Zum Hauptinhalt springen
Jetzt registrieren und 10€ Gutschein erhalten. Gültig bis 09.10.2026, ausgenommen Raritäten, digitale Gutscheine, Bücher und TopDeal Artikel.
Ein Stapel Weinkorken mit aufwendigen Mustern und einem Korkenzieher mit Holzgriff, der darauf liegt.

Kann man Weinfehler beheben?

Es gibt kaum eine größere Enttäuschung, als eine Weinflasche zu öffnen und direkt von einem unangenehmen Duft überrascht zu werden oder beim ersten Schluck enttäuscht zu sein. Damit du dein Weinwissen erweitern und einfach herausfinden kannst, was mit einem Wein schiefgelaufen sein könnte, haben wir eine Liste der häufigsten Weinfehler und ihrer Merkmale zusammengestellt.

Die meisten Weinfehler lassen sich leider nicht mehr beheben, sobald der Wein einmal abgefüllt ist. Allerdings gelten viele von ihnen erst dann als Problem, wenn sie beim Trinken unangenehm auffallen, was wiederum von der persönlichen Präferenz und Toleranz abhängt.

10 häufige Weinfehler und ihre Ursachen

Wein kann eine ganze Palette an wenig einladenden Aromen annehmen. Hier siehst du auf einen Blick, mit welchem Weinfehler du es zu tun haben könntest:

Korkton

Einer der häufigsten und bekanntesten Weinfehler, der sich oft schon am Geruch des Korkens erkennen lässt.

Chemischer Stoff

Tricoloranisol

Geruch & Geschmack

schimmelig, muffig, korkig

Entstehung des Fehlers

Schimmelpilze im Kork

Muff-, Fass- oder Schimmelton

Fässer, die leerstehend gelagert werden, müssen vor der nächsten Befüllung unbedingt gründlich mit heißem Wasser und Natriumcarbonat gereinigt werden. Passiert das nicht, kann eine unangenehm muffige Note im Wein das Ergebnis sein.

Chemischer Stoff

2-Ethylfenchol u.a.

Geruch & Geschmack

feuchter Karton, modrig, feuchte Erde

Entstehung des Fehlers

unzureichende Reinigung der Fässer

Böckser oder Mercaptanfehler

Weil der strenge Geschmack, der durch Hydrogensulfid, auch Schwefelwasserstoff genannt, vor allem in jungen Weinen entstehen kann, an den Geruch eines Ziegenbocks erinnert, wird dieser Weinfehler auch als “Böckser” bezeichnet.

Chemischer Stoff

Hydrogensulfid

Geruch & Geschmack

faule Eier, Schwefel, Blumenkohl, Stinktier

Entstehung des Fehlers

Hefen, schlechte Nährstoffversorgung der Rebstöcke, bestimmte Fungizide

Essigstich oder flüchtige Säuren

Die Bakterien, die für diesen Fehler verantwortlich sind, befallen die Trauben oft schon, während sie sich noch an der Rebe befinden. Wenn mehr als 1,5 g der Säure pro Liter Wein vorhanden ist, handelt es sich um einen Fehler.

Chemischer Stoff

Ethylacetat

Geruch & Geschmack

säuerlich, stechend, nach Essig

Entstehung des Fehlers

Bakterien, zu schnelle/warme Gärung

Milchsäureton

Dieser Fehler tritt meist bei Weißweinen auf und verleiht diesen einen unangenehm milchig-säuerlichen Geschmack.

Chemischer Stoff

Diacetyl

Geruch & Geschmack

Milch, Molke, Sauerkraut

Entstehung des Fehlers

ungenügende Schwefelung, aktive Milchsäurebakterien

Maus oder Mäuseln

Dieser Weinfehler war früher bei Rotweinen häufig, ist inzwischen aber aufgrund besserer Fasshygiene selten geworden. Er lässt sich durch eine reine Riechprobe nicht erkennen, manifestiert sich aber bei der Verkostung – besonders im Nachgeschmack – sehr deutlich.

Chemischer Stoff

Brettanomyces- und Dekkera-Hefen

Geruch & Geschmack

metallisch, nach Ammoniak, Nagetier-Urin, Mist

Entstehung des Fehlers

Hefen nicht durch Schwefelung neutralisiert

Geranienton

Dieser Fehler beschränkt sich auf Weine, denen Sorbinsäure als Konservierungsstoff zugefügt wurde. Der Name kommt von dem erdig-bitteren Geruch und Geschmack, den der Wein annimmt und der an zerriebene Geranienblätter erinnert.

Chemischer Stoff

Sorbinsäure

Geruch & Geschmack

bitter, erdig, nach Pelargonien

Entstehung des Fehlers

Reaktion des Konservierungsmittels Sorbinsäure mit Essig- oder Milchsäurebakterien

Überschwefelung

Wenn leere Fässer unsachgemäß gelagert werden oder zu viel des Konservierungsmittels Schwefel in den Wein gelangt, tritt dieser Weinfehler auf.

Chemischer Stoff

Schwefeldioxid

Geruch & Geschmack

stechend, prickelnd, schwefelig

Entstehung des Fehlers

zu starke Schwefelung des Weins

Lösungsmittelton

Dieser Fehler lässt sich sofort am Geruch erkennen: Das Bouquet des Weins erinnert stark an Klebstoff, Benzin oder Aceton. Der Weinhersteller kann vor dem Abfüllen des Weins hier noch mit Aktivkohle eingreifen, nach der Abfüllung kann dieser Fehler aber nicht mehr behoben werden.

Chemischer Stoff

Ethylacetat

Geruch & Geschmack

nach Benzin, Desinfektionsmittel, Klebstoff

Entstehung des Fehlers

Essigsäurebakterienbefall am Rebstock

Lindton oder Zähwerden

Das Wort “lind” bezieht sich bei diesem Weinfehler auf die geschmeidige, ölige Konsistenz, die der Wein aufgrund einer starken Konzentration von Milch- oder Essigsäure annimmt. Neben der Konsistenz verändert sich auch das Aroma des Weins, der süß-säuerliche und käseartige Noten entwickelt.

Chemischer Stoff

Dextrane

Geruch & Geschmack

sirupartig, ölig, trüb

Entstehung des Fehlers

mangelnde Reinigung der Fässer

Positiv ist, dass viele der oben genannten Fehler in der modernen Weinherstellung nur noch selten auftreten und dank verbesserter Lagerungsmethoden und Hygienemaßnahmen gezielt vermieden werden können. Lass dich also von potenziellen Weinfehlern nicht die Lust an einer guten Flasche Rot-, Weiß-, Rosé oder Schaumwein nehmen!