Gemeinde Oggau - Blick auf die Kirche mit Weinreben Gemeinde Oggau - Blick auf die Kirche mit Weinreben Gemeinde Oggau - Blick auf die Kirche mit Weinreben

Weine vom Leithaberg: Trinkgenuss zwischen Hügeln und Wasser

 

Wer vom Leithagebirge hört, denkt zunächst vielleicht eher an Niederösterreich – tatsächlich reichen seine Ausläufer aber auch in das sonst geografisch eher flache Burgenland. Und hier, zwischen den sanften Hügeln im Westen und dem Ufer des Neusiedlersees im Osten, wartet mit der Weinregion Leithaberg ein ganz besonderes Highlight auf Weinkenner:innen. Auf rund 3.000 Hektar Rebfläche gedeihen edle Tropfen aller Art, von frischen Weißweinen über edle Rotweine bis zu fruchtigen Rosés, die jedes Jahr zahlreiche Genießer:innen in das sonnige Gebiet am Seeufer locken. Aber was macht die Weine vom Leithaberg so einmalig? Wir verraten es Ihnen!

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Allein schon durch seine Lage ist der Leithaberg eine interessante Region für Weinfans – mit den viele Jahrhunderte alten Schiefer- und Kalkböden des nahen Gebirges und dem milden pannonischen Klima treffen hier nämlich zwei spannende Kontraste aufeinander. Die durchlässigen Böden verleihen den Weinen einen spritzigen Charakter, zudem genießen Trauben am Leithaberg zahlreiche Sonnenstunden, die für Struktur, Frische und Fruchtigkeit sorgen – und von den lokalen Winzer:innen zu Tropfen allererster Güte verarbeitet werden.

Bedeutende Weinorte am Leithaberg

Bedeutende Weinorte am Leithaberg

Viele Wein-Hotspots des Nordburgenlands liegen ja am östlichen Ufer des Neusiedlersees – aber auch der Westen kann mit zahlreichen einladenden Gemeinden aufwarten. Zu erreichen sind die meisten davon übrigens relativ einfach, denn der Großteil erstreckt sich entlang der Bundesstraße B10, die von Neusiedl ausgehend durch malerische Hügel und Weingärten bis nach Eisenstadt führt. Hier die wichtigsten Orte im Portrait:

 

Jois

Jois liegt am nördlichen Ufer des Neusiedlersees, wo das Leithagebirge sanft in die flache pannonische Ebene übergeht. Die Weingärten erstrecken sich auf kalkhaltigen Böden mit Schiefer, das Zusammenspiel von pannonischer Wärme und kühlen Fallwinden sorgt für eine langsame Traubenreife, die sowohl Weiß- als auch Rotweinen aus Jois das gewisse Etwas verleiht. Der Ort ist übrigens nicht nur für seine exzellenten Weine bekannt, sondern auch als Heimat eines der renommiertesten Winzer Österreichs: In den Hügeln am Ortsrand hat Leo Hillinger seinen Betriebssitz, Verkostungsraum mit Panoramablick inklusive.

 

Winden

Wer der B10 ein paar Kilometer weiter folgt, landet in Winden, einem kleinen, aber feinen Geheimtipp für Weinkenner:innen. Was das Terroir angeht, vereint der Ort einige der besten Qualitäten der Region – die Böden sind von Kalk, Schiefer und Lehm geprägt, die Rieden häufig nach Süden ausgerichtet, wo sie zahlreiche Sonnenstunden genießen können. In Summe also optimale Bedingungen für Rotweine mit feiner Tanninstruktur und mineralische Weißweine, die es etwa am Weingut von Hermann Leeb oder dem Oleanderhof der Familie Kroyer zu verkosten gibt.

 

Purbach

Auch Windens Nachbarort Purbach kann mit zahlreichen Highlights für Weinfreund:innen aufwarten. Die Nähe zum See mildert die Temperaturschwankungen des pannonischen Klimas etwas ab, so können die Trauben in ihrem ganz eigenen Tempo reifen und die komplexen Aromen entwickeln, für die sie bekannt sind. Wer sich davon selbst überzeugen möchte, kann das etwa am Weingut von Birgit Braunstein tun. Hier werden schon seit über 400 Jahren Spitzenweine produziert und im zugehörigen Familiengasthof ausgeschenkt. Tipp: Wer beim Verkosten mal ein Achterl zu viel erwischt, kann im angeschlossenen Hotel bequem übernachten.

 

Donnerskirchen

In Donnerskirchen hat der Weinbau lange Tradition: Schon im 13. Jahrhundert wurden hier die ersten Reben gesetzt, sowohl auf den Hügeln des Leithagebirges als auch auf den Ebenen näher am Ort. Das sorgt bis heute für eine große Vielfalt an Böden, von denen die örtlichen Trauben profitieren. In Kombination mit den milden Temperaturen und den sonnigen pannonischen Sommern entstehen hier sowohl Rot- als auch Weißweine mit viel Kraft und Charakter. Diese bringen den örtlichen Winzer:innen auf nationalem und internationalem Parkett immer wieder Auszeichnungen ein. Zwei der renommiertesten Beispiele: Die Weingüter Sommer und Liegenfeld, wo Jahr für Jahr Weine erster Klasse entstehen.

 

Schützen am Gebirge

Eine ihrer größten Besonderheiten trägt die Gemeinde Schützen bereits im Namen. Denn im Gegensatz zu anderen Weinorten der Region liegt sie deutlich näher am Leithagebirge als am See. Das bedeutet aber nicht, dass die Böden hier eintönig sind, ganz im Gegenteil. Die Lage sorgt vielmehr für reichlich Abwechslung – mal fällt der Untergrund steiniger aus, mal sandiger. Das Ergebnis: Eine große Vielfalt an Rebsorten und Geschmacksrichtungen, die für jeden Geschmack den passenden Tropfen liefern. Auch Verkostungsmöglichkeiten gibt es in Schützen reichlich – etwa die Bioweine von Georg Prieler oder die edlen Tropfen aus den Häusern Zehetbauer und Reinfeld.

 

Oggau

Dass Oggau ein zentraler Ort für den burgenländischen Weinbau ist, merkt man schon auf dem Weg dorthin. Denn die Gemeinde liegt inmitten von zahlreichen malerischen Weingärten, die sie nicht nur landschaftlich prägen. Geographisch in etwa auf einer Höhe mit dem Seewinkel, bietet Oggau auch eine ähnliche Vielfalt an Böden und Witterungen, nur eben auf der anderen Seite des Wassers. Das Verhältnis aus Weiß- und Rotweinen hält sich hier die Waage, so kommen Genießer:innen beider “Fraktionen” auf ihre Kosten. Ein paar heiße Tipps dafür: Das Gut Oggau, die Buschenschank von Familie Fabian oder das traditionsreiche Weingut MAD, wo schon seit dem 18. Jahrhundert Spitzenweine gekeltert werden.

 

Mörbisch

Mörbisch liegt direkt am Neusiedlersee und ist nicht nur aufgrund der alljährlichen Seefestspiele eine Reise wert. Auch Fans von gutem Wein sollten die Gemeinde mit den malerischen Gässchen und dem historischen Ortskern auf ihre Liste setzen. Denn hier wartet ein vielfältiger Mix aus Hanglagen und Ebene, reichlich Sonne und ganzjährig milden Temperaturen – in Summe nahezu perfekte Bedingungen für Weinbau. Auch die Auswahl an Sorten und Geschmäckern ist groß: Vom eleganten Rotwein bis zum spritzigen Weißwein ist in Mörbisch der richtige Tropfen für jeden Geschmack zu finden, zum Beispiel am Weingut Schindler, dem Grenzhof Fiedler oder dem Biobetrieb von Johann Lang.

 

Großhöflein

Großhöflein ist die westlichste Weinbaugemeinde der Region und liegt mitten in den Hügeln des Leithagebirges. Hier befinden sich die höchsten Lagen des Nordburgenlandes, die Rieden erstrecken sich auf einer Seehöhe von 170 - 325 Metern. Für die örtlichen Winzer:innen bedeutet das vor allem eins: jede Menge Gestaltungsspielraum. Denn während sich die niedrigeren Lagen ideal für Rotweine aller Couleur eignen, sind die höher gelegenen Weingärten ideal für feine Weißweine. Zu den bekanntesten Produzent:innen im Ort zählen etwa das traditionsreiche Weingut Kollwentz oder das Weingut Moric, welches vor allem für seinen Blaufränkisch von Weinkenner:innen aus dem In- und Ausland geschätzt wird.

 


Übrigens: Nicht direkt im Weinbaugebiet Leithaberg, aber quasi nebenan, findet sich mit der Freistadt Rust ein weiteres Highlight für Genießer:innen. Hier wartet nämlich eine besondere Spezialität der Region: Die edlen Süßweine des Ruster Ausbruchs.


 

Welche Rebsorten gibt es am Leithaberg?

Was Rebsorten angeht, herrscht zwischen Neusiedlersee und Leithagebirge eine bestens austarierte Balance. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn weiße und rote Rebsorten halten sich in etwa die Waage – mit 54 % aller Flächen hat der Weißwein nur leicht die Nase vorn. Zu den wichtigsten Sorten gehören:

 

Rote Rebsorten

Blaufränkisch: Die Leitsorte der Region bringt auf den kalkhaltigen Böden elegante Weine mit dunkler Frucht, feiner Mineralität und seidigen Tanninen hervor.

Zweigelt: Österreichs Rotwein-Klassiker fühlt sich auch am Leithaberg wohl und zeigt sich hier von seiner fruchtbetonten Seite – mit Noten von Kirsche, Weichsel und sanften Tanninen.

Pinot Noir: Mit Kalk und Schiefer findet der edle Franzose hier ideale Bedingungen vor – und revanchiert sich mit dezenter Würze und feinen Beerennoten.

Merlot: Profitiert vom pannonischen Klima und liefert samtige, körperreiche Weine mit vielschichtigen Aromen von Zwetschke bis dunkler Schokolade.

Cabernet Sauvignon: Ein weiterer “Zugereister” aus dem Bordeaux, der durch die warmen burgenländischen Sommer reichlich Zeit zum Reifen bekommt. Überzeugt mit konzentrierter Frucht und kräftigen Tanninen.

 

Weiße Rebsorten

Grüner Veltliner: Österreichs liebsten Weißwein gibt es auch am Leithaberg zu verkosten – hier mit mineralischer Tiefe, feiner Struktur und der typischen Pfeffrigkeit.

Welschriesling: Ein vielfältiger Klassiker – und eine beliebte Basis für lebendige, frische Weine mit Zitrus- und Apfelnoten.

Weißburgunder: Das Weißwein-Aushängeschild der Region. Bringt auf den mineralischen Böden feine Weine mit dezenter Frucht und nussigem Finish hervor.

Chardonnay: Die französische Rebsorte profitiert wie keine zweite von dem kalkhaltigen Terroir am Leithaberg und entfaltet ihr Geschmackspotenzial optimal – von fruchtig-frisch bis cremig-komplex.

Sauvignon Blanc: Mal grasig-frisch, mal exotisch-reif – der aromatische Sauvignon zeigt sich am Leithaberg von seiner facettenreichen Seite, oft mit einem Hauch von Stachelbeere oder Holunder.

 

Leithaberg DAC: Prädikat geschmackvoll

Als echte Qualitätsregion verfügt der Leithaberg natürlich auch über eine eigene, geschützte Herkunftsbezeichnung – für Rotweine seit 2008, für Weißweine seit 2009. Sie gilt für ein genau abgegrenztes Produktionsgebiet: den politischen Bezirk Eisenstadt-Umgebung, die Freistädte Eisenstadt und Rust sowie die Orte Winden und Jois, welche geografisch eigentlich im Nachbarbezirk Neusiedl am See liegen. Hinzu kommen noch einige ausgewählte Neusiedler Rieden.

 

Geschmacklich zeichnen sich Leithaberg DACs immer durch ihre einmalige Mineralität und einen Alkoholgehalt von mindestens 12,5 % vol. aus. Darüber hinaus unterscheidet man je nach Rebsorte weitere Kriterien:

Weißer Leithaberg DAC: Hergestellt aus den Sorten Weißburgunder, Chardonnay, Neuburger oder Grüner Veltliner. Auch Cuvées aus diesen Sorten sind zugelassen.

Roter Leithaberg DAC: Hier ist ausschließlich die Rebsorte Blaufränkisch erlaubt. Ein Verschnitt mit Zweigelt, St. Laurent oder Pinot Noir ist zwar möglich, deren Anteil darf aber maximal 15 % betragen.

Innerhalb der Rebsorten werden Leithaberg DAC-Weine in drei Qualitätsstufen geteilt, die sich vom Prüfungszeitpunkt ableiten: Gebietsweine dürfen bereits im 1. Jahr nach der Lese zur Prüfung eingereicht werden (Weißweine ab 1. Februar, Rotweine ab 1. Mai). Bei Rieden- und Qualitätsweinen wird es etwas komplexer: Weißweine dürfen im 1. Jahr, Rotweine erst im 2. Jahr nach der Ernte für die jeweilige DAC-Kennzeichnung vorgeschlagen werden.

Wein vom Leithaberg in der INTERSPAR weinwelt

Sanfte Hügel, weite Flächen: Das Leithagebirge vereint das Beste aus zwei Welten – geografisch und im Glas. Ob knackiger Weißwein oder edler Rotwein, die Tropfen vom westlichen Ufer des Neusiedlersees überzeugen mit einer umfangreichen Sortenpalette und dem richtigen Geschmack für jeden Gusto. Wer sich davon nun selbst überzeugen möchte, sollte unbedingt einen Blick in die INTERSPAR weinwelt werfen: Hier finden Sie eine breite Auswahl aus Österreich und aller Welt, von Argentinien über die USA bis nach Neuseeland. Falls Ihnen der Sinn eher nach einem kühlen Longdrink steht, sind Sie dank unseres vielfältigen Spirituosen-Repertoires ebenfalls bestens versorgt – hier warten etwa edle Brände und feuriger Tequila, aber auch feine alkoholfreie Variationen auf Sie. Und für passenden Lesestoff ist ebenfalls gesorgt: Entdecken Sie in unserer umfassenden Wein- und Spirituosenkunde zum Beispiel, wie Winzersekt hergestellt wird, was guten Cider ausmacht oder welche Cocktail-Basics nicht fehlen sollten, damit Negroni, Mojito und Co. auf den Punkt gelingen. Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern und Genießen!

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