Verkauf und Konsum von Alkohol war plötzlich verboten, geheime Bars – die legendären Speakeasies – entstanden und der illegale Handel blühte auf. In dieser Zeit wurden Cocktails zu einem Symbol für Rebellion und Einfallsreichtum, denn Barkeeper:innen mussten den minderwertigen Geschmack des selbstgebrannten Alkohols mit kreativen Zutaten genießbar machen.

 

Diese Zeit war auch der Ursprung für einen der ältesten, wenn nicht sogar den ältesten Cocktail der Welt. Damals war er einfach als “Whisk(e)y-Cocktail” bekannt, heute kennt man ihn als den Old Fashioned – eine simple Mischung aus Whisk(e)y, Zucker, Wasser und aromatisierenden Bitters. Dieses Rezept gleicht nahezu exakt der ersten schriftlichen Definition eines Cocktails aus dem Jahr 1806. Der einzige Unterschied: Die Original-Definition erlaubt “Spirituosen aller Art”, während beim Old Fashioned immer Whisk(e)y verwendet wird, was ihm damals seinen ursprünglichen Namen gab. In etwa zur selben Zeit entstand ein Drink, der bis heute für hitzige Diskussionen unter Cocktail-Liebhaber:innen sorgt: Der Sazerac – ein Cocktail aus Rye Whisk(e)y, Peychaud’s Bitters, Zucker und Absinth. Denn dieser könnte theoretisch sogar noch älter sein als der Old Fashioned.

 

Sie haben Lust bekommen, diese beiden Cocktail-Klassiker selbst zu mixen, haben aber keine voll ausgestattete Hausbar? Gar kein Problem, mit diesen Rezepten gelingen sie auch ohne viel Zubehör perfekt:

Sazerac Cocktailrezept

 

Zutaten:

 

Zubereitung:

  1. Zuerst den Würfelzucker in einen Tumbler geben und diesen mit dem Bitter tränken. Nun etwas klares Wasser hinzufügen und den Würfelzucker zerdrücken.
  2. Rye Whiskey oder Cognac mit dem Absinth dazumengen und umrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
  3. Als letztes einige Eiswüfel hinzufügen und den Sazerac mit einem Stück Zitronenschale abspritzen.
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Old Fashioned Cocktailrezept

 

Zutaten:

 

Zubereitung:

  1. Der Old Fashioned Cocktail wird direkt im Glas zubereitet.
  2. Dafür den Würfelzucker in einen Tumbler geben und diesen mit Angostura tränken. Danach etwas klares Wasser dazugeben.
  3. Anschließend den Zucker mit einem (Bar-)Löffel zerdrücken, die Eiswürfel ins Glas geben, den Whiskey darüber gießen und gut umrühren.

Nach dem Ende der Prohibition und den entbehrungsreichen Kriegsjahren erlebten Cocktails Mitte des 20. Jahrhunderts eine Renaissance, doch erst in den 1990er Jahren konnte sich ein echtes Revival der Kultur durchsetzen. Bartender:innen legten ihren Fokus auf klassische Rezepte, hohe Qualität und Handwerkskunst und hoben das Mixen von Cocktails auf ein ganz neues Niveau. Bis heute befindet sich moderne Cocktailkultur in einem ständigen Wandel: Die Kunst der Mixologie entwickelt das Handwerk stetig weiter und inspiriert zu kreativen Signature Cocktails, die alte Rezepte neu interpretieren.

 


Schon gewusst? In den 1950er Jahren gab es einen Cocktail, der mit Radium angereichert war. Der “Atomic Cocktail” – benannt nach der “Atomic City”, Las Vegas – besteht heutzutage allerdings nur noch aus gleichen Teilen Vodka und Brandy, etwas Sherry und trockenem Champagner. Das Radium wurde schon kurz nach der Erfindung des Cocktails aus dem Rezept entfernt.


 

Woher hat der Cocktail seinen Namen?

Das Wort “Cocktail” tauchte erstmals 1803 in einem Zeitungsartikel auf. Damals berichtete ein junger Mann von den Tücken eines verkaterten Morgens und erwähnte, ganz nebenbei, diesen heute so geläufigen Begriff. Doch woher kommt das Wort eigentlich? Diese Frage beschäftigt Cocktail-Liebhaber:innen seit vielen Jahren und war der Grund für unzählige Theorien – manche plausibel, andere herrlich fantasievoll. Ob bunte Hahnenfedern, erfinderische Barkeeper oder eine unkonventionelle Geschichte, die Ingwer und Pferde involviert: Hier finden Sie die spannendsten und gängigsten Theorien im Überblick.

 

Hahnenfeder-Theorie

Zur Hahnenfeder-Theorie oder “cock-tail-theory” kursieren zwei verschiedene Erzählweisen. Die erste führt uns in eine mexikanische Hafenstadt, in der Barkeeper:innen ihre Getränke nicht mit Metalllöffeln, sondern mit Wurzeln einer einheimischen Pflanze rührten, die Hahnenfedern zum Verwechseln ähnlich sah. Die zweite Version stammt aus der Welt der Hahnenkämpfe. Hier soll der oder die Sieger:in die Schwanzfedern des unterlegenen Hahns erhalten haben, die er dann kurzerhand in seinen Siegesdrink steckte.

 

Apotheker-Theorie

Im 19. Jahrhundert schenkte ein amerikanischer Apotheker und Erfinder der Peychaud Bitters seine Kreation mit Cognac, Zucker und Gewürzen in einem kleinen Eierbecher oder “Coquetier” aus. Manche Sprachforscher:innen vermuten, dass sich daraus im Laufe der Zeit das Wort “Cocktail” entwickelt hat.

 

Coquetel-Theorie

Diese Theorie besagt, dass amerikanische Soldaten ein französisches Getränk namens “Coquetel” in ihrer Zeit in Europa kennen und lieben lernten. Angeblich wurde es dann als “Cocktail” in die Neue Welt importiert.

 

Pferdeschwanz-Theorie

Charmant-schräg wird es bei der Pferdeschwanz-Theorie: Hier wird behauptet, der Begriff gehe auf die “cocked-tails” der Kutschpferde zurück, die Ingwer-Zäpfchen erhielten, um ihre Leistungsfähigkeit zu steigern. Das feurige Temperament dieser Tiere wurde oft mit dem Verhalten betrunkener Menschen verglichen.

Die bunte Welt der Cocktail-Sorten: Ein Überblick für Genießer:innen

Die abwechslungsreiche Welt der Cocktails, mit ihren unterschiedlichen Zutaten und Geschmacksprofilen, lädt zum Entdecken ein. Damit Sie stets den Überblick behalten, finden Sie hier die wichtigsten Cocktail-Sorten im Portrait.

  • Shortdrinks zeichnen sich durch ihren höheren Alkoholgehalt und das Fehlen von Fillern wie Soda, Saft oder Limonade aus. Ihr Name leitet sich von der geringen Füllmenge von nur 5 bis 10 cl ab. Zu den Klassikern zählen Manhattans, Martinis und Negronis.

  • Longdrinks – ebenfalls nach ihrer Größe benannt – enthalten 14 bis 25 cl und bestehen in der Regel aus einer Spirituose und einem nicht-alkoholischen Mixer. Bekannte Beispiele sind unter anderem Gin Tonic und Cola Rum.

  • Bucks und Mules bestehen beide aus einer Basis-Spirituose wie Gin, Bourbon oder Rum und werden traditionell im Kupferbecher serviert. Wo sie sich allerdings unterscheiden, ist beim Mixer zur Spirituose. Ein Buck verwendet Zitronensaft und Gingerale, während beim Mule auf Limettensaft und Ginger Beer gesetzt wird.

  • Cobblers sind Drinks mit viel Frucht im Glas: Hier trifft Sherry auf Zuckersirup und viele frische Früchte. Ihren Namen verdanken sie dem gleichnamigen Dessert, das ebenfalls herrlich fruchtig schmeckt.

  • Colada beschreibt einen fruchtig-cremigen Drink, der aus Kokosmilch, Rum und Fruchtsäften besteht, die ihm einen tropischen Geschmack verleihen. Der wohl bekannteste Drink in dieser Cocktail-Kategorie ist der Piña Colada.

  • Sours sind bekannt für ihr harmonisches Gleichgewicht aus Spirituose, Säure und Süße: Typisch ist eine Basis aus Zitronen- oder Limettensaft, Zucker und einer Spirituose. Ein klassisches Beispiel ist der Pisco Sour mit Amargo Chuncho Bitters. Optional sorgt die Zugabe von Eiweiß für eine besonders cremige Schaumschicht.

  • Daisy ist eine mildere und süßere Variation des beliebten Sours – der unverwechselbare Geschmack entsteht durch die Zugabe von Grenadine-Sirup.

  • Crustas sind nach ihrem charakteristischen Zuckerrand benannt und orientieren sich ebenfalls am Rezept des Sours. Häufig werden sie mit Maraschino Likör gemischt und mit Cocktail Bitters geschmacklich abgerundet.

  • Fizz und Collins bestehen beide aus einer Spirituose, Saft, Zucker und Sodawasser. Der Hauptunterschied liegt allerdings in der Süße: Ein Collins ist in der Regel süßer. Außerdem können Fizzes optional – wie Sours – ebenfalls Eiweiß oder Eidotter enthalten.

  • Flips und Eggnogs: Zwei sehr ähnliche Drinks, die sich auf den zweiten Blick doch unterscheiden. Beide verdanken ihre samtige Textur dem Einsatz von Ei. Beim Eggnog kommen zusätzlich Milch, Schlagobers und Gewürze ins Spiel – und er muss nicht immer alkoholisch sein.

  • Juleps basieren auf einer einfachen Mischung aus Bourbon und Zuckersirup. Bekannt wurde diese Cocktail-Kategorie durch den Mint Julep, der die klassische Rezeptur mit einer großzügigen Portion Minze verfeinert.

  • Slings zählen zu den klassischen Cocktail-Kategorien und zeichnen sich durch eine Mischung aus einer Spirituose, Zuckersirup, Zitronensaft aus. Abschließend werden, je nach gewolltem Geschmack, entweder Likör oder Sodawasser hinzugefügt.

  • Tiki Cocktails werden mit karibischem Rum, exotischen Säften, Gewürzen und Sirups gemischt. Man erkennt sie an der oft extravaganten und fruchtigen Garnitur – so wird zum Beispiel der Mai Tai gerne mit einer Kirsche, einem Stück Ananas und einem Ananasblatt verziert.

  • Mocktail bezeichnet im Grunde einen Cocktail – nur ohne Alkohol. Egal ob fruchtig, würzig oder spritzig: Jeder Cocktail kann als Mocktail genossen werden, wenn man den Alkohol weglässt.

 

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