Traisental DAC
Seit dem Jahrgang 2006 dürfen typisch fruchtig-würzige Grüne Veltliner und kernige, mineralische Rieslinge als Traisental DAC vermarktet werden. Der DAC-Status („Districtus Austriae Controllatus“) ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung, die Stilistik und Qualität der Weine klar regelt. Hier ein Überblick über die einzelnen Qualitätsstufen und die wichtigsten Kriterien, die für eine entsprechende Klassifizierung erfüllt werden müssen:
Gebietswein: Rebsorten aus dem gesamten Weinbaugebiet Traisental sind für die Herstellung zugelassen. Mit einem Mindestalkoholgehalt von 11,5 % vol. sind Gebietsweine unkompliziert, süffig und punkten mit einem frischen, fruchtbetonten Stil. Sie müssen trocken ausgebaut sein und dürfen keine Botrytis- (Edelfäule) oder Holznoten aufweisen.
Ortswein: Nur Trauben aus einer bestimmten Gemeinde im Traisental dürfen verwendet werden, der Alkoholgehalt muss bei mind. 12 % vol. liegen. Zulässige Gemeinden sind Nußdorf, Reichersdorf, Inzersdorf, Traismauer und Herzogenburg. Stilistisch zeigen sich Ortsweine harmonisch, mit mehr Tiefe, präziser Frucht und feiner Mineralik – das Terroir tritt stärker hervor.
Riedenwein: Die verwendeten Trauben müssen aus einer klar abgegrenzten Einzellage („Riede“) kommen (z.B. Ried Alte Setzen, Ried Gaisruck) und einen Alkoholgehalt von mindestens 12,5 % vol. aufweisen. Sie gelten als die Spitze der Herkunftspyramide: dicht, ausdrucksstark und lagerfähig, mit komplexen Aromen sowie ausgeprägter Mineralität und Tiefe. Auch sie werden trocken ausgebaut und dürfen weder Botrytis- noch Holztöne aufweisen.
Traisental Reserve DAC: Die Reserve-Stufe steht für besonders kraftvolle, strukturierte Weine mit Herkunftscharakter – z.B. aus den großen Lagen wie Zwirch, Berg, Alte Setzen, Hochschopf, Sonnleiten oder Fuchsenrand. Sie müssen einen Alkoholgehalt von mindestens 13,0 % vol. Alkohol aufweisen. Stilistisch sind sie vollmundig, elegant und oft mit längerer Reife auf der Feinhefe ausgebaut. Im Unterschied zu den klassischen DAC-Weinen sind bei Reserve-Weinen dezente Holz- oder Botrytisnoten erlaubt, sofern sie den Charakter nicht überlagern.