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Prädikatswein, Landwein & Co: Was Qualitätsstufen über Wein aussagen
Bestimmt sind sie dir schon einmal untergekommen – kurze Bezeichnungen auf Weinetiketten wie “Landwein”, “Qualitätswein” oder “DAC”. Diese Begriffe verraten mehr über den Wein, denn es handelt sich dabei um die offiziellen Qualitätsstufen. Aber welche Stufen gibt es und was bedeuten sie überhaupt? Die einzelnen Stufen im Überblick.
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Welche Qualitätsstufen gibt es beim Wein?
In Österreich sind die Qualitätsstufen nach dem österreichischen Weingesetz geregelt. Es gilt als eines der strengsten Europas und regelt die Qualität seiner Weine ganz genau. Nach dem Prinzip “Wein ist nicht gleich Wein” gibt es mehrere Kategorien, die ganz genau besagen, was ein Wein können muss, um in eine bestimmte Kategorie zu fallen.
Man unterscheidet drei Oberkategorien und darunter mehrere Qualitätsstufen:
Wein ohne geografische Angabe (Wein aus Österreich)
Wein mit geschützter geografischer Angabe (Landwein)
Wein mit geschützter Ursprungsbezeichnung (Prädikatswein, Qualitätswein, DAC)
Wein aus Österreich: Das Grundlevel
Weine ohne geografische Angabe werden als Wein aus Österreich bezeichnet. Die Bezeichnung gibt es seit 2009, sie hat damals die Bezeichnung Tafelwein abgelöst. In Wein aus Österreich ist genau das drin, was auch draufsteht – Wein, der in Österreich angebaut und abgefüllt wurde. Genauere Herkunfts-, Sorten- oder Jahrgangsbezeichnungen sind nicht erlaubt. Deswegen ist Wein aus Österreich auch nicht auf eine bestimmte Region oder ein Weinbaugebiet begrenzt. In der Flasche kann daher durchaus ein Cuvée aus verschiedenen Gegenden sein.
Landwein: Auf die Region kommt’s an
Beim Landwein kommt erstmals die genaue Herkunft ins, also die geschützte geografische Angabe. Das bedeutet, dass die Trauben dafür aus einer der drei offiziellen Weinbauregionen Österreichs kommen müssen: dem Weinland (Wien, Niederösterreich, Burgenland), dem Steirerland (Steiermark) oder dem Bergland (Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg). Ein Verschnitt aus verschiedenen Landweinregionen ist nicht zulässig. Das bedeutet, es können Weine aus Trauben vom Neusiedlersee und dem Weinviertel vermählt werden, eine Cuvée aus Südsteiermark und Wien ist allerdings nicht erlaubt.
Die wichtigsten Eigenschaften von Landwein im Überblick:
alle Trauben aus derselben Weinbauregion
Mostgewicht mindestens 14° KMW
Alkohol mindestens 8,5 % Vol.
Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung
Neben Wein ohne Herkunftsbezeichnung und Wein mit geschützter geografischer Angabe unterscheidet man noch eine dritte Kategorie: Wein mit geschützter Ursprungsbezeichnung. Hier gibt es nicht nur eine, sondern gleich drei Qualitätsstufen. Man unterscheidet zwischen Qualitätswein, Qualitätswein mit Prädikat und DAC Wein.
Qualitätswein: Das nächste Level
Eine Stufe über dem Landwein steht der Qualitätswein. Der markanteste Unterschied ist auch hier die Herkunft: Im Gegensatz zum Landwein dürfen Trauben für Qualitätswein nur aus demselben ausgewiesenen Weinbaugebiet kommen. Davon gibt es in Österreich insgesamt 17. Eine weit gefasste Region wie beim Landwein reicht für Qualitätswein nicht mehr aus.
Die wichtigsten Eigenschaften von Qualitätswein im Überblick:
alle Trauben aus demselben Weinbaugebiet (z. B. Wachau, Carnuntum oder Leithaberg)
nur zugelassene Rebsorten erlaubt
amtlich geprüft
Mostgewicht mindestens 15°KMW
Eine Ausnahme gibt es dann aber doch: Kabinettweine. Auch diese Sorte gilt als Qualitätswein, sie ist aber oft leichter und schmeckt feiner als klassischer Qualitätswein, da sie ohne Anreicherung (Zusatz von Zucker um den Alkoholgehalt zu erhöhen) hergestellt werden müssen.
Schon gewusst? Qualitätsweine sind auf einen Blick erkennbar, ohne dass du überhaupt erst auf das Etikett schauen müssen. Über dem Korken ist eine rot-weiß-rote Banderole sowie eine staatliche Prüfnummer aufgedruckt, die jeder Qualitätswein erhält, wenn er die amtliche Prüfung bestanden hat.
DAC Wein: Der Authentische
DAC steht für “Districtus Austriae Controllatus” und ist eine Bezeichnung für ausschließlich österreichische Qualitätsweine, die besonders typisch für ihr jeweiliges Weinbaugebiet sind. Die Bezeichnung wird von regionalen Komitees vergeben und zeichnet Weine aus, die ihre Herkunft in besonderer Weise widerspiegeln – quasi die “Authentischen” eines Weinbaugebiets. Die Idee dahinter ist, unter dem Begriff DAC alle österreichischen Weine zusammenfassen, die dank ihrer Eigenschaften zweifelsfrei ihrer Region zuzuordnen sind.
Die wichtigsten Eigenschaften von DAC Wein im Überblick:
Bezeichnung DAC auf dem Etikett
besonders typische Eigenschaften für ihr Weinbaugebiet
Beispiele: Weinviertel DAC, Neusiedlersee DAC, Kamptal DAC
Prädikatswein: Besonders wertvoll
Prädikatswein ist die höchste Einstufung bei Qualitätswein und wird aus Trauben mit besonders hoher Reife gewonnen. Je nach Zuckergehalt und Reifegrad unterscheidet man unterschiedliche Prädikatsstufen. Deswegen lassen sich pauschale Angaben zu Mostgewicht oder Alkoholgehalt nur schwer treffen.
Eine kleine Eselsbrücke gibt es aber doch: Die meisten Prädikatsweine sind Süßweine und ihre Trauben haben bei der Ernte ein höheres Mostgewicht. Die Weine sind in der Regel Süßweine mit einem deutlichen Restzucker. Die Pyramide beginnt bei der Spätlese und steigt über die Auslese, Beerenauslese und Trockenbeerenauslese nach oben an. Spezialitäten wie der Eiswein (aus gefrorenen Trauben gekeltert) und der Strohwein (aus getrockneten Trauben hergestellt) gehören auch zu den Prädikaten.
Die wichtigsten Eigenschaften von Prädikatswein im Überblick:
Mostgewicht ab 19° KMW
besonders hoher Reifegrad
mehrere Prädikatsstufen (z. B. Beerenauslese, Spätlese, Eiswein)
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