Weinlandschaft nahe Rust mit Neusiedlersee im Hintergrund Weinlandschaft nahe Rust mit Neusiedlersee im Hintergrund Weinlandschaft nahe Rust mit Neusiedlersee im Hintergrund

Weine vom Neusiedlersee: Trinkgenuss von der Steppe

 

Wer einige der feinsten Tropfen des Burgenlandes verkosten möchte, sollte unbedingt einen Ausflug an den Neusiedlersee einplanen. Denn hier, ganz im Norden des Bundeslandes, kommen Genießer:innen voll auf ihre Kosten. Mit knapp 6.000 Hektar Weingärten (das entspricht rund einem Viertel der Rebflächen von ganz Niederösterreich) und über 400 Weingütern gibt es für jeden Geschmack das Passende zu verkosten – von gehaltvollen Rotweinen über fruchtige Weißweine bis zu spritzigen Rosés. Aber wie schmecken die Weine vom Wasser und was macht sie so besonders? Begleiten Sie uns auf eine genussvolle Reise nach Pannonien und finden Sie es heraus!

 

 

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Das Burgenland gilt bekanntlich als “Land der Sonne” – und am Neusiedlersee ist sie besonders oft zu sehen. Rund 2.000 Stunden, also knapp 83 Tage pro Jahr, scheint sie hier. Hinzu kommen heiße Sommer und trockene, kalte Winter mit wenig Schnee. Ideal, um das ganze Jahr über Wein anzubauen – von Klassikern wie Rot- und Weißwein bis zu lokalen Spezialitäten wie süßem Eiswein, der seine einmaligen Aromen bei klirrend-kalten Temperaturen erst so richtig entfaltet.

 

Was die Böden angeht, ist das Gebiet von Sand und Lehm geprägt, teils mit erhöhtem Kalkanteil durch die Nähe zum Wasser. Apropos Wasser: Auch davon profitiert die Region, denn der Neusiedlersee wirkt wie ein großer Wärme- und Feuchtigkeitsspeicher und sorgt dafür, dass die heimischen Reben auch in trockenen oder kühleren Jahren alles haben, was sie brauchen, um die vielen geschmackvollen Weine hervorzubringen, für die die Region so bekannt ist.

Bedeutende Weinorte am Neusiedler See

Zwar liegt der Neusiedlersee im kleinsten Bundesland Österreichs, was die Auswahl an Weingütern angeht, kann er aber locker mit den ganz Großen mithalten. Von den Ausläufen der Parndorfer Platte im Norden bis zur ungarischen Grenze im Süden wird fast im ganzen Bezirk Wein angebaut. Zu den wichtigsten Weinbaugemeinden gehören:

 

Gols

Östlich des Sees, an der Grenze zum Seewinkel, liegt mit Gols die größte Weinbaugemeinde Österreichs. Die örtlichen Winzer:innen bewirtschaften insgesamt knapp 1.800 Hektar Rebfläche und produzieren damit rund ein Drittel aller Weine aus der Region. Das pannonische Klima mit heißen, trockenen Sommern und die Nähe zum See schaffen ideale Bedingungen für kraftvolle Rotweine, aber auch ausgezeichnete Weißweine. Wer diese verkosten möchte, sollte übrigens etwas Zeit mitbringen, denn mit rund 100 Betrieben bei 4.000 Einwohner:innen ist die Winzer:innen-Dichte in Gols groß und bietet jede Menge Auswahl – von den Gebrüdern Nittnaus direkt an der Hauptstraße über die feinen Weine der Familie Allacher bis zu biodynamischen Tropfen von Gernot Heinrich.

Mönchhof

Nur ein paar Autominuten entfernt von der größten Weinbaugemeinde Österreichs liegt eine der ältesten: Schon die Kelten sollen in Mönchhof Weinbau betrieben haben. Mit Sand, Schotter, Lehm und Schwarzerde bieten die Lagen in und um Mönchhof beste Bedingungen für eine große Vielfalt an Rebsorten, von klassischen Rot- und Weißweinen bis hin zu Süßweinen. Verkosten lassen sich diese übrigens besonders gut am Weingut der Familie Pöckl, wo schon seit dem frühen 20. Jahrhundert Weinbau betrieben wird, oder auf dem Weingut Keringer, dessen Weine sowohl national als auch international vielfach ausgezeichnet wurden.

Halbturn

Halbturn liegt am nordöstlichen Rand des Neusiedlersees und ist nicht nur für sein barockes Schloss, sondern auch hervorragende Lagen bekannt. Die Böden sind vielfältig; Schotter, Sand und lehmige Anteile wechseln sich ab und ermöglichen dadurch unterschiedliche Weinstile – sowohl kräftige Rotweine als auch Weißweine mit feiner Frucht gedeihen hier prächtig. Das Klima hingegen könnte pannonischer nicht sein. Heiße Sommer, kühle Winter und wenig Niederschlag schaffen ideale Bedingungen für Trauben, die auf den zahlreichen örtlichen Weingütern zu Tropfen erster Güte verarbeitet werden.

 

Podersdorf

Unter den zentralen Neusiedler Weinbaugemeinden ist Podersdorf eine der wenigen mit direktem Seezugang. Davon profitieren die örtlichen Weingärten unmittelbar: Die große Wasserfläche speichert Wärme, lindert den Winterfrost und reflektiert das Sonnenlicht auf die Rebzeilen – nahezu perfekte Bedingungen für elegante Weißweine mit Finesse, die am Gaumen mit einzigartiger Fruchtigkeit begeistern. Wer sich davon selbst überzeugen möchte, kann das etwa am Seegut Lentsch oder dem Weingut zur Dankbarkeit tun. Tipp: Im gleichnamigen Gasthof lässt es sich nach einem Radausflug oder einem sonnigen Tag am Wasser auch wunderbar einkehren.

 

Frauenkirchen

Auch in Frauenkirchen hat der Weinbau lange Tradition, schon seit vielen Jahrhunderten werden hier Qualitätsweine produziert. In den Rieden am Nordufer des Sees überwiegen Löss und Lehm mit sandigen Einschlüssen, die dank der heißen pannonischen Sommer konzentrierte, fruchtbetonte Weine hervorbringen. Besonders genussvolle Variationen davon finden sich etwa am Weingut und Alpakahof Pinetz oder dem Weingut Umathum, das sich mit seiner nachhaltigen Philosophie sowie herausragenden biodynamischen Weinen einen Namen gemacht hat.

Illmitz

Nur einen Katzensprung von Frauenkirchen wartet mit Illmitz der nächste heiße Tipp für Weinliebhaber:innen. Die sandigen, kalkhaltigen Böden und das feucht-warme Mikroklima – bedingt durch die Nähe zum Neusiedlersee und zahlreiche kleinere, salzhaltige Gewässer, auch “Lacken” genannt – bringen Jahr für Jahr Beerenauslesen, Trockenbeerenauslesen und Eisweine von internationaler Klasse hervor. Diese haben Illmitz den Ruf als Süßwein-Hotspot eingebracht. Aber auch trockene Weißweine gedeihen hier prächtig. Verkosten lassen sich beide übrigens wunderbar am Weingut Kracher, dessen edelsüße Spezialitäten nicht nur österreichische Kenner:innen begeistern.

 

Apetlon

Die kleine Gemeinde Apetlon liegt ganz im Süden der Weinbauregion, mitten im Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel. Ganz ähnlich wie in Illmitz ist die Landschaft um den Ort von salzhaltigen Lacken geprägt, was die Böden kalkhaltig macht und für ein einzigartiges Mikroklima sorgt. Dies verleiht vielen Weinen eine feine Mineralik und kommt auch den aromatischen Süßweinen zugute, die in Apetloner Kellern und Fässern besonders häufig zu finden sind.


Apropos Süßweine: Schon gewusst, dass diese am Neusiedlersee oft mit dem Jahreswechsel in Verbindung gebracht werden? Die regionale Spezialität Eiswein, ein Süßwein aus gefrorenen Trauben, muss nämlich bei Temperaturen von unter - 7°C gelesen werden, und diese werden im Burgenland hier und da schon Ende Dezember erreicht. Es kann daher durchaus vorkommen, dass Seewinkler Winzer:innen am Silvesterabend zu Gummistiefeln und Rebschere greifen – und statt Raclette und “Dinner for One” ein Ausflug in den Weingarten auf dem Programm steht.


 

Andau

Man könnte Andau als einen echten Rekordhalter bezeichnen: Mit rund 2.300 Sonnenstunden pro Jahr ist die Gemeinde an der Grenze zu Ungarn nämlich ganz offiziell die sonnigste Österreichs. Das warme Klima lockt nicht nur Radler:innen und Tourist:innen an, sondern bietet in Kombination mit Schotter- und Braunerdeböden auch die ideale Grundlage für Weine von Weltformat. Von deren Geschmack und Qualität können sich Genießer:innen in den zahlreichen Weingütern im Ort selbst überzeugen – die renommierten Betriebe Scheiblhofer und Hannes Reeh sind nur zwei von vielen exzellenten Beispielen.

Welche Rebsorten gibt es am Neusiedlersee?

Zwar gilt das Burgenland als Heimat der Rotweine, der “hohe Norden” tanzt allerdings etwas aus der Reihe: Hier ist das Verhältnis zwischen Rot und Weiß nämlich recht ausgeglichen, tatsächlich haben weiße Rebsorten mit rund 56 % aller Flächen sogar leicht die Nase vorne. Besonders häufig werden folgende Sorten angebaut:

 

Rote Rebsorten

  • Zweigelt: Die Leitsorte der Region – durch das warme Klima äußerst fruchtbetont mit Noten von Kirsche und Weichsel sowie feinen Tanninen.
  • Blaufränkisch: Ein weiterer Klassiker am Neusiedlersee, bringt oft runde, würzige Weine mit lebendiger Säure hervor.
  • Merlot: Eine Sonnenanbeterin aus Frankreich, die sich auch im Burgenland zuhause fühlt. Häufig die Basis für samtige, körperreiche Weine mit Noten von Zwetschke oder Schokolade.
  • St. Laurent: Eine der ältesten Sorten am Neusiedlersee, überzeugt am Gaumen mit eleganter Frucht und feiner Würze.

 

Weiße Rebsorten

  • Grüner Veltliner: Vielseitige Sorte mit dezenter Würze, die sowohl fruchtige als auch erfrischende Weine liefert.
  • Welschriesling: Ein österreichischer Klassiker, der auch im Burgenland anzutreffen ist – oft als Basis für lebendige Weine mit Zitrusnoten oder edle Süßweine.
  • Chardonnay: Die zweite Sonnenfreundin im Bunde – sorgt in der pannonischen Steppe häufig für elegante bis kraftvolle Weine mit Struktur und Reifepotenzial.
  • Weißburgunder: Eine beliebte Grundlage für trockene Weine mit frischer Säure, kann je nach Ausbau aber auch feine Aromen von Apfel, Birne oder Kräutern entwickeln.

Neusiedlersee DAC: Die Klassenbesten

Ähnlich wie viele andere Weinregionen Österreichs hat auch der Neusiedlersee seit 2012 seine eigene Herkunftsbezeichnung. Im Unterschied zu Kamptal, Traisental, Wagram und Co., deren DAC-Siegel oft eine Vielzahl von Rebsorten umfassen, ist man im Nordburgenland etwas strenger: Zur Prüfung zugelassen sind nämlich nur Zweigelt und edelsüße Weine, die ihre Heimat in puncto Qualität, Herstellung oder Geschmack besonders typisch repräsentieren. Pro Kategorie unterscheidet man zwei Qualitätsstufen:

 

Zweigelt

Neusiedlersee DAC: Fruchtige Rotweine aus regionalen Zweigelt-Trauben mit einem Alkoholgehalt von mindestens 12% vol. Ausbau wahlweise im Stahltank oder Holzfass.

Neusiedlersee DAC Reserve: Länger gereifte Weine mit mehr Struktur und einem höheren Alkoholgehalt (mindestens 13 % vol.). Der Ausbau im Fass ist hier verpflichtend, zur Wahl stehen große Holz- oder kleinere Barriquefässer.

 

Süßweine

Neusiedlersee DAC (Spätlese oder Auslese): Süßweine, die aus spätreifen weißen Trauben gekeltert werden. Die Süße muss aus dem Gärungsprozess entstehen, zudem dürfen die Trauben keine natürliche Edelfäule (Botrytis) aufweisen. Die Lese kann per Hand oder maschinell erfolgen.

Neusiedlersee DAC (Beerenauslese oder Trockenbeerenauslese): Die Kür für Süßweine der Extraklasse. Kandidaten für diese Stufe müssen aus edelfaulen, weißen Trauben gekeltert werden. Das Zufügen von Zucker ist verboten, die Lese per Hand verpflichtend.

 

Übrigens: Haben die Weine die Prüfung bestanden, dürfen sie am Etikett offiziell die DAC-Bezeichnung tragen. Bei edelsüßen Weinen ist außerdem der Zusatz “Seewinkel” erlaubt, wenn die Trauben aus Apetlon, Illmitz und/oder Podersdorf kommen.

Wein vom Neusiedlersee in der INTERSPAR weinwelt

Ob süße Beerenauslese, erfrischender Weißwein oder doch ein eleganter Rotwein: Der Neusiedlersee hat für jeden Geschmack das richtige Gläschen zu bieten. Für alle, die nun selbst in die Vielfalt von Österreichs größtem Steppensee eintauchen möchten, lohnt sich ein Blick in die INTERSPAR weinwelt: Hier finden Sie exzellente Kostproben aus dem Burgenland, aber auch aus ganz Österreich und aller Welt – von feinem Rotwein aus Argentinien bis zu spritzigem Sauvignon Blanc aus Neuseeland. Für alle Freund:innen kühler Longdrinks gibt es außerdem zahlreiche hochwertige Spirituosen zu verkosten, etwa aromatischen Rum, feurigen Tequila oder feinste Brände. Und falls es zum Trink- etwas Lesegenuss sein darf, haben wir auch dafür gesorgt: In unserer großen Wein- und Spirituosenkunde verraten wir Ihnen etwa, wie vegane Weine hergestellt werden, was Winzersekt so besonders macht oder welche Cocktail-Basics in Ihrem Repertoire nicht fehlen sollten. Wir wünschen viel Freude beim Entdecken und Genießen!

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