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Was ist ein Negroni?

Geschichte, Geschmack & Zubereitung

 

Herb und bitter trifft fruchtig mit einem Hauch von Süße: Die aromatische Mischung aus Gin, Campari und rotem Wermut ist aus gutem Grund ein Herzstück des italienischen “Apéro”-Rituals – und das auch weit jenseits der Landesgrenzen. Wie der ikonische Cocktail-Klassiker die Herzen (und Gaumen) von Genießer:innen auf der ganzen Welt im Sturm eroberte, was ein italienischer Adeliger damit zu tun hat und wie Sie den perfekten Negroni zuhause ganz einfach selber zaubern können, verraten wir Ihnen hier.

Woher kommt der Negroni?

Die Ursprünge des Negroni reichen bis ins 20. Jahrhundert zurück. Genauer gesagt in die frühere Bar Casoni in Florenz, heute Caffè Giacosa. Eine ganz neue Entdeckung war der Negroni in diesem Sinne jedoch nicht, denn die leichte, erfrischende Mischung aus Campari, rotem Wermut und Soda war zu diesem Zeitpunkt schon ein äußerst beliebter Aperitif in Bella Italia – besser aber bekannt unter dem Namen Americano. Graf Camillo Negroni stand der Sinn jedoch nach etwas mehr Substanz, als er 1919 die bereits erwähnte Bar Casoni betrat, und bestellte seinen Americano einfach „stärker“. Woraufhin der Barkeeper Folco Scarselli kurzerhand Soda durch Gin ersetzte und seine neue Kreation nach dem Grafen benannte: Negroni. Der neue Cocktail verbreitete sich daraufhin in Windeseile in ganz Italien, nach dem zweiten Weltkrieg wurde er auch weltweit populär, insbesondere in Europa und den USA.

 

Wie bei allen guten (Entstehungs-)geschichten gibt es natürlich auch hier unterschiedliche Versionen. Ob der Negroni vielleicht doch eher in einer Bar in Paris bzw. Rom entstand, tatsächlich schon im 19. Jahrhundert von einem Verwandten des Grafen auf Korsika gemixt wurde oder der Name des Grafen damals einfach nur für Marketingzwecke verwendet wurde, tut für den Erfolg des Drinks kaum etwas zur Sache. Heute gilt er als absoluter Klassiker der Barkultur – und ist gleichzeitig Basis vieler spannender Variationen wie dem Negroni Sbagliato oder Boulevardier.

Wie mixt man den perfekten Negroni?

Ein Teil Gin, ein Teil Campari, ein Teil Wermut – die vermeintliche Simplizität des Grundrezepts bietet jede Menge Spielraum für Kreativität. Je nachdem, ob der Gin floraler oder herber ist, ändert sich auch das gesamte Geschmacksprofil des Negronis. Das gleiche gilt natürlich für den Wermut, denn auch hier variieren Aromen von Hersteller zu Hersteller. Und wer sich selbst an der Kunst der Mixologie versuchen möchte, kann natürlich auch bei den Mengenverhältnissen der Experimentierfreude freien Lauf lassen: In Italien tendiert man zum Beispiel dazu, dem Wermut etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken, während manche Barkeeper:innen ganz klar den Campari als eigentlichen Star sehen, den es perfekt in Szene zu setzen gilt. Kurzum: Erlaubt ist, was schmeckt. Wenn Sie es zunächst aber ganz klassisch angehen wollen, haben wir hier das Grundrezept für Sie:

Rezept für den klassischen Negroni

 

Zutaten:

 

So geht’s:

  1. Alle Zutaten in ein Rührglas mit Eis geben und mit einem Muddler kalt rühren.
  2. Den fertigen Drink durch ein Sieb in ein mit Eis gefülltes Old-Fashioned-Glas abseihen. Tipp: Am besten ist ein großer Eiswürfel – so bleibt der Negroni schön kühl und kann nicht frühzeitig verwässern.
  3. Mit Orangenscheibe oder Orangen-Zeste garnieren und servieren. Fertig!

 

Tipp: In unserem Ratgeber zum Thema erfahren Sie, welches das richtige Eis für Ihren Cocktail ist!

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No-Groni: Voller Geschmack, null Alkohol

Es muss übrigens nicht immer hochprozentig sein: Wer sich voll und ganz dem Mindful Drinking-Trend verschrieben hat, kann auch die alkoholfreie Variante des Kult-Drinks probieren. Hierfür können die einzelnen Zutaten einfach durch die entsprechenden alkoholfreien Spirituosen ersetzt werden – z.B. die no-Alkohol Gins von Beefeater und Gordons oder Wermut- und Bitterlikör-Alternativen von Undone. So einfach geht Genuss ohne Promille!

Probier-Tipp: Negroni-Variationen

Wie bereits erwähnt, eignet sich der Negroni ganz vorzüglich als Ausgangspunkt für einen kleinen Twist. Wenn in der Hausbar also gerade kein Gin zur Hand ist oder Sie einfach Lust auf etwas Neues haben, sind diese bekannten Variationen definitiv einen Versuch wert:

 

Negroni Sbagliato

Im wortwörtlich “falschen” Negroni aus Mailand ersetzt trockener Schaumwein den Gin – perfekt als Aperitif und fruchtig-spritzige Begleitung an heißen Sommertagen. Dabei ist es ausschließlich dem Zufall zu verdanken, dass der Sbagliato auf Getränkekarten weltweit zu finden ist: Beim Zubereiten eines Negronis griff der Barkeeper Mirko Stocchetto in den 1970ern nämlich versehentlich zum Spumante statt zum Gin und schuf so unabsichtlich einen weiteren italienischen Kult-Klassiker. Auch hier werden die Zutaten im gleichen Verhältnis wie beim Negroni-Rezept gemixt: Campari und Wermut im Old-Fashioned Glas über Eis kalt rühren, danach mit Schaumwein (z.B. Prosecco) auffüllen und mit Orangenscheibe oder -zeste garnieren.

 

Boulevardier

Die Nightcap-Variante, die vermutlich auch Camillo Negronis Geschmack absolut getroffen hätte. Hierfür wird der Gin durch Rye oder Bourbon Whiskey ersetzt, was dem Drink eine samtige, noch gediegenere Note verleiht. Die Zubereitung folgt dem Original-Negroni-Rezept: Zutaten zu gleichen Teilen wie gewohnt im Rührglas mit Eis kalt rühren, in einem Old-Fashioned-Glas (mit Eis) oder ein gekühltes Cocktailglas (ohne Eis) abseihen und mit Orangenzeste am Glasrand servieren. Manche Barkeeper:innen bevorzugen übrigens ein Mischverhältnis von 2 Teilen Whiskey zu jeweils einem Teil Campari und Wermut, um den Boulevardier noch kraftvoller und opulenter zu machen. Auch hier gibt es jede Menge Spielraum für geschmackliche Experimente: Mit Rye Whiskey wird der Drink zum Beispiel würziger und trockener, mit Bourbon etwas süßer und runder.

White Negroni

Wer es noch abwechslungsreicher möchte, kann natürlich auch auf eine verhältnismäßig “neue” Kreation zurückgreifen: den White Negroni, eine Schöpfung des Londoner Barkeepers Wayne Collins anlässlich der VinExpo 2001 in Frankreich. Das Rezept verzichtet zur Gänze auf Campari und roten Wermut, stattdessen finden neben Gin zwei “Franzosen” den Weg ins Glas: Suze, ein französischer Enzian-Likör, und Lillet Blanc, ein französischer Weinaperitif. Auch bei diesem Drink werden die drei Zutaten laut Grundrezept zu gleichen Teilen vermischt, wobei der Gin heutzutage im Mischverhältnis deutlich überwiegt. Und: Garniert wird der florale, leichte Drink mit einem Lemon Twist statt der üblichen Orange.

 

Übrigens: Praktische Tipps, wie Sie jeden Drink geschmacklich und optisch perfekt in Szene setzen können, verraten wir Ihnen in unserer Spirituosen-Gläserkunde.

Cocktails & mehr in der INTERSPAR weinwelt

Sie sehen: Der Negroni hat viele Facetten. Und dank der bunten Vielfalt an Spirituosen in der INTERSPAR weinwelt können Sie diese nach Lust und Laune ganz einfach zuhause ausprobieren. Ob aromatischer Gin, Vodka, Rum oder Tequila, bei uns finden Sie alles, was es für eine gut ausgestattete Hausbar braucht. Und wenn Sie noch tiefer in die spannende Welt der Cocktails eintauchen wollen, lohnt sich ein Abstecher in unsere umfassende Wein- und Spirituosenkunde: Hier verraten wir Ihnen zum Beispiel alles über die wichtigsten Cocktail-Basics, wie Sie Cocktail Bitters am besten verwenden und geben Ihnen auch praktische Tipps zum Shaken, damit Sie Ihre Gäste mit Piña Colada so richtig beeindrucken können. Viel Spaß beim Gustieren und Genießen!

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