Wo wird Rotgipfler angebaut?
Der Rotgipfler ist heute fast ausschließlich in der Thermenregion Niederösterreichs zu finden – jenem Weinbaugebiet südlich von Wien, das sich von Perchtoldsdorf über Gumpoldskirchen und Pfaffstätten bis nach Bad Vöslau erstreckt. Mit einer Anbaufläche von rund 110 Hektar, was etwa 0,2 % der gesamten österreichischen Rebfläche entspricht, zählt er zu den seltensten Weißweinsorten des Landes.
Die Sorte stellt hohe Ansprüche an Lage und Boden: Sie benötigt warme Südlagen auf kalkhaltigen, teils lehmigen und schottrigen Böden, um ihr volles Potenzial zu entfalten. Das pannonisch beeinflusste Klima der Thermenregion mit heißen Sommern, trockenen Herbsten und den Ausläufern des Wienerwaldes bietet ideale Voraussetzungen. Bekannte Lagen wie Herzogberg bei Perchtoldsdorf, Rodauner in Traiskirchen, Wiege in Gumpoldskirchen oder Rosenberg in Pfaffstätten prägen das Aromenspiel und die Stilistik der Weine.
Übrigens: Der Rotgipfler wurde von Slow Food Austria in die „Arche des Geschmacks" aufgenommen – ein Gütesiegel für schützenswerte regionale Spezialitäten. Angesichts des Klimawandels zeigt sich die Sorte zukunftsfähig: Sie verträgt Wärme und Trockenheit gut und behält dabei Frische und Balance.