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Reihen junger Setzlinge in schwarzen Töpfen, die in nährstoffreicher Erde in einem Gewächshaus wachsen.
Junge Pflanzen in einer schwarzen Anzuchtschale und lose Setzlinge auf einer Holzunterlage, umgeben von Töpfen und Gartengeräten.

Pikieren und Abhährten

So werden aus Keimlingen kräftige Pflanzen.

Nach der erfolgreichen Aussaat folgt der nächste wichtige Schritt: Pikieren und Abhärten. Beide Maßnahmen helfen deinen Jungpflanzen, sich gesund zu entwickeln und später im Beet oder auf dem Balkon gut anzuwachsen.

Mit etwas Geduld und der richtigen Technik schaffst du beste Voraussetzungen für kräftige Pflanzen und eine reiche Ernte.

Sämlinge, die aus Erde in Töpfen aus recycelter Zeitung auf einer Holzunterlage sprießen.

Was bedeutet Pikieren?

Beim Pikieren werden junge Sämlinge vorsichtig vereinzelt und in eigene Töpfe oder Pflanzgefäße umgesetzt. So erhalten die Pflanzen mehr Platz für ihre Wurzeln und können sich optimal entwickeln.

Der richtige Zeitpunkt ist gekommen, sobald nach den Keimblättern das erste oder zweite Paar echter Blätter erscheint.

Warum ist Pikieren wichtig?

Durch das Vereinzeln profitieren deine Pflanzen von mehreren Vorteilen:

  • mehr Platz für gesundes Wurzelwachstum

  • bessere Versorgung mit Wasser und Nährstoffen

  • weniger Konkurrenz unter den Jungpflanzen

  • geringeres Risiko für Krankheiten

So pikierst du richtig

Mit etwas Fingerspitzengefühl gelingt das Pikieren problemlos.

Schritt für Schritt

  1. Befeuchte die Erde vor dem Pikieren leicht.

  2. Hebe die Keimlinge vorsichtig mit einem Pikierstab, Holzstäbchen oder Löffel aus der Erde.

  3. Setze den Sämling in einen vorbereiteten Topf mit frischer Erde.

  4. Drücke die Erde vorsichtig an.

  5. Gieße die Pflanze anschließend behutsam an.

„Tomaten dürfen beim Pikieren etwas tiefer gesetzt werden. Sie bilden am Stängel zusätzliche Wurzeln und wachsen dadurch besonders kräftig.”

Unser Tipp

Eine Frau mit Handschuhen hält einen Bund Karotten und rote Rüben

Welche Pflanzen müssen nicht pikiert werden?

Nicht alle Gemüsepflanzen mögen das Umpflanzen. Einige entwickeln sich besser, wenn sie direkt an ihrem endgültigen Standort ausgesät werden.

Dazu gehören unter anderem:

  • Karotten

  • Radieschen

  • Pastinaken

  • Erbsen

  • Bohnen

  • Schwarzwurzeln

Auch Gurken, Kürbis und Zucchini reagieren empfindlich auf Wurzelverletzungen. Ziehst du sie vor, solltest du sie möglichst einzeln in Töpfen aussäen, damit ein späteres Pikieren nicht notwendig ist.

Mutter und Sohn arbeiten im Gemüsegarten

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Junge Tomatenpflanzen in einer grünen Anzuchtschale am Fenster, daneben ein Kaktus im Topf, im sanften Tageslicht.

Was bedeutet Abhärten?

Jungpflanzen wachsen im Haus oder Gewächshaus unter geschützten Bedingungen. Dort herrschen gleichmäßige Temperaturen, kaum Wind und eine geringere Sonneneinstrahlung.

Im Freiland sieht das ganz anders aus. Sonne, Wind, kühlere Nächte und Temperaturschwankungen können unvorbereitete Pflanzen schnell schädigen. Beim Abhärten gewöhnst du deine Jungpflanzen deshalb Schritt für Schritt an die Bedingungen im Freien.

Wann solltest du mit dem Abhärten beginnen?

Etwa ein bis zwei Wochen bevor die Pflanzen dauerhaft ins Beet oder in größere Kübel umziehen, beginnt die Abhärtungsphase.

Eine Kiste mit frisch geerntetem Gemüse

Besonders wichtig ist das für:

  • Tomaten

  • Paprika

  • Chili

  • Gurken

  • Kürbis

  • Zucchini

  • Auberginen

  • Kohlpflanzen

So härtest du Pflanzen richtig ab

Gewöhne deine Pflanzen langsam an die neue Umgebung.

So gehst du vor

  • Stelle die Pflanzen an warmen Tagen zunächst für ein bis zwei Stunden nach draußen.

  • Wähle einen windgeschützten, halbschattigen Platz, etwa an einer Hausmauer.

  • Verlängere die Aufenthaltsdauer täglich.

  • Nach einigen Tagen dürfen die Pflanzen auch etwas direkte Sonne bekommen.

  • Erst wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, bleiben sie dauerhaft im Freien.

In der Regel dauert das Abhärten sieben bis vierzehn Tage.

Junge Pflanzen in kleinen Töpfen, die auf der Fensterbank stehen, genießen das natürliche Licht und haben sichtbar gesunde, grüne Blätter.

Häufige Fehler beim Abhärten

Wer seine Pflanzen zu schnell ins Freie stellt, riskiert Wachstumsstörungen oder Sonnenbrand.

Vermeide deshalb diese Fehler:

  • direkte Mittagssonne am ersten Tag

  • kalte Nächte oder Frost

  • starker Wind

  • zu wenig Wasser

  • dauerhaft nasse Erde

Langsame Gewöhnung ist der Schlüssel für kräftige und widerstandsfähige Pflanzen.

Samen, Saatschalen und Gartenhandschuhe auf einer geblümten Tischdecke

Extra-Tipps für starke Jungpflanzen

Mit den richtigen Bedingungen wachsen deine Pflanzen besonders gesund heran.

  • Verwende hochwertige Anzuchterde.

  • Sorge für ausreichend Licht, damit die Pflanzen kompakt wachsen.

  • Gieße regelmäßig, aber vermeide Staunässe.

  • Dünge erst nach dem Pikieren und nur sparsam.

  • Drehe die Töpfe regelmäßig, damit die Pflanzen gerade wachsen.

Gut vorbereitet für die Gartensaison

Pikieren und Abhärten sind wichtige Schritte auf dem Weg zu gesunden und ertragreichen Pflanzen. Gib deinen Jungpflanzen ausreichend Platz, gewöhne sie langsam an das Leben im Freien und behandle sie mit etwas Geduld. So entwickeln sie kräftige Wurzeln, wachsen vital heran und sind bestens vorbereitet für eine erfolgreiche Gartensaison und eine reiche Ernte.