Blick auf Rosalia Blick auf Rosalia Blick auf Rosalia

Weine aus der Rosalia: Die Wiege des österreichischen DAC-Rosé


Sanfte Hügel, Streuobstwiesen und mittendrin der Duft von Edelkastanien und reifen Beeren: Wer in die Rosalia reist, entdeckt eines der charmantesten Weinbaugebiete des Burgenlands. Am Osthang des Rosaliengebirges, zwischen Wiener Neustadt und der ungarischen Grenze, entstehen hier Rotweine mit unverwechselbarem Charakter, allen voran der kraftvolle Blaufränkisch. Schon die Kelten erkannten vor über 2.500 Jahren das Potenzial dieser Gegend. Richtig Fahrt aufgenommen hat die Region aber erst 2018, als sie vom Schattendasein zum eigenständigen DAC-Gebiet aufstieg. Seither nennt sie auch eine österreichweite Besonderheit ihr Eigen: den einzigen DAC-Rosé des Landes.

 

 

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Eine ihrer Besonderheiten trägt die Rosalia bereits im Namen, nämlich das Rosaliengebirge. Dieser Ausläufer der Alpen prägt entscheidend das Terroir der Region. Tagsüber nehmen die Trauben die volle Sonnenkraft des pannonischen Klimas auf, nachts sorgt die Nähe zu den Bergen für spürbare Abkühlung. Dieses Phänomen bezeichnen Fachleute als „Cool Climate". Die Folge: Die Rosalia zählt zu den Gebieten mit den spätesten Lesezeiten im ganzen Bundesland. Die Beeren haben also viel Zeit zum Reifen und entwickeln dabei besonders vielschichtige Aromen. Am Ende entstehen Rotweine mit feiner Würze und einer charakteristischen Veilchennote sowie fruchtig-frische Rosés.

 

Geprägt wird hier der Weinbau aber nicht nur vom Klima, sondern auch von den Böden: Im Südwesten dominiert kristallines Gestein, gegen Nordosten schließen geologisch jüngere Ablagerungen an – Sedimente eines Urmeeres, das vor 12 bis 16 Millionen Jahren die Landschaft bedeckte. Sand, Lehm, Löss und Muschelkalk wechseln einander ab und verleihen den Weinen ihre typische Mineralität.

Bedeutende Weinorte in der Rosalia

Die Rosalia erstreckt sich über den gesamten Bezirk Mattersburg, die Weingärten reihen sich von Wiener Neustadt bis Sopron direkt nach der ungarischen Grenze aneinander. Das meiste passiert im Wulkatal. Doch wohin lohnt sich ein Abstecher besonders?

 

Pöttelsdorf

Ein guter Startpunkt: Pöttelsdorf, mitten im Wulkatal gelegen. Die kalkhaltigen Braunerdeböden und das milde Klima tun ihr Übriges, damit unverwechselbare Rotweine heranreifen. Thomas und Peter Schandl von Schandl’s Weingut keltern hier Blaufränkisch und Zweigelt, die man nicht so schnell vergisst. Und wer schon mal da ist, sollte unbedingt auch bei Hans Bauer vorbeischauen. Er macht neben feinen Weinen seinen legendären, am Knochen gereiften Wulka-Prosciutto. Was will man mehr zu einem kräftigen Roten?

 

Neudörfl

Richtung Norden, wo das Rosaliengebirge sanft ausläuft, wartet Neudörfl. Hier wird es kühler – die Lagen rund um das Wetterkreuz und den Hohen Gieser gehören zu den frischesten der Region, und genau das schmeckt man auch im Glas. Das Ergebnis sind nämlich wunderbar vielschichtige, elegante Weine. Probieren lässt sich das am besten beim Weingut Piribauer, wo gleich vier Brüder den Familienbetrieb führen. Auch die Weingüter Waldherr, Steiger und der Döller-Probuskeller sind hier zu Hause – allesamt einen Besuch wert.

 

Sigleß

Weiter geht's nach Sigleß, südwestlich von Mattersburg. Die fruchtbaren Lehmböden und die geschützte Lage am Fuß des Rosaliengebirges tun, was sie sollen: Hier reifen kräftige Rote mit echtem Tiefgang heran. Einen Blick hinter die Kulissen gibt's beim Weingut Lassl, wo Herbert Lassl regelmäßig durch seine Weingärten führt und verrät, was die Rosalia so besonders macht.

 

Antau

Südlich von Mattersburg liegt Antau, und mit ihm die bekannte Ried Herrschaftsfelder. Wer wissen möchte, was mineralische Böden im Glas zaubern können, ist hier goldrichtig. Das Weingut Migsich – seit 1965 hier zu Hause – liefert nämlich Jahr für Jahr den Beweis: Kellermeister Erich Migsich keltert Blaufränkisch aus teils jahrzehntealten Rebstöcken, der regelmäßig Bestnoten einheimst.

 

Zemendorf-Stöttera

Nächster Stopp: Zemendorf-Stöttera, ganz im Norden der Rosalia, an der Grenze zum Leithaberg. Bei klarem Wetter reicht der Blick bis zum Neusiedler See, allein dafür lohnt sich schon der Abstecher. In Stöttera hat das Weingut Alfred Fischer seinen Sitz, gegründet 1931 und mittlerweile in dritter Generation von Thomas und Alex Fischer geführt. Aus den Top-Lagen Buchgraben, Steingraben und Rosentaler kommen elegante Blaufränkisch- und Zweigelt-Weine. Übrigens: Die Familie bewirtschaftet auch Weingärten am ungarischen Balaton. Sie haben hier also die Chance, gleich über die Grenze zu schmecken!

 


Gewusst? Die Rosalia hat übrigens auch ein Maskottchen: die Zwergohreule. Der kleine nachtaktive Vogel brütet in den Streuobstwiesen des Naturparks Rosalia-Kogelberg und hat es den Winzer:innen so angetan, dass er zum heimlichen Wappentier avanciert ist. Seit 2023 ziert die Eule die Etiketten von „The Origin of Rosé", dem gemeinschaftlichen Rosé-Projekt der Region.


 

Welche Rebsorten gibt es in der Rosalia?

Die Rosalia ist Rotweinland durch und durch: Rund 90 Prozent der Rebflächen tragen rote Sorten, allen voran den Blaufränkisch – er allein macht etwa 60 Prozent aus. Auf Platz zwei folgt der Zweigelt. Die beiden bilden das Fundament der DAC-Weine – und liefern nebenbei auch die Basis für Österreichs einzigen DAC-Rosé. Wer's lieber weiß mag, wird aber ebenfalls fündig.

 

Rote Rebsorten

  • Blaufränkisch: Der Star der Rosalia. Kräftig, würzig, mit Aromen von Waldbeeren, dunklen Kirschen und einer feinen Veilchennote. Er bringt das Terroir ins Glas wie kaum eine andere Sorte.
  • Zweigelt: Die zweite Leitsorte der Region. Zugänglich, mit weichen Tanninen und Aromen von Weichsel und roten Beeren; auch jung schon ein Genuss.
  • Merlot: Vereinzelt in den Weingärten zu finden; samtig und körperreich.
  • Cabernet Sauvignon: In kleinen Mengen vertreten, liefert auf den lehmigen Böden strukturierte Weine mit Lagerpotenzial.

 

Weiße Rebsorten

  • Grüner Veltliner: Österreichs Aushängeschild findet sich hier natürlich ebenfalls. Frisch, würzig und mit der typischen Pfeffernote.
  • Welschriesling: Bringt leichte, spritzige Weine mit feiner Säure und dezenten Fruchtaromen.
  • Chardonnay: Liefert auf den kalkhaltigen Böden klare, geradlinige Weißweine mit Schmelz.

Rosalia DAC: Was steckt dahinter?

Wer „Rosalia DAC" auf dem Etikett liest, weiß: Dieser Wein hat's durch die Qualitätskontrolle geschafft. Aber was bedeutet das konkret?

  • Rosalia DAC Rotwein: Reinsortig aus Blaufränkisch oder Zweigelt, mit mindestens 12 % vol. Alkohol. Trocken, würzig und vielschichtig, mit dem typisch dunklen Farbton, den man von der Region erwartet.
  • Rosalia DAC Reserve: Wenn Sie es gerne etwas gehaltvoller mögen, sind diese Tropfen ein heißer Tipp. Mindestens 13 % vol. Alkohol und die Angabe der Riede am Etikett machen sie quasi zur Königsklasse der Rosalia.
  • Rosalia DAC Rosé: Das Aushängeschild der Region und österreichweit der Einzige seiner Art. Gekeltert wird er aus roten Qualitätsweinrebsorten, wobei die Sorte nicht aufs Etikett darf, die Riede hingegen schon. Im Glas erwarten Sie rote Beeren und lebendige Würze, trocken ausgebaut. Ob zum Grillen, zur leichten Pasta oder einfach so auf der Terrasse: Der passt immer.

Wein aus der Rosalia in der INTERSPAR weinwelt

Sie sehen selbst: Die Rosalia mag zwar Österreichs kleinstes DAC-Gebiet sein, hat geschmacklich aber einiges zu bieten. Eine vielfältige Auswahl zum Verkosten finden Sie in der INTERSPAR weinwelt. Hier gibt es zahlreiche Spitzenweine aus dem Burgenland und vielen anderen Wein-Hotspots aus Österreich und aller Welt zu entdecken, etwa aus Argentinien, Frankreich oder Neuseeland. Und selbstverständlich haben wir auch viele weitere Highlights für Feinschmecker:innen parat, von aromatischem Rum über feurigen Tequila bis zu feinsten Weinbränden. Und wenn es zum genussvollen Glas auch etwas Lesestoff sein darf, finden Sie in unserer umfassenden Wein- und Spirituosenkunde allerlei Wissenswertes: sei es, wie vegane Weine hergestellt werden oder was den Winzersekt wirklich ausmacht. Na dann, viel Freude beim Genießen und Schmökern!

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