Probier-Tipp: Negroni-Variationen
Wie bereits erwähnt, eignet sich der Negroni ganz vorzüglich als Ausgangspunkt für einen kleinen Twist. Wenn in der Hausbar also gerade kein Gin zur Hand ist oder Sie einfach Lust auf etwas Neues haben, sind diese bekannten Variationen definitiv einen Versuch wert:
Negroni Sbagliato
Im wortwörtlich “falschen” Negroni aus Mailand ersetzt trockener Schaumwein den Gin – perfekt als Aperitif und fruchtig-spritzige Begleitung an heißen Sommertagen. Dabei ist es ausschließlich dem Zufall zu verdanken, dass der Sbagliato auf Getränkekarten weltweit zu finden ist: Beim Zubereiten eines Negronis griff der Barkeeper Mirko Stocchetto in den 1970ern nämlich versehentlich zum Spumante statt zum Gin und schuf so unabsichtlich einen weiteren italienischen Kult-Klassiker. Auch hier werden die Zutaten im gleichen Verhältnis wie beim Negroni-Rezept gemixt: Campari und Wermut im Old-Fashioned Glas über Eis kalt rühren, danach mit Schaumwein (z.B. Prosecco) auffüllen und mit Orangenscheibe oder -zeste garnieren.
Boulevardier
Die Nightcap-Variante, die vermutlich auch Camillo Negronis Geschmack absolut getroffen hätte. Hierfür wird der Gin durch Rye oder Bourbon Whiskey ersetzt, was dem Drink eine samtige, noch gediegenere Note verleiht. Die Zubereitung folgt dem Original-Negroni-Rezept: Zutaten zu gleichen Teilen wie gewohnt im Rührglas mit Eis kalt rühren, in einem Old-Fashioned-Glas (mit Eis) oder ein gekühltes Cocktailglas (ohne Eis) abseihen und mit Orangenzeste am Glasrand servieren. Manche Barkeeper:innen bevorzugen übrigens ein Mischverhältnis von 2 Teilen Whiskey zu jeweils einem Teil Campari und Wermut, um den Boulevardier noch kraftvoller und opulenter zu machen. Auch hier gibt es jede Menge Spielraum für geschmackliche Experimente: Mit Rye Whiskey wird der Drink zum Beispiel würziger und trockener, mit Bourbon etwas süßer und runder.