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Crémant – Stilvoll. Prickelnd. Anders.

 

Wer Schaumwein liebt und Neues entdecken möchte, findet im Crémant eine stilvolle Alternative mit Charakter. Er überzeugt mit feiner Perlage, frischen Aromen und angenehm cremiger Textur – ein edler Genuss, der nicht nur als Aperitif begeistert. Doch was macht Crémant so besonders? Woher stammt er, wie wird er hergestellt und worin unterscheidet er sich von seinem berühmten Verwandten, dem Champagner? In diesem Beitrag tauchen wir ein in die Welt des Crémant und zeigen, warum er unter Kenner:innen längst mehr als ein Geheimtipp ist.

Was ist Crémant?

Crémant ist ein hochwertiger Schaumwein aus Frankreich. Man könnte ihn als den sanfter prickelnden Bruder des Champagner bezeichnen, denn die beiden sind sich in vielen Punkten sehr ähnlich. Und gleichzeitig gibt es, wie meist bei Geschwistern, auch deutliche Unterschiede – dazu später mehr.

 

Der Begriff „Crémant“ leitet sich vom französischen “crémeux” ab, was so viel wie „cremig“ oder „weich“ bedeutet – eine Anspielung auf die bereits erwähnte feine Perlage und sanfte Textur, die Crémant so besonders machen. Offiziell ist Crémant eine geschützte Herkunftsbezeichnung („AOP“) und steht für französische Schaumweine, die außerhalb der Champagne nach der traditionellen Methode in der Flasche vergoren werden. Diese Methode – auch „Méthode Traditionelle“ genannt – sorgt für die natürliche Kohlensäure und die typische Mousseux, also den feinen Schaum.

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Die Herstellung von Crémant unterliegt, wie bei allen Weinen mit geschützter Herkunftsbezeichnung, strengen Vorschriften: Die Trauben müssen von Hand gelesen werden, die Pressung ist reglementiert, die Hefelagerung muss mindestens neun Monate dauern und der Flaschendruck rund 3,5 bar betragen. Dieser vergleichsweise niedrige Druck trägt zur geschmeidigen Textur des Crémants bei.

 

Der Schaumwein wird seit den 1970er Jahren gezielt in acht französischen Weinregionen produziert:

  • Elsass / Crémant d’Alsace
    Aromen: Äpfel, Birnen, Pfirsich, Zitrus, Honigmelone, rote Beeren (Rosé), frisch, cremig

  • Bordeaux / Crémant de Bordeaux
    Aromen: Rote Früchte (Kirsche, Himbeere), Pfirsich, floral, mineralisch, würzig, harmonisch

  • Burgund / Crémant de Bourgogne
    Aromen: Weiße Früchte (Apfel, Birne), Brioche, Toast, mineralisch, cremig, komplex

  • Loire / Crémant de Loire
    Aromen: Grüne Früchte (Apfel, Quitte), Zitrus, Blumen, Kräuter, Honig, frisch

  • Jura / Crémant du Jura
    Aromen: Apfel, Birne, Zitrus, nussig (Mandel, Haselnuss), cremig, würzig

  • Limoux / Crémant de Limoux
    Aromen: Apfel, grüne Birne, Zitrus, Gras, florale Noten, lebhafte Säure

  • Savoie / Crémant de Savoie
    Aromen: Grüne Früchte (Apfel, Birne), floral, mineralisch, würzig, frisch

  • Die / Crémant de Die
    Aromen: Pfirsich, Marille, tropische Früchte, blumig, honigartig, frisch, leicht

 

Die jeweilige Herkunft bestimmt auch die verwendeten Rebsorten: So kommt etwa in der Loire oft Chenin Blanc zum Einsatz, während im Elsass Pinot Blanc, Chardonnay oder Auxerrois dominieren.

 

Die Wiege des Crémants liegt im Elsass, wo bereits vor über 100 Jahren erste Schaumweine nach diesem Prinzip erzeugt wurden. Mittlerweile zählt er zum festen Bestandteil der französischen Weinkultur, und auch andere Länder wie Luxemburg oder Belgien dürfen unter bestimmten Bedingungen Crémant erzeugen.

 

Die überwiegende Mehrheit dieser Schaumweine ist ohne Jahrgangsangabe (non-vintage) und wird in der trockenen Variante (“Brut”) angeboten, wobei sie auch in den Geschmacksrichtungen Extra Brut, Demi-Sec, & Co. produziert werden.

 


Schon gewusst? Die meistgetrunkene Crémant-Sorte “daheim” in Frankreich ist Crémant d’Alsace – diese wird auch in großen Mengen in andere Länder exportiert.


 

Méthode Traditionelle: Die Kunst der Flaschengärung

 

Die in Frankreich entstandene „Méthode Traditionelle“ ist das aufwändigste und renommierteste Verfahren zur Herstellung hochwertiger Schaumweine wie Champagner, Crémant, Cava und Winzersekt. Die zu Deutsch “traditionelle Flaschengärung” genannte Methode besteht aus folgenden Arbeitsschritten:

  1. Grundweinbereitung: Aus sorgfältig von Hand gelesenen Trauben entsteht zunächst ein stiller Basiswein durch eine reguläre Gärung.

  2. Tirage: Der Grundwein wird in Flaschen gefüllt und mit der sogenannten Fülldosage (auch “Tiragelikör” genannt, einer Mischung aus Hefe und in Wein gelöstem Zucker) versetzt.

  3. Zweite Gärung in der Flasche: Die Flasche wird mit einem Kronkorken verschlossen. Die Mikroorganismen der Hefe vergären jetzt den Zucker zu Alkohol und Kohlensäure, letztere bleibt in der Flasche und sorgt für die feinen Perlen.

  4. Hefelagerung („sur lattes“): Anschließend reifen die Schaumweine Monate bis Jahre auf der Hefe. Hierbei entstehen die komplexen Aromen wie Brioche und Nuss sowie die feine Cremigkeit.

  5. Rütteln („Remuage“): Die Flaschen werden schrittweise geneigt und gedreht, sodass sich die Hefezellen im Flaschenhals sammeln. Früher passierte dieser Arbeitsschritt händisch, heute behelfen sich Winzer:innen meist mit Maschinen.

  6. Degorgieren: Der Hefepfropf im Flaschenhals wird durch Einfrieren und anschließendes schnelles Öffnen der Flasche entfernt – der durch die plötzliche Kälte entstehende Druck lässt die verdichtete Hefe regelrecht aus der entkorkten Flasche schießen.

  7. Dosage & Verschluss: Abschließend wird der beim Degorgieren entstandene Flüssigkeitsverlust durch die Versanddosage (ähnlich der Fülldosage, eine Mischung aus Wein und Zucker) ausgeglichen und der endgültige Stil (z.B. brut, extra dry) bestimmt.

 

Die Mengenverhältnisse der Zutaten in Füll- und Versanddosage sind in der Regel Betriebsgeheimnisse der Winzereien. Und das aus gutem Grund, denn die im Französischen „Liqueur“ genannte Zugabe prägt die Aromen des Schaumweins und macht die Tropfen verschiedener Hersteller:innen unverwechselbar.

Was ist der Unterschied zwischen Crémant und Champagner?

Sie zählen beide zur Königsklasse der Schaumweine – und doch unterscheiden sich Crémant und Champagner in mehreren wesentlichen Punkten:

 

Herkunft und Herkunftsbezeichnung:

Champagner darf ausschließlich in der französischen Region Champagne hergestellt werden und trägt die geschützte Ursprungsbezeichnung AOC „Champagne“. Crémant hingegen stammt aus anderen französischen Weinregionen, etwa dem Elsass, der Loire oder dem Burgund, und ist ebenfalls durch Herkunftsbezeichnungen wie „Crémant d’Alsace“ oder „Crémant de Bourgogne“ geschützt.

 

Rebsorten:

Auch bei den verwendeten Rebsorten gibt es klare Unterschiede. Champagner basiert meist auf Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier, während Crémant je nach Region mit anderen Sorten vinifiziert wird – etwa Pinot Blanc, Riesling, Chenin Blanc oder Mauzac.

 

Herstellung & Reifung:

Beide Schaumweine werden nach der oben beschriebenen Méthode Traditionelle, der klassischen Flaschengärung, hergestellt. Die Mindestdauer der Hefelagerung ist jedoch unterschiedlich:

  • Champagner: mind. 15 Monate, bei Jahrgangschampagner sogar 36 Monate
  • Crémant: mind. 9 bis 12 Monate, abhängig von der Region

Auch der Flaschendruck ist verschieden – bei Champagner beträgt er etwa 6 bar, bei Crémant nur 3,5 – 4 bar, was ihm eine sanftere, cremige Mousseux verleiht.

 

Stil & Aromatik:

Champagner gilt als komplex, reif und vielschichtig, mit Noten von Brioche, Hefe und Nuss. Crémant dagegen ist in der Regel frischer, fruchtiger und leichter zugänglich, wobei die Stilistik je nach Herkunft variiert.

 

Preis:

Nicht zuletzt unterscheiden sich beide in der Preisgestaltung – Champagner ist meist hochpreisig, während Crémant auch im gehobenen Segment oft deutlich günstiger ist, trotz vergleichbar hohem handwerklichem Niveau.

Die Unterschiede zwischen Crémant und Champagner im Überblick Merkmal

 

  • Herkunft
    - Crémant: Aus acht verschiedenen Regionen Frankreichs
    - Champagner: Nur aus der Champagne

  • Rebsorten
    - Crémant: Regionale Sorten (z. B. Pinot Blanc, Riesling, Chenin)
    - Champagner: Chardonnay, Pinot Noir, Pinot Meunier

  • Hefelagerung
    - Crémant: Mind. 9–12 Monate (je nach Region)
    - Champagner: Mind. 15 Monate (Jahrgangschampagner: 36 Monate)

  • Flaschendruck
    - Crémant: Ca. 3,5–4 bar
    - Champagner: Ca. 6 bar

  • Stilistik
    - Crémant: Frisch, fruchtig, regionaltypisch
    - Champagner: Komplex, reif, mit Hefenoten

  • Preisniveau
    - Crémant: Preiswert bis hochpreisig
    - Champagner: Hochpreisig
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Wie trinkt man Crémant?

Crémant entfaltet seinen Charakter am besten gut gekühlt – idealerweise bei einer Serviertemperatur von 6 - 8 °C. So kommen seine Frische, die feine Perlage und die aromatische Vielfalt besonders schön zur Geltung. Genießen Sie Crémant am besten aus einer Champagnertulpe oder einem klassischen Sektglas: Die schlanke Form mit leicht bauchiger Mitte hält die Kohlensäure länger im Glas und leitet die Aromen direkt zur Nase.

 


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Crémant macht als Aperitif eine hervorragende Figur, doch auch als Speisenbegleiter überzeugt er auf ganzer Linie. Besonders gut passt der edle Schaumwein dabei zu Fischgerichten, Meeresfrüchten oder feiner asiatischer Küche. Auch mit Käse, etwa Ziegenkäse oder einem würzigen Blauschimmel, harmoniert er hervorragend. Wer es gerne raffiniert mag, kombiniert Crémant mit einer Käseplatte und frischen Früchten wie Apfel, Birne oder Marille – so kommen seine fruchtigen Noten besonders zur Geltung. Zum Menüabschluss begleitet er feines Gebäck oder fruchtige Desserts mit Leichtigkeit. Und nicht zuletzt eignet sich Crémant auch hervorragend als Basis für Cocktails – sei es als spritzige Variante eines French 75 oder als raffinierte Mischung mit Sirup, Likören oder frischen Kräutern. So zeigt der französische Schaumwein auch in der Bar sein ganzes Können.

 

Einmal geöffnet, sollte Crémant möglichst innerhalb von ein bis zwei Tagen genossen werden. Im Kühlschrank bleibt er mit einem speziellen Sektverschluss am frischesten, da dieser die feine Kohlensäure optimal bewahrt.

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Wir wünschen viel Vergnügen und ein prickelndes Geschmackserlebnis bei Ihrem nächsten Glas!

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