Bedeutende Weinorte am Leithaberg
Viele Wein-Hotspots des Nordburgenlands liegen ja am östlichen Ufer des Neusiedlersees – aber auch der Westen kann mit zahlreichen einladenden Gemeinden aufwarten. Zu erreichen sind die meisten davon übrigens relativ einfach, denn der Großteil erstreckt sich entlang der Bundesstraße B10, die von Neusiedl ausgehend durch malerische Hügel und Weingärten bis nach Eisenstadt führt. Hier die wichtigsten Orte im Portrait:
Jois
Jois liegt am nördlichen Ufer des Neusiedlersees, wo das Leithagebirge sanft in die flache pannonische Ebene übergeht. Die Weingärten erstrecken sich auf kalkhaltigen Böden mit Schiefer, das Zusammenspiel von pannonischer Wärme und kühlen Fallwinden sorgt für eine langsame Traubenreife, die sowohl Weiß- als auch Rotweinen aus Jois das gewisse Etwas verleiht. Der Ort ist übrigens nicht nur für seine exzellenten Weine bekannt, sondern auch als Heimat eines der renommiertesten Winzer Österreichs: In den Hügeln am Ortsrand hat Leo Hillinger seinen Betriebssitz, Verkostungsraum mit Panoramablick inklusive.
Winden
Wer der B10 ein paar Kilometer weiter folgt, landet in Winden, einem kleinen, aber feinen Geheimtipp für Weinkenner:innen. Was das Terroir angeht, vereint der Ort einige der besten Qualitäten der Region – die Böden sind von Kalk, Schiefer und Lehm geprägt, die Rieden häufig nach Süden ausgerichtet, wo sie zahlreiche Sonnenstunden genießen können. In Summe also optimale Bedingungen für Rotweine mit feiner Tanninstruktur und mineralische Weißweine, die es etwa am Weingut von Hermann Leeb oder dem Oleanderhof der Familie Kroyer zu verkosten gibt.
Purbach
Auch Windens Nachbarort Purbach kann mit zahlreichen Highlights für Weinfreund:innen aufwarten. Die Nähe zum See mildert die Temperaturschwankungen des pannonischen Klimas etwas ab, so können die Trauben in ihrem ganz eigenen Tempo reifen und die komplexen Aromen entwickeln, für die sie bekannt sind. Wer sich davon selbst überzeugen möchte, kann das etwa am Weingut von Birgit Braunstein tun. Hier werden schon seit über 400 Jahren Spitzenweine produziert und im zugehörigen Familiengasthof ausgeschenkt. Tipp: Wer beim Verkosten mal ein Achterl zu viel erwischt, kann im angeschlossenen Hotel bequem übernachten.
Donnerskirchen
In Donnerskirchen hat der Weinbau lange Tradition: Schon im 13. Jahrhundert wurden hier die ersten Reben gesetzt, sowohl auf den Hügeln des Leithagebirges als auch auf den Ebenen näher am Ort. Das sorgt bis heute für eine große Vielfalt an Böden, von denen die örtlichen Trauben profitieren. In Kombination mit den milden Temperaturen und den sonnigen pannonischen Sommern entstehen hier sowohl Rot- als auch Weißweine mit viel Kraft und Charakter. Diese bringen den örtlichen Winzer:innen auf nationalem und internationalem Parkett immer wieder Auszeichnungen ein. Zwei der renommiertesten Beispiele: Die Weingüter Sommer und Liegenfeld, wo Jahr für Jahr Weine erster Klasse entstehen.
Schützen am Gebirge
Eine ihrer größten Besonderheiten trägt die Gemeinde Schützen bereits im Namen. Denn im Gegensatz zu anderen Weinorten der Region liegt sie deutlich näher am Leithagebirge als am See. Das bedeutet aber nicht, dass die Böden hier eintönig sind, ganz im Gegenteil. Die Lage sorgt vielmehr für reichlich Abwechslung – mal fällt der Untergrund steiniger aus, mal sandiger. Das Ergebnis: Eine große Vielfalt an Rebsorten und Geschmacksrichtungen, die für jeden Geschmack den passenden Tropfen liefern. Auch Verkostungsmöglichkeiten gibt es in Schützen reichlich – etwa die Bioweine von Georg Prieler oder die edlen Tropfen aus den Häusern Zehetbauer und Reinfeld.
Oggau
Dass Oggau ein zentraler Ort für den burgenländischen Weinbau ist, merkt man schon auf dem Weg dorthin. Denn die Gemeinde liegt inmitten von zahlreichen malerischen Weingärten, die sie nicht nur landschaftlich prägen. Geographisch in etwa auf einer Höhe mit dem Seewinkel, bietet Oggau auch eine ähnliche Vielfalt an Böden und Witterungen, nur eben auf der anderen Seite des Wassers. Das Verhältnis aus Weiß- und Rotweinen hält sich hier die Waage, so kommen Genießer:innen beider “Fraktionen” auf ihre Kosten. Ein paar heiße Tipps dafür: Das Gut Oggau, die Buschenschank von Familie Fabian oder das traditionsreiche Weingut MAD, wo schon seit dem 18. Jahrhundert Spitzenweine gekeltert werden.
Mörbisch
Mörbisch liegt direkt am Neusiedlersee und ist nicht nur aufgrund der alljährlichen Seefestspiele eine Reise wert. Auch Fans von gutem Wein sollten die Gemeinde mit den malerischen Gässchen und dem historischen Ortskern auf ihre Liste setzen. Denn hier wartet ein vielfältiger Mix aus Hanglagen und Ebene, reichlich Sonne und ganzjährig milden Temperaturen – in Summe nahezu perfekte Bedingungen für Weinbau. Auch die Auswahl an Sorten und Geschmäckern ist groß: Vom eleganten Rotwein bis zum spritzigen Weißwein ist in Mörbisch der richtige Tropfen für jeden Geschmack zu finden, zum Beispiel am Weingut Schindler, dem Grenzhof Fiedler oder dem Biobetrieb von Johann Lang.
Großhöflein
Großhöflein ist die westlichste Weinbaugemeinde der Region und liegt mitten in den Hügeln des Leithagebirges. Hier befinden sich die höchsten Lagen des Nordburgenlandes, die Rieden erstrecken sich auf einer Seehöhe von 170 - 325 Metern. Für die örtlichen Winzer:innen bedeutet das vor allem eins: jede Menge Gestaltungsspielraum. Denn während sich die niedrigeren Lagen ideal für Rotweine aller Couleur eignen, sind die höher gelegenen Weingärten ideal für feine Weißweine. Zu den bekanntesten Produzent:innen im Ort zählen etwa das traditionsreiche Weingut Kollwentz oder das Weingut Moric, welches vor allem für seinen Blaufränkisch von Weinkenner:innen aus dem In- und Ausland geschätzt wird.
Übrigens: Nicht direkt im Weinbaugebiet Leithaberg, aber quasi nebenan, findet sich mit der Freistadt Rust ein weiteres Highlight für Genießer:innen. Hier wartet nämlich eine besondere Spezialität der Region: Die edlen Süßweine des Ruster Ausbruchs.