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Chardonnay: Ein Weißwein wie kein zweiter

 

Mal fein-fruchtig, mal wuchtig-intensiv: Chardonnay gilt als vielseitige unter den Rebsorten. Nicht nur, was sein Geschmacksprofil betrifft – er passt sich auch wie kaum eine andere Sorte an unterschiedlichste natürliche Gegebenheiten an und gehört daher seit Jahren zu den weltweit am häufigsten angebauten Reben. Grund genug, um sich diesen facettenreichen Klassiker einmal genauer anzusehen: Begleite uns auf eine genussvolle Reise durch die Geschichte des Chardonnays, seine Eigen- und Besonderheiten und erfahre, was diese Weißweinsorte vom französischen Newcomer zum internationalen Publikumsliebling machte.

Herkunft und Geschichte

Ähnlich wie Sauvignon Blanc und Pinot Noir hat der Chardonnay seinen Ursprung in Frankreich, der Legende nach im kleinen Dorf Chardonnay im Burgund. Seine Geschichte ist bis heute noch nicht völlig erforscht. Sicher ist, dass die Rebsorte schon lange in Frankreich angebaut wird und sich dort einen Kultstatus aufgebaut hat. Denn den Sprung aufs internationale Parkett schaffte der Chardonnay erst in den 1980er Jahren, als er sich vielerorts zum regelrechten Trendgetränk entwickelte. Dieser Hype ist mittlerweile zwar wieder abgeflacht, aus den Vinotheken und Getränkekarten dieser Welt ist er aber dennoch nicht mehr wegzudenken.

 


Übrigens: Ob es Pinot Noir-, Pinot Gris- oder Pinot Blanc-Trauben waren, die dem Chardonnay einen Teil seines einmaligen Aromenprofils "vererbten", ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Dafür sind die DNA-Profile der drei verwandten Sorten zu ähnlich – und die vorhandenen Aufzeichnungen schlichtweg zu alt. Die Forschung dazu läuft aber auf Hochtouren.


 

Wo wird Chardonnay angebaut?

Was Böden und Klima betrifft, sind Chardonnay-Reben relativ unkompliziert und kommen mit unterschiedlichsten Bedingungen zurecht. Am liebsten sind ihnen aber warme, sonnige Lagen mit kalkhaltigen Böden und reichlich Wasserzufuhr.

 

In Österreich wird Chardonnay daher vor allem in den sonnigen Weingärten des Nordburgenlandes sowie den kalkhaltigen Rieden der Steiermark angebaut. Apropos Steiermark: Hier ist Chardonnay auch als Morillon bekannt – angeblich nach jenem französischen Ort, aus dem sterische Winzer:innen die ersten Reben-Setzlinge zurück in die Heimat brachten.

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Internationale Verbreitung

Man könnte fast sagen, Chardonnay hätte nach seiner Entdeckung eine Weltkarriere hingelegt – denn er wird heute rund um den Globus angebaut. In Europa liegt der Schwerpunkt natürlich in Frankreich, aber auch in Italien und Spanien zählt er aufgrund der milden Temperaturen und vielen Sonnenstunden zu den häufigsten Sorten. Die Trauben gedeihen zudem auch in kühleren Gefilden, etwa in Rheinhessen oder der Pfalz in Deutschland, ganz prächtig. Außerhalb Europas sind die USA – mit einem Hotspot in Kalifornien – die führende Chardonnay-Nation, gefolgt von Chile und Südafrika. Und auch in Australien und Neuseeland gibt es hervorragende Vertreter zu verkosten, aufgrund der abwechslungsreichen Witterungsverhältnisse in Ozeanien fallen diese geschmacklich besonders spannend aus.


Schon gewusst? Chardonnay-Trauben eignen sich nicht nur für Wein! Aufgrund ihrer breiten Geschmacksvielfalt und des unkomplizierten Charakters sind sie auch eine beliebte Basis für Schaumweine, darunter prickelnder Crémant und edler Champagner.


 

Charakteristik: Wie schmeckt Chardonnay?

Diese Frage lässt sich gar nicht so leicht beantworten! In der Regel ist Chardonnay zwar ein trockener Weißwein mit einem Alkoholgehalt zwischen 12,5 und 14,5 % vol., darüber hinaus wird es mit Verallgemeinerungen aber schon schwierig. Denn die Trauben sind äußerst wandlungsfähig und präsentieren sich je nach Anbauregion unterschiedlich. Kühlere Weinbauregionen sorgen für schlanke, mineralische Weine mit Noten von Zitrusfrüchten, Beeren oder Blüten. Wärmere Gebiete hingegen bringen reife, fruchtige und fast schon exotische Aromen nach Pfirsich oder Melone hervor.

 

Auch der Ausbau hat einen starken Einfluss auf den Geschmack des fertigen Weins: Junge Chardonnays punkten mit frischen Zitrusnoten und einer lebendigen Säure. Reifen die Trauben im Stahltank, behalten sie diese Frische und die Säure wird noch etwas prägnanter. Der Ausbau im neuen Holzfass hingegen verändert das Geschmacksprofil grundlegend: Hier entwickelt der Chardonnay cremige, fast buttrige Noten, die an Vanille, geröstete Mandeln oder Brioche erinnern. Handelt es sich zudem um ein Barriquefass, sind die Aromen rauchig geprägt.

Die Charakteristik von Chardonnay im Überblick

  • Farbe: Hell- bis Goldgelb

  • Duftaromen: Zitrusfrüchte, grüner Apfel, Birne, Melone, Banane, Butter, Vanille, Haselnuss

  • Geschmack: Variiert stark je nach Region und Ausbau – von fruchtbetont bis buttrig-cremig

  • Abgang: Mittel- bis langanhaltend, elegant und feinfruchtig, bei Holzreife teils mit dezenten Röstaromen

  • Ausbau: Edelstahl (frisch, fruchtig, knackig), Holz (vollmundig, buttrig-nussig, komplex)

Lagerfähigkeit & Trinktemperatur: So schmeckt Chardonnay am besten

Auch, was die Lagerfähigkeit betrifft, ist Chardonnay ein Alleskönner – denn er eignet sich sowohl für den leichten Sommergenuss als auch zur jahrelangen Lagerung. Besonders seine stabile Säurestruktur ist hier ein wichtiger Faktor. Die meisten Chardonnays können daher problemlos 2-3 Jahre gelagert werden, besonders hochwertige Varianten sogar 5 Jahre und länger.

 

Die Dauer der Lagerung beeinflusst auch, wie Chardonnay genossen werden sollte: Junge Weine schmecken bei einer Trinktemperatur von 7 - 10 °C am besten, länger gereifte Weine mit kraftvollem Körper hingegen dürfen etwas wärmer serviert werden. Sie kommen bei 10 - 13 °C am besten zur Geltung.

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