Von der Rebe in die Flasche: Herstellung & Sorten
Ob rot oder weiß – die besondere Art der Vinifikation macht den unverwechselbaren Charakter des Portweins aus. Der Most selbst gärt nur zwei bis vier Tage, gerade so lange, bis er genug Farbe und Tannine aus den Schalen gezogen hat. Dann wird der Saft entzogen und die Gärung mit Weinbrand gestoppt, damit ein Teil der natürlichen Süße erhalten bleibt. Um die Extraktion besonders schonend zu unterstützen, werden für Spitzenweine übrigens auch heute noch die Trauben mit den Füßen gestampft: So werden sie gleichmäßig zerdrückt und die Schalen stetig mit dem Saft vermengt, ohne dass dabei die Kerne beschädigt werden und so unerwünschte Gerbstoffe in den Wein gelangen.
Die Aufspritung selbst hat ihren Ursprung übrigens in der Seefahrerzeit: Auch auf langen Reisen sollten die feinen Weine schließlich haltbar bleiben. Der erhöhte Alkoholgehalt von rund 20 Vol.-%, kombiniert mit kräftigen Tanninen und einer feinen Restsüße, machte den Port widerstandsfähig gegen Oxidation und frühzeitigen Verderb. Ein Erfolgsrezept, das seinen ganz eigenen Stil bis heute bewahrt hat.
Über 80 Rebsorten sind für die Herstellung von Port zugelassen – die meisten davon sind autochthone Varietäten. Hier die wichtigsten im Überblick:
Wichtige rote Rebsorten
- Touriga Naçional: gilt als die edelste Douro-Rebsorte; sehr aromatisch mit Aromen von Veilchen, dunklen Beeren und Gewürzen. Die hohe Tannin- und Farbdichte sorgt für Struktur und ausgezeichnete Lagerfähigkeit.
- Touriga Franca: elegant und blumig-fruchtig im Charakter, bringt geschmeidige Tannine und Balance – wird oft zur Abrundung von kraftvolleren Sorten in Cuvées verwendet.
- Tinta Roriz: sorgt für Fülle und hohe Lagerfähigkeit; kräftige Struktur, mit Noten von roten Früchten und feiner Würze.
Wichtige weiße Rebsorten
- Malvasia Fina: die wichtigste weiße Rebsorte – aromatisch und blumig, mit feiner Säure. Beliebt für elegante, frischere White Ports.
- Gouveio: ausgezeichnete Balance aus Frucht, Körper und Säure – gibt dem Port Struktur und Frische.
- Rabigato: sehr säurebetont, mit neutralen Fruchtaromen; sorgt für Frische, Langlebigkeit und Struktur.
Wie genau Portwein am Ende schmeckt, hängt vor allem vom Ausbau ab: Je nachdem, wie lange dieser dauert und ob der Wein im Fass oder in der Flasche reifen darf, entscheidet sich, welchem Stil er schlussendlich zugeordnet wird.