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Welschriesling: Der unterschätzte Alleskönner

 

Falls Sie beim Heurigenbesuch, auf dem örtlichen Dorffest oder in einem urigen Wirtshaus in letzter Zeit einen weißen Spritzer bestellt haben, ist die Wahrscheinlichkeit relativ groß, dass ein Welschriesling in Ihrem Glas gelandet ist. Denn mit ihrem leichten, fruchtigen, aber dennoch spritzigen Aroma eignet sich die Sorte ideal für Österreichs (vermutlich) beliebtestes Erfrischungstetränk mit Wein. Doch wer den “Welsch” nun als simple Spritzweinbasis abtut, irrt – die Sorte bietet nämlich viele weitere Qualitäten. Welche das sind und womit Welschriesling sonst noch überzeugt, erfahren Sie hier.

Herkunft und Geschichte

 

Woher der Welschriesling kommt, ist nicht vollständig erforscht. Es gibt nämlich gleich zwei Länder, die die beliebte Sorte für sich beanspruchen: Frankreich und Italien. Manche Weinkenner:innen vermuten den Ursprung der beliebten Weißweinsorte in der Champagne, andere wiederum in Norditalien in der Gegend um Trentino. Welche der beiden Seiten Recht hat, daran scheiden sich bis heute die Geister. Fest steht nur, wie es für den Welschriesling nach seiner Entdeckung weiterging: Über die Kronländer der ehemaligen Habsburgermonarchie gelangte er ins heutige Österreich – und wurde dort zu einer der gefragtesten Sorten schlechthin, welche bis heute sowohl für Weine als auch für Schaumweine rege Verwendung findet.

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Übrigens: Trotz des ähnlich klingenden Namens ist Welschriesling nicht mit Riesling verwandt. Dieser stammt ursprünglich aus Deutschland, Welschriesling hingegen aus südlicheren Gefilden. Und auch stilistisch unterscheiden sich die beiden Sorten klar: Riesling schmeckt pikant und kraftvoll säurebetont, Welschriesling punktet mit fruchtiger Frische.


 

Wo wird Welschriesling angebaut?

In Österreich ist der Welschriesling vor allem im Osten des Landes zuhause: Rund 39 % aller Trauben werden in Niederösterreich angebaut, gefolgt vom Burgenland (ca. 34 %) und der Steiermark (ca. 27 %). Die großen Unterschiede, die innerhalb dieser drei Bundesländer hinsichtlich Klima, Böden und Anbaubedingungen herrschen, verleihen den entsprechenden Weinen ihre ganz persönliche Note: Steirische Varianten etwa begeistern mit mineralisch-frischen Aromen, die sich perfekt zur herzhaften Buschenschank-Jause machen; niederösterreichische “Welsch” sind mit ihrem fruchtig-spritzigen Geschmack oft der perfekte Sommerwein (und ideal für die bereits erwähnten Spritzer). Ein Welschriesling aus dem Burgenland hingegen kann – bedingt durch die zusätzlichen Sonnenstunden – durchaus auch saftig und energisch daherkommen. Zudem bilden die Rebsorte eine wichtige Basis für Süßweine. Besonders am Neusiedler See werden die Trauben daher gerne für Beerenauslesen verwendet. Nicht zu vergessen ist seine wichtige Stellung als Traube für die Herstellung von heimischem Sekt. 

 


Schon gewusst? Mit rund 2.700 Hektar Anbaufläche ist Welschriesling die am dritthäufigsten angebaute Rebsorte des Landes – direkt hinter Grüner Veltliner und Zweigelt.


 

Internationale Verbreitung

Außerhalb von Österreich ist der Welschriesling vor allem in Süd- und Südosteuropa verbreitet. Die größten Rebflächen gibt es in Kroatien, Ungarn, Serbien und Slowenien. Zudem wird der fruchtige Weißwein-Klassiker in Rumänien, Italien und Tschechien gerne angebaut. Über die Grenzen Europas hinaus hat sich die wandelbare Sorte ebenfalls einen Namen gemacht – mit China findet sich nämlich auch eine Nation aus Übersee unter den internationalen Hotspots.

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Charakteristik: Wie schmeckt Welschriesling?

 

Welschriesling ist eine der vielseitigsten Rebsorten überhaupt. Der Grund dafür: Ihr frisches und lebendiges Aroma, das sowohl Weiß- als auch Schaumweinen gut steht. Typisch sind etwa Noten von grünem Apfel, Birne, Zitrusfrüchten oder frischen Kräutern. Welche davon überwiegen, hängt vom Reifegrad des (Schaum-)weines ab: In jungen Jahren zeigt Welschriesling seine säurebetonte Seite, was ihn zum idealen Sommerdrink oder Begleiter zu leichten Gerichten macht. Bei reiferen bis edelsüßen Varianten hingegen treten Honig- und Noten von Trockenobst in den Vordergrund, die einen spannenden Kontrast zur natürlichen Säure des Welschrieslings schaffen.

Die Charakteristik von Welschriesling im Überblick

  • Farbe: Helles Strohgelb bis Grüngelb
  • Duftaromen: Grüner Apfel, Zitrone, Limette, Birne, frische Kräuter, manchmal zarte Blüten- oder Heunoten
  • Geschmack: Leicht, spritzig und lebendig mit ausgeprägter Säure; je nach Ausbau von trocken-frisch bis fruchtig-elegant
  • Abgang: Kurz bis mittellang, klar und erfrischend mit feiner Zitrus- und Apfelnote
  • Ausbau: Meist im Edelstahltank (frisch, fruchtig, säurebetont); seltener auch im Holzfass (sanft, rund, nussig)

Lagerfähigkeit & Trinktemperatur: So schmeckt Welschriesling am besten

Welschriesling ist in der Regel kein Wein, der lange gelagert wird, denn in der Regel entfaltet er sein knackiges Geschmacksprofil innerhalb von 1-3 Jahren nach Abfüllung. Am besten schmeckt er daher, wenn er jung getrunken wird. Die Ausnahme: Spätlesen oder edelsüße Variationen, die durch ihren höheren Zucker- und Alkoholgehalt länger haltbar sind. Diese eignen sich für eine Lagerung von 3-5 Jahren, besonders hochwertige Sorten sogar noch um ein vielfaches länger.

 

Am besten genießt man Welschriesling gut gekühlt – eine Trinktemperatur von 7–9 °C betont seine frische Säure und lebendige Frucht optimal. Reifere oder süßere Varianten dürfen etwas wärmer serviert werden, sie kommen bei 10-12 °C am besten zur Geltung.

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