Gärtnern für Anfänger

Eine Anleitung für Garten-Neulinge

Der eigene Garten ist ein Stück vom Paradies – eine Wohlfühloase, die sich ganz nach den eigenen Wünschen gestalten lässt. Gleichzeitig kann das Unterfangen “Garten” schnell überwältigend wirken:

 

Die Pflege jeder einzelnen Pflanze erscheint wie eine eigene Wissenschaft. In Wahrheit muss dies aber keineswegs der Fall sein. Mit Tipps zu der richtigen Vorgehensweise und einigen pflegeleichten Pflanzen ist der erste Schritt in das eigene Gartenparadies bereits getan!

1. Im Voraus planen

Im ersten Jahr als Hobbygärtner gilt grundsätzlich: Weniger ist mehr. Übernehmen Sie sich nicht gleich, ansonsten ist es mit der Freude am Gärtnern schnell vorbei. Überlegen Sie sich daher genau, was Sie in Ihrem Garten anpflanzen möchten: dekorative Sträucher, Gemüse, Obstbäume, Kräuter oder doch etwas anderes? In jedem Fall sollten Sie sich auf wenige Pflanzen beschränken, deren Pflege Sie parallel zu Ihrem Alltag problemlos bewältigen können.

 

Am besten teilen Sie Ihren Garten in grobe Zonen ein, in denen jeweils ähnliche Pflanzen angesetzt werden. Das erfreut nicht nur das Auge, sondern erleichtert Ihnen später auch die Pflege. Planen Sie auch genügend Platz für einen Loungebereich oder ein Planschbecken ein, um Ihren inneren Relax-Gärtner zufriedenzustellen.

2. Das passende Werkzeug

Ganz klar: Die Pflege des Gartens ohne das passende Werkzeug ist kaum vorstellbar. Aber was braucht man wirklich? Und wozu ist was gut? Je nach Bedarf und Gartengröße sind etwa eine Gießkanne, eine Harke und eine Gartenschaufel unverzichtbar. Gartenhandschuhe schützen die Hände bei der Gartenarbeit und Gartenscheren bewältigen auch widerspensitigere Äste und Zweige. 

3. Die Pflanzenauswahl

Für den Anfang sind vor allem pflegeleichten Pflanzen empfehlenswert. Dazu zählen zum Beispiel die meisten Kräuter, Wiesenblumen, Fächer-Ahorn, Lavendel, Kornelkirschen, Radieschen und Salat, um nur einige zu nennen. Auch ein satter, grüner Rasen ist keine Zauberei.

 

Neben dem Schwierigkeitsgrad sollte allerdings auch der Standort bedacht werden. Wie viel Sonne erhält Ihr Garten? In einem Garten in Südlage fühlen sich beispielsweise mediterrane Pflanzenarten wie Tomaten besonders wohl. Im Norden gedeihen schatten- und feuchtigkeitsliebende Pflanzen wie Efeu oder Salat am besten. Ost- und Westseite bieten einen Kompromiss, der so gut wie alle Pflanzen wachsen lässt.

4. Anpflanzen und Säen

Anpflanzen ist vor allem eine Frage des Zeitpunkts. Zu früh und die Pflanzen erfrieren, zu spät und man kann die Ergebnisse der Gartenarbeit nicht genießen. Davon sollte man sich jedoch nicht abschrecken lassen: Empfehlungen für den richtigen Zeitpunkt stehen in der Regel bereits auf der Samen-Verpackung.

 

Zusätzlich sollte jedoch die Klimazone beachtet werden, denn sogar innerhalb Österreichs gibt es bereits kleine Unterschiede im Klima. Im Osten Österreichs (u. a. Wien, Eisenstadt, Graz) kann bis zu einem Monat früher mit dem Anpflanzen begonnen werden wie in Mittel- und Westösterreich (u. a. Innsbruck, Salzburg, Klagenfurt, Linz).

Als Richtlinie kann man jedoch befolgen:

 

  • Februar und März: robustere Pflanzen wie Schnittlauch, Salat, Kohlgewächse

  • Ab April: viele Kräuter wie Rosmarin und Thymian

  • Ab Mai: wärmeliebende Pflanzen wie Basilikum, Tomaten, Zucchini, Gurken sowie Obstgehölze wie Kirschen oder Feigen

  • Ab September: Wintergemüse wie Rote Bete, Feldsalat oder Topinambur

Indem man die Samen nicht zu nah nebeneinander sät, kann man verhindern, dass die Keimlinge um Nährstoffe konkurrieren.

Unser Garten-Tipp

Zum tatsächlichen Einpflanzen sollte zuerst der Boden mithilfe einer Harke gelockert werden, das erleichtert es der Pflanze, sich zu verwurzeln. Anschließend kann bereits ein passendes Loch ausgehoben und die Samen eingepflanzt werden.

 

Vorsicht ist bei sogenannten Lichtkeimern (z. B. Karotten, Kopfsalat, Tomaten) gefragt, welche sich knapp unter der Oberfläche wohlfühlen und daher nicht zu tief vergraben werden sollten.

5. Richtiges Gießen leicht gemacht

Eine der größten Hürden für Garten-Anfänger ist wohl die Angst davor, zu viel oder zu wenig zu gießen. In der Regel ist dies aber gar nicht so kompliziert. Es reicht, wenn die Erde ständig ein wenig feucht, aber nicht nass ist. Dafür tastet man am besten einfach mit nackter Hand die Erde ab, mit der Zeit erhalten Sie auch ein Gefühl für die richtige Wassermenge. 

 

Übrigens ist es ein Mythos, dass Pflanzen im Winter kein Wasser benötigen. Im Garten erhalten sie meist genügend über Schnee und Regen, bei Kübelpflanzen muss aber weiterhin nachgeholfen werden!

 

Sie haben vergessen Ihre Pflanzen zu gießen? Wichtig ist jetzt, nicht mit der doppelten Menge “nachzuholen”. Das kann zu Staunässe führen, welche schädlich für Gartenpflanzen sein kann. Gießen Sie stattdessen einfach in gewohnter Menge weiter.

Unser Garten-Tipp

 

6. Dünger – wie und wann man ihn einsetzt

Pflanzen leben nicht von Wasser und CO₂ allein: Ohne die passenden Nährstoffe in der Erde verwelken sie und sterben ab. In den meisten Gärten ist bereits eine gewisse Menge an diesen Nährstoffen vorhanden, sodass viele Pflanzen auch ohne Dünger im Garten wachsen können.

 

Meist fällt das Resultat jedoch besser aus, wird mit Dünger ein wenig nachgeholfen: Obst und Gemüse erhalten einen intensiveren Geschmack; Bäume, Sträucher und Blumen erstrahlen in kräftigeren Farben. Auch das Wachstum selbst wird beschleunigt, weshalb Dünger für das Pflanzenwohl insgesamt sehr empfehlenswert ist.

Oftmals verlieren Pflanzen ihr Blattgrün nicht, weil sie zu wenig gegossen werden, sondern aus mangelnden Nährstoffen. Insbesondere Anfänger ertränken aufgrund dieser falschen Interpretation häufig versehentlich ihre Pflanzen.

Unser Garten-Tipp

Düngerarten
Mineralisch oder organisch?

Nun stellt sich aber noch die Frage nach der Art des Düngers. Viele Dünger haben Ihren Anwendungszweck bereits im Namen (z. B. Rosendünger, Gartendünger, Tomatendünger, Universaldünger), was Ihnen die Auswahl bereits etwas erleichtert. In der Regel verwendet man für Gartenpflanzen sogenannte Volldünger, welche bereits die wichtigsten Nährstoffe Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) beinhalten. Wird viel Wert auf die Umwelt gelegt, sollte ein organischer Dünger eingesetzt werden, ansonsten können mit einem Mineraldünger besonders schnell Ergebnisse erzielt werden.

Zusätzlich unterscheidet man zwischen Flüssigdünger, den man einfach in der Gießkanne mit dem Gießwasser vermischt, und Feststoffdünger, welcher in die Erde eingearbeitet wird – hierüber müssen Sie sich jedoch nicht allzu viele Gedanken machen, da dies in erster Linie eine Frage des Geschmacks ist.

 

Düngen: Häufigkeit
Starkzehrer und Schwachzehrer

Wie oft gedüngt werden sollte, ist stark von der jeweiligen Pflanzenart abhängig, weswegen es sich lohnen kann, sich im Detail über die Pflanze zu informieren. Jedoch kann man Gemüsepflanzen grob in Stark-, Mittel- und Schwachzehrer einteilen, um zu bestimmen, wie hoch der Nährstoffverbrauch ist:

  • Starkzehrer: Gurken, Erdäpfel, Sonnenblumen, Tomaten, Zucchini

  • Mittelzehrer: Erdbeeren, Knoblauch, Lauch, Salate, Zwiebeln

  • Schwachzehrer: Radieschen, Kresse, Schnittlauch, Erbsen, Dill, Petersilie

Beim Anbau von Beerensträuchern gilt zudem die Faustregel, dass sie in der Blüte mit einem organischen Volldünger und nach der Ernte mit einem Kali-betonten Volldünger versorgt werden sollten – dann steht einer jährlichen, erfolgreichen Ernte nichts im Wege.

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