Die Rosalia erstreckt sich über den gesamten Bezirk Mattersburg, die Weingärten reihen sich von Wiener Neustadt bis Sopron direkt nach der ungarischen Grenze aneinander. Das meiste passiert im Wulkatal. Doch wohin lohnt sich ein Abstecher besonders?
Pöttelsdorf
Ein guter Startpunkt: Pöttelsdorf, mitten im Wulkatal gelegen. Die kalkhaltigen Braunerdeböden und das milde Klima tun ihr Übriges, damit unverwechselbare Rotweine heranreifen. Thomas und Peter Schandl von Schandl’s Weingut keltern hier Blaufränkisch und Zweigelt, die man nicht so schnell vergisst. Und wer schon mal da ist, sollte unbedingt auch bei Hans Bauer vorbeischauen. Er macht neben feinen Weinen seinen legendären, am Knochen gereiften Wulka-Prosciutto. Was will man mehr zu einem kräftigen Roten?
Neudörfl
Richtung Norden, wo das Rosaliengebirge sanft ausläuft, wartet Neudörfl. Hier wird es kühler – die Lagen rund um das Wetterkreuz und den Hohen Gieser gehören zu den frischesten der Region, und genau das schmeckt man auch im Glas. Das Ergebnis sind nämlich wunderbar vielschichtige, elegante Weine. Probieren lässt sich das am besten beim Weingut Piribauer, wo gleich vier Brüder den Familienbetrieb führen. Auch die Weingüter Waldherr, Steiger und der Döller-Probuskeller sind hier zu Hause – allesamt einen Besuch wert.
Sigleß
Weiter geht's nach Sigleß, südwestlich von Mattersburg. Die fruchtbaren Lehmböden und die geschützte Lage am Fuß des Rosaliengebirges tun, was sie sollen: Hier reifen kräftige Rote mit echtem Tiefgang heran. Einen Blick hinter die Kulissen gibt's beim Weingut Lassl, wo Herbert Lassl regelmäßig durch seine Weingärten führt und verrät, was die Rosalia so besonders macht.
Antau
Südlich von Mattersburg liegt Antau, und mit ihm die bekannte Ried Herrschaftsfelder. Wer wissen möchte, was mineralische Böden im Glas zaubern können, ist hier goldrichtig. Das Weingut Migsich – seit 1965 hier zu Hause – liefert nämlich Jahr für Jahr den Beweis: Kellermeister Erich Migsich keltert Blaufränkisch aus teils jahrzehntealten Rebstöcken, der regelmäßig Bestnoten einheimst.
Zemendorf-Stöttera
Nächster Stopp: Zemendorf-Stöttera, ganz im Norden der Rosalia, an der Grenze zum Leithaberg. Bei klarem Wetter reicht der Blick bis zum Neusiedler See, allein dafür lohnt sich schon der Abstecher. In Stöttera hat das Weingut Alfred Fischer seinen Sitz, gegründet 1931 und mittlerweile in dritter Generation von Thomas und Alex Fischer geführt. Aus den Top-Lagen Buchgraben, Steingraben und Rosentaler kommen elegante Blaufränkisch- und Zweigelt-Weine. Übrigens: Die Familie bewirtschaftet auch Weingärten am ungarischen Balaton. Sie haben hier also die Chance, gleich über die Grenze zu schmecken!
Gewusst? Die Rosalia hat übrigens auch ein Maskottchen: die Zwergohreule. Der kleine nachtaktive Vogel brütet in den Streuobstwiesen des Naturparks Rosalia-Kogelberg und hat es den Winzer:innen so angetan, dass er zum heimlichen Wappentier avanciert ist. Seit 2023 ziert die Eule die Etiketten von „The Origin of Rosé", dem gemeinschaftlichen Rosé-Projekt der Region.