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Wein aus der Wachau – Österreichs Musterschüler

 

Wenn sanfte Hügel auf steile Terrassen treffen, die Donau im Sonnenlicht glitzert und sich an ihren Ufern malerische Dörfer mit imposanten Bauten abwechseln, sind Sie ganz klar in einer der schönsten Gegenden Österreichs angekommen: der Wachau! Das charmante Tal zwischen Krems und Melk, welches seit 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, hat für Besucher:innen wirklich einiges zu bieten. Besonders für all jene, die gerne mal ein gutes Glas Wein genießen: Die Wachau ist nämlich das bekannteste Weinbaugebiet Österreichs und bringt Jahrgang für Jahrgangvielfältige Tropfen hervor, deren exzellenter Ruf bis weit über die Grenzen Niederösterreichs hinausgeht.

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Mit 1.350 Hektar Rebfläche ist die Wachau eines der kleinsten Weinbaugebiete Österreichs, dafür aber eines der ältesten: Schon seit dem 9. Jahrhundert wird hier Weinbau betrieben, der Legende nach sollen Mönche aus Bayern und Salzburg die ersten Weinbauterrassen angelegt haben. Grund dafür waren vermutlich schon damals die einzigartigen Bedingungen, welche die Wachau ihren Weinbäuer:innen bietet. Mit dem sonnigen Klima Pannoniens, frischen Böen aus dem Waldviertel und den kühlenden Strömen der Donau treffen hier drei Extreme aufeinander, die witterungsmäßig für jede Menge Abwechslung sorgen. Und auch, was die Böden betrifft, ist von kargem Urgestein bis zu sandigem Löss alles dabei. Vielfalt, die man schmeckt – Wachauer Weine begeistern Genießer:innen aus aller Welt mit ihrer facettenreichen Aromenpalette und herausragender Qualität, die in Österreich, aber auch international ihresgleichen sucht.

Bedeutende Weinorte in der Wachau

Wer einen Ausflug in die Wachau plant, sollte definitiv etwas Zeit mitbringen. Denn die Auswahl an malerischen Orten, in denen Weinwanderwege zum Erkunden, Heurigen zum Einkehren und natürlich das eine oder andere Achterl zum Genießen einladen, ist groß. Hier die bekanntesten im Überblick:

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Spitz an der Donau

Die kleine Gemeinde Spitz liegt in der westlichen Wachau, eingebettet zwischen steilen Weinterrassen und dem Donauufer. Die Böden bestehen überwiegend aus Urgestein wie Gneis und Granit, das Klima ist geprägt von heißen Sommertagen und kühlen Nächten, was den hier angebauten Weinen Struktur und Fruchtigkeit verleiht. Apropos Weine: Einige besonders feine Exemplare gibt es in Spitz etwa am Weingut Lagler, dem Weingut FJ Gritsch sowie dem vielfach ausgezeichneten Weingut Donabaum zu verkosten.

 

Weißenkirchen

Die Marktgemeinde Weißenkirchen blickt auf eine lange Weinbaugeschichte zurück, schon im 13. Jahrhundert wurden die hier angesiedelten Rieden erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort erstreckt sich über mehrere Teile, darunter traditionsreiche Weinbauorte wie Joching und Wösendorf. Typisch sind auch hier steile Hanglagen und fruchtbaren Lössböden direkt am Fluss, welche den angebauten Weinen ihren einmaligen Charakter verleihen. Wer sich davon selbst überzeugen möchte, sollte unbedingt einen Abstecher zum Weingut Jamek machen – der traditionsreiche Familienbetrieb mit Haubenrestaurant zählt zu den absoluten Top-Adressen des österreichischen Weinbaus.

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Rossatz-Arnsdorf

Ein paar Kilometer flussabwärts liegen mit Rossatz und Arnsdorf zwei weitere Hotspots für Weinkenner:innen. Die beiden Gemeinden am Donauufer wurden in den 1970er-Jahren zusammengelegt, verleihen durch ihre unterschiedlichen Lagen den hier gekelterten Weinen allerdings ihre ganz individuelle Note. Arnsdorf profitiert von sandigen, lösshaltigen Böden in Flussnähe, die für feine Würze und elegante Struktur sorgen. Rossatz hingegen liegt etwas sonnenverwöhnter – ideale Bedingungen für Weine der fruchtigeren Sorte. Tipp: Wer diese Vielfalt im Glas genießen möchte, ist beim Weingut von Josef Fischer oder dem Weingut Frischengruber an der richtigen Adresse. Beide bieten eine vielfältige Auswahl an sortentypischen Tropfen, besonders für Fans von Riesling und Grünem Veltliner.

Mautern

Ganz im Osten der Wachau, direkt gegenüber von Krems, liegt die beschauliche Stadtgemeinde Mautern. Auch hier hat Weinbau lange Tradition, die ersten Weinkeller sollen von den Römern erbaut worden sein. Die Weingärten liegen meist auf sanften Hügeln mit Löss- und Lehmanteil und profitieren von den wärmeren Temperaturen der östlichen Wachau – eine Kombination, die die hier angebauten Weine besonders fruchtig macht und ihnen eine erfrischende Säure verleiht. Der Fokus liegt wie in den meisten Wachauer Weinorten auf Grünem Veltliner, aber auch Chardonnay aus Mautern ist unbedingt zu empfehlen.

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Dürnstein

Die barocke Gemeinde Dürnstein begeistert nicht nur durch ihre historische Altstadt, sondern auch mit spektakulären Steillagen rund um den Ort. Die Böden sind von Urgestein geprägt, was für besonders mineralische Weine sorgt, die Nähe zur Donau bringt feine Aromen ins Spiel. Verkosten lässt sich diese Vielfalt an einem der zahlreichen Dürnsteiner Weingüter, etwa dem historischen Tegernseerhof oder dem Weingut der Familie Gattinger. Auch für Freund:innen von Biowein ist Dürnstein ein heißer Tipp, die Gemeinde ist nämlich Sitz der Domäne Wachau – ihres Zeichens Pionier und Vorreiter, wenn es um biologischen Weinbau allererster Güte geht.

Welche Rebsorten gibt es in der Wachau?

Man könnte fast meinen, das “W” in Wachau stehe für Weißwein, denn über 90 % der Rebflächen sind mit weißen Rebsorten bepflanzt. Doch auch einige rote Sorten fühlen sich in dem malerischen Tal an der Donau wohl. Hier die wichtigsten Rebsorten im Überblick:

 

Weiße Rebsorten:

  • Grüner Veltliner: Leitrebsorte der Wachau, wird meist zu trockenen Weißweinen mit pfeffriger Würze und mineralischem Charakter ausgebaut.
  • Riesling: Ebenfalls prägend für die Region, ergibt trockene Weißweine mit ausgeprägter Säurestruktur. Oft auch Basis für lagerfähige Qualitätsweine.
  • Muskateller: Fruchtige Rebsorte, die frische Weißweine mit leichtem Körper ergibt.
  • Müller-Thurgau: Im Vergleich zu Veltliner und Riesling fast schon selten in der Wachau; wird meist zu milden, unkomplizierten Weißweinen verarbeitet.
  • Chardonnay: Besticht mit einer erfrischenden Kombination aus Fruchtigkeit und Säure, häufig die Grundlage für trockene Weine mit dezenten Fruchtnoten.
     

Rote Rebsorten:

  • Zweigelt: Wichtigste Rotweinsorte der Region, bringt würzige und fruchtbetonte Rotweine mit weichen Tanninen hervor.
  • Pinot Noir: Anspruchsvolle Rebsorte, die zu eleganten, fruchtigen Rotweinen verarbeitet wird. Fühlt sich in den kühleren Gebieten der Wachau besonders wohl.
  • Blauer Portugieser: Alte österreichische Rebsorte, wird sowohl für leichtere als auch hochwertige Rotweine verwendet.
  • Blauburger: Kreuzung aus Blauer Portugieser und Blaufränkisch, häufige Basis für dunkle, farbintensive Weine mit dezenter Säure.
  • St. Laurent: Ein entfernter Verwandter des Pinot Noir. Ergibt etwas kräftigere, würzigere Weine als das französische “Original”, die am Gaumen mit ausgewogenen Aromen schmeicheln.
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Qualitätsstufen in der Wachau

Was die Regelung der Qualität angeht, stellt die Wachau eine kleine Besonderheit im österreichischen Weinbau dar. Die Region orientiert nämlich nicht nur sich an den Bestimmungen des heimischen Weingesetzes, sondern verwendet zusätzlich gleich zwei eigene Qualitätssysteme:

Vinea Wachau

Das Maß aller Dinge für Qualitätsweine aus der Wachau ist seit 1983 der Verein Vinea Wachau Nobilis Districtus, kurz Vinea Wachau. Dabei handelt es sich um eine Vereinigung von 200 Winzer:innen, die gemeinsam über 80 % der Wachauer Rebflächen bewirtschaften. Sie teilen ihre Weine in drei Stilrichtungen, die markenrechtlich geschützt sind und den edlen Tropfen aus Niederösterreich zu landesweiter, teilweise sogar internationaler Bekanntheit verhalfen:

  • Steinfeder: Leichte, fruchtige Weine mit milder Säure und einem Alkoholgehalt von bis zu 11,5 % Vol.
  • Federspiel: Weine mit ausgewogener Säure, ausgeprägten Aromen und einem Alkoholgehalt von bis zu 12,5 % Vol. – der perfekte Mittelweg für alle, die es geschmacklich gern etwas anspruchsvoller mögen.
  • Smaragd: Das Beste, was die Wachau zu bieten hat. In diese Kategorie fallen besonders vielschichtige Weine mit intensiven Aromen und einem Alkoholgehalt ab 12, 5 %, die besonders durch die richtige Lagerung ihr volles Potenzial entfalten.

Übrigens: Die Vinea-Kategorien beinhalten sowohl Weiß- als auch Rotweine, Beschränkungen hinsichtlich Rebsorten gibt es keine – der Fokus liegt ganz bewusst auf Charakteristik und Geschmack.

Wachau DAC

Seit 2020 zählt die Wachau zu Österreichs DAC-Regionen und erhielt damit auch eine entsprechende Herkunftsbezeichnung. Diese besteht parallel zu den etablierten Vinea-Stilrichtungen, legt den Fokus jedoch stärker auf Herkunft und Anbau der Trauben. Grundsätzlich gilt: Alle Trauben für DAC-Weine müssen zu 100 % aus der Wachau stammen, per Hand gelesen und auch in der Wachau verarbeitet werden. Je nach Kategorie kommen darüber hinaus noch weitere Bestimmungen hinzu:

  • Gebietswein: Wein aus einer oder mehreren von 17 gebietstypischen Rebsorten, etwa Grüner Veltliner, Riesling oder Chardonnay. Die Trauben dafür können aus der gesamten Wachau kommen.
  • Ortswein: Wein aus Trauben, die in einem von 22 klar festgelegten Orten angebaut wurden (dieser wird auch am Etikett vermerkt). Zugelassen sind auch hier nur für die Wachau typische Rebsorten.
  • Riedenweine: Die höchste DAC-Stufe, wird nur an Weine aus den Leitsorten Grüner Veltliner und Riesling vergeben. Kandidaten für diese Kategorie müssen in einer von 157 genau definierten Rieden angebaut werden, welche auf dem Etikett des fertigen Weins angeführt werden.

Wein aus der Wachau in der INTERSPAR weinwelt

Kleine Gegend, große Tropfen: Die Wachau ist ein echtes Highlight für Weinfreund:innen und beweist gemeinsam mit Regionen wie dem Kamptal, dem Traisental oder dem Weinviertel immer wieder, warum Österreichs Weinbau einen so exzellenten Ruf genießt. Wer sich davon nun selbst überzeugen möchte, sollte einen Blick in die INTERSPAR weinwelt werfen. Hier finden Sie spritzige Weißweine, fruchtige Rosés und elegante Rotweine aus Österreich und aller Welt Spirituosen für jeden Geschmack – vom rauchigen Whisk(e)y bis zum feurigen Tequila. Und falls es zum genussvollen Gläschen auch etwas Lesestoff sein darf, bietet unsere umfassende Wein- und Spirituosenkunde allerlei Wissenswertes zu ihren liebsten Drinks. Entdecken Sie etwa, wie man Wein richtig dekantiert, worin sich weißer und brauner Rum unterscheiden oder was Champagner ausmacht. Wir wünschen viel Freude beim Stöbern und Genießen!

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