Herkunft und Geschichte
Der Weißburgunder entstammt der traditionsreichen Burgunderfamilie und ist eng mit Pinot Noir (Blauburgunder) und Pinot Gris (Grauburgunder) verwandt. Diese familiäre Beziehung innerhalb des Pinot-Stammes zeigt sich nicht nur in ihrer gemeinsamen Herkunft, sondern auch in der Tatsache, dass Weiß- und Grauburgunder genetisch nahezu ident sind – erst die unterschiedliche Färbung der Beerenschalen trennt sie optisch wie stilistisch.
Der Ursprung des Weißburgunders wird – nomen est omen – im Burgund verortet; von dort verbreitete er sich über Jahrhunderte nach Deutschland, Österreich, Südtirol und in viele weitere europäische Länder. Historische Quellen erwähnen die Sorte bereits früh unter Synonymen wie „Weißer Klevner“ oder „Pinot Bianco“. Diese Bezeichnungen – oft in unterschiedlichen Regionen parallel verwendet – zeigen, dass der Weißburgunder seit vielen Jahrhunderten kultiviert wird und schon früh eine überregionale Bedeutung hatte.
Charakteristisch für den gesamten Burgunderstamm sind kleine, kompakte Trauben – ihr Name „Pinot“ leitet sich vom französischen Wort pin für Kiefer ab und spielt auf die zapfenförmige Form der Trauben an. Innerhalb dieser Familie steht der Weißburgunder für die eleganteste, „leiseste“ Spielart: aromatisch zurückhaltender als Grauburgunder, schlanker als kräftige Chardonnay-Typen, dafür umso harmonischer und ausgewogener.
Schon gewusst? Moderne DNA-Analysen bestätigen nicht nur die enge Verwandtschaft aller Pinot-Sorten, sondern erklären auch, warum Weißburgunder und Chardonnay lange Zeit verwechselt wurden – beide bevorzugen ähnliche Lagen und können sensorisch, insbesondere ohne Holzeinsatz, erstaunlich nah beieinander liegen.